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Londoner Finanzsektor: Stellenangebote halbiert, Luxemburg profitiert
Hakan Enver: "Arbeitsplätze werden weiterhin aus London verlagert, wobei Dublin mit Abstand der größte Nutznießer ist, gefolgt von Luxemburg, Paris, Frankfurt und Amsterdam."

Londoner Finanzsektor: Stellenangebote halbiert, Luxemburg profitiert

Foto: Pexels
Hakan Enver: "Arbeitsplätze werden weiterhin aus London verlagert, wobei Dublin mit Abstand der größte Nutznießer ist, gefolgt von Luxemburg, Paris, Frankfurt und Amsterdam."
Wirtschaft 15.04.2019

Londoner Finanzsektor: Stellenangebote halbiert, Luxemburg profitiert

Die Londoner Finanzbranche schrumpft, während Luxemburg, Dublin, Paris, Frankfurt und Amsterdam profitieren.

(Bloomberg) - Die offenen Stellen in der Londoner Finanzbranche haben sich innerhalb von zwei Jahren halbiert, da die Brexit-Unsicherheit das Geschäftsvertrauen dämpft, fand eine Umfrage der Personalagentur Morgan McKinley heraus.


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Die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze in der Finanzdienstleistungsbranche der Stadt und die Zahl der Finanzfachleute auf der Suche nach neuen Jobs seien in den letzten zwei Jahren jeweils um mehr als die Hälfte gesunken, teilte der Personalberater mit. Jedoch seien beide Messgrößen zwischen dem vierten Quartal 2018 und dem ersten Quartal dieses Jahres leicht angestiegen.

Die "Gherkin": Eines der Wahrzeichen des Londoner Finanzsektors.
Die "Gherkin": Eines der Wahrzeichen des Londoner Finanzsektors.
Foto: Pexels

"Die Unfähigkeit der Regierung, einen Konsens über einen Brexit-Deal zu erzielen, hat das Vertrauen unter den Arbeitgebern in der Londoner City erschüttert", sagte Hakan Enver, Geschäftsführer von Morgan McKinley, in einer Erklärung:


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"Wir hatten Ende des Jahres 2018 einen drastisch schlechten Stellenmarkt, da es für Unternehmen kaum noch möglich ist, hier zu wachsen. Deshalb haben wir das Jahr 2019 defensiv begonnen. Wir haben weniger als die Hälfte der Arbeitsplätze und weniger als die Hälfte der Arbeitssuchenden, die wir zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2017 hatten."

Enver warnte, dass die Entscheidung, den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bis wohl Ende Oktober zu verschieben, den Stress für die Unternehmen, keine Pläne für die Zukunft aufstellen zu können, aufrechterhalten würde. "Arbeitsplätze werden weiterhin aus London verlagert, wobei Dublin mit Abstand der größte Nutznießer ist, gefolgt von Luxemburg, Paris, Frankfurt und Amsterdam", sagte er.


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