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Lieferkettengesetz: Menschenrechte in der Wirtschaft
Wirtschaft 2 25.06.2020

Lieferkettengesetz: Menschenrechte in der Wirtschaft

Die "Initiative Devoir de Vigilance" fordert ethische Standards für Firmen in Luxemburg.

Lieferkettengesetz: Menschenrechte in der Wirtschaft

Die "Initiative Devoir de Vigilance" fordert ethische Standards für Firmen in Luxemburg.
Foto: Md. Rakibul Hasan/ZUMA Wire/dpa
Wirtschaft 2 25.06.2020

Lieferkettengesetz: Menschenrechte in der Wirtschaft

Marlene BREY
Marlene BREY
Unternehmen in Luxemburg verletzen in ihren weltweiten Geschäften immer wieder Menschenrechte. Eine Initiative fordert einen gesetzlichen Rahmen.

Kinderarbeit, Brände in Fabriken, Hungerlöhne - über Lieferketten sind auch Unternehmen in Luxemburg mit Menschenrechtsverletzungen in Berührung. Die "Initiative Devoir de Vigilance" fordert Standards für Firmen. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag betonte Jean-Louis Zeien, dass aus "Social Distancing" kein "Moral Distancing" werden dürfe.

Bereits 2018 hat sich die Initiative aus 16 zivilgesellschaftlichen Organisationen gegründet. Durch die Corona-Krise sind die globalen Lieferketten in das Bewusstsein von Konsumenten, Produzenten und Entscheidern gerückt. Die Initiative will das nutzen, um aus Absichtserklärungen mehr zu machen: ein Lieferkettengesetz. Angelehnt soll dieses Gesetz an die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights) sein. Die 31 Prinzipien nehmen sowohl den Staat als auch die Unternehmen in die Verantwortung.

Wer nimmt, muss auch geben

Gerade weil der Staat in der Corona-Krise vielen Unternehmen hilft, sieht Jean-Louis Zeien einen guten Moment, um Forderungen durchzusetzen. "Hilfsleistungen könnten an Bedingungen geknüpft werden", sagt der Präsident von Fairtrade Lëtzebuerg. Wer staatliche Beihilfen, Kredite oder auch Programme wie "Business partnership facility" oder das "Office du Ducroire" in Anspruch nehmen wolle, müsse Mindeststandards erfüllen.


asdf
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Die Initiative bringt ihre Forderungen derzeit aktiv in die Politik ein. Vergangene Woche haben Vertreter der NGO Wirtschafts- und Kooperationsminister Franz Fayot (LSAP) ihre Vorschläge unterbreitet. Dieser habe sich offen dafür gezeigt und wolle die Vorschläge der Initiative von seinem Ministerium prüfen lassen, so Jean-Louis Zeien.  

Luxemburgs Regierung hat sich für eine Kandidatur im UN-Menschenrechtsrat beworben. "Da sollte Luxemburg Regeln aufstellen und nicht einfach nur folgen", sagt Zeien. 

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