Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Liberty Steel will Thyssen-Stahl kaufen
Wirtschaft 16.10.2020

Liberty Steel will Thyssen-Stahl kaufen

Sanjeev Gupta, Oberhaupt der Gupta-Gruppe, der Liberty Steel gehört, besucht Ende 2019 Luxemburg zur Einweihung des Werks Düdelingen.

Liberty Steel will Thyssen-Stahl kaufen

Sanjeev Gupta, Oberhaupt der Gupta-Gruppe, der Liberty Steel gehört, besucht Ende 2019 Luxemburg zur Einweihung des Werks Düdelingen.
Foto: Alain Piron
Wirtschaft 16.10.2020

Liberty Steel will Thyssen-Stahl kaufen

Letztes Jahr übernahm Liberty Steel die Werke in Düdelingen und Lüttich von ArcelorMittal, jetzt soll die ganze Stahlsparte von ThyssenKrupp dran sein.

(dpa/MeM) - Der britische Stahlkonzern Liberty Steel, der unlängst in Luxemburg das Werk Düdelingen von ArcelorMittal übernahm, will die angeschlagene Stahl-Sparte von Thyssenkrupp übernehmen. Das Londoner Unternehmen legte am Freitag ein indikatives Angebot vor. Weitere Angaben über Details machte Liberty Steel zunächst nicht. 

Liberty Steel beschäftigt rund 30.000 Menschen und ist in zehn Ländern auf vier Kontinenten aktiv - neben Europa auch in Australien, den USA und China.


Smoke billows from the Ilva steel plant in Taranto, southern Italy, Wednesday, Nov. 28, 2012. A freak tornado has struck a steel plant in southern Italy that has been the center of a major dilemma for Premier Mario Monti's goverment. The Ilva plant in Taranto, Europe's largest steel plant, announced Monday it was closing, a blow to government efforts to keep its 12,000 employees working while managers address health concerns amid reports of an elevated incidence of cancer in the area. One worker was reported missing and some two dozen were injured when the tornado struck Wednesday. (AP Photo/Lapresse)
ArcelorMittal: Einigung zum Werk Ilva
Rücktritt vom Rücktritt: Stahlkonzern will das Werk im süditalienischen Tarent nun doch bis 2022 kaufen - Einigung mit italienischer Regierung über geänderten Kaufvertrag.

„Wir haben heute ein indikatives Angebot für einen Erwerb des Stahlgeschäfts erhalten“, hieß es von Thyssenkrupp. „Dieses Angebot schauen wir uns jetzt sorgfältig an. Gleichzeitig werden wir die Gespräche mit anderen potenziellen Partnern in gleicher Weise wie bisher konsequent fortsetzen. Unser Ziel ist es, das Stahlgeschäft nachhaltig zukunftsfähig zu machen. Es kommt für uns darauf an, dafür die beste Lösung zu finden.“

Der Hintergrund des Übernahmeangebots: Thyssenkrupp steckt in einer tiefen Krise. Das Traditionsunternehmen schreibt beim Stahl tiefrote Zahlen. Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres lief ein operativer Verlust von mehr als 700 Millionen Euro auf. Überkapazitäten auf den Stahlmärkten sowie ein Nachfrageeinbruch drücken aufs Geschäft. 

Der Luxemburger Roland Junck ist Verwaltungsratsvorsitzender für die britischen und kontinentaleuropäischen Aktivitäten der Liberty Steel Group.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Roland Junck: Grüne Stahlherstellung verwirklichen
Der einstige ArcelorMittal-Chef Roland Junck ist heute Europachef von Liberty Steel, inzwischen achtgrößter Stahlhersteller außerhalb Chinas. Im Interview erklärt der Luxemburger die Strategie von Liberty Steel, und warum er davon selbst überzeugt ist.
Roland Junck leitet jetzt Liberty Steel
Ein Luxemburger ist zuständig für das Europa-Geschäft der Liberty Steel Group, dem Produktionsbereich von GFG Alliance, die dem britischen Stahlbaron Sanjeev Gupta gehört.