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Letzshop.lu: Acht Monate nach dem Start sind 215 Luxemburger Geschäfte dabei
Wirtschaft 4 Min. 05.06.2019

Letzshop.lu: Acht Monate nach dem Start sind 215 Luxemburger Geschäfte dabei

Regionales im Aufwind: Die Onlineplattform Letzshop.lu zielt darauf ab, regionale Produkte im Internet besser zu vermarkten.

Letzshop.lu: Acht Monate nach dem Start sind 215 Luxemburger Geschäfte dabei

Regionales im Aufwind: Die Onlineplattform Letzshop.lu zielt darauf ab, regionale Produkte im Internet besser zu vermarkten.
Foto: Christian Aschman
Wirtschaft 4 Min. 05.06.2019

Letzshop.lu: Acht Monate nach dem Start sind 215 Luxemburger Geschäfte dabei

Mara BILO
Mara BILO
In der parlamentarischen Mittelstandskommission ist am Dienstag eine erste Bilanz von der Onlineplattform Letzshop.lu gezogen worden.

Ob Buchladen, Getränkehändler, Modeboutique oder Spielwarengeschäft – alle Einzelhändler sind täglich auf der Suche nach mehr Kundschaft. Ein Lockmittel, an dem heute fast niemand mehr vorbeikommt, ist das Internet. Und weil das vor allem kleine Betriebe immer wieder vor Probleme stellt, will die Onlineplattform Letzshop.lu dabei helfen. Acht Monate nach dem Start sind derzeit 215 Geschäfte auf der Plattform vertreten. In der parlamentarischen Mittelstandskommission am Dienstag ist nun eine erste Bilanz gezogen worden.

Insgesamt bieten die auf Letzshop.lu vertretenen Einzelhändler, allesamt in Luxemburg angesiedelt, zurzeit mehr als 300 000 Produkte zum Verkauf an. Und: Die Internetseiten der Plattform wurden zwischen dem 15. September 2018 und dem 22. Mai dieses Jahres von insgesamt 256 000 Besuchern mehr als 1,5 Millionen Mal aufgerufen. Anfang des Monats hat sich auch eine weitere Gemeinde dem Projekt Letzshop.lu angeschlossen. Neben Clerf, Diekirch, Differdingen, Düdelingen, Echternach, Esch/Alzette, Ettelbrück, Grevenmacher, Junglinster, Luxemburg, Mersch, Mertert, Petingen, Redingen, Remich und Wiltz beteiligt sich nun auch Bad Mondorf an den Betriebskosten der Plattform; damit ist die Zahl der teilnehmenden Gemeinden auf 17 gestiegen.


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In den ersten acht Monaten des Betriebs konnten gegenüber der Startphase mehr als 100 neue Geschäftsadressen aufgenommen werden, darauf weist Jerry Klein, Verwalter der Plattform, hin. Aber damit nicht genug: Laut Lex Delles (DP), Minister für Mittelstand, haben 55 weitere Geschäfte schon die für die Aufnahme auf der Onlineplattform notwendige Vereinbarung mit Letzshop.lu unterschrieben.

Insgesamt zeigt sich Klein „mit der Entwicklung des noch sehr jungen Marktplatzes mehr als zufrieden. Sowohl im Internetverkehr als auch bei der schwierigen Aufgabe, die Produkte des hiesigen Handels bestmöglich bei Google indexieren zu lassen, können unsere Bemühungen sich durchaus bereits sehen lassen.“ So auch die Präsidentin der parlamentarischen Mittelstandskommission, Joëlle Elvinger (DP): „Die bisherige Bilanz fällt sehr positiv aus. Die Digitalisierung erfasst immer mehr das tägliche Geschäft von Unternehmen; Letzshop.lu hilft, diese digitale Transformation zu bewältigen.“

Interesse im Ausland

Besonders zufriedenstellend ist für Jerry Klein die Tatsache, dass das Projekt Letzshop.lu auf großes Interesse im Ausland stößt. „Verschiedene Presseorgane und Städte haben sich schon über die Plattform kundig gemacht. Das ist ein gutes Zeichen.“ Selbst bei Kunden im benachbarten Ausland weckt das Projekt Interesse; bislang wurden bereits Bestellungen aus Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden entgegengenommen.

Verbesserungsbedarf sieht Félix Eischen (CSV) allerdings bei den mangelnden Kontrollmechanismen von den bei Letzshop.lu vertretenen Geschäften. „Besonders bei Lebensmittelhändlern ist das wichtig; wenn es da Probleme gibt, wird das ganze Projekt in ein schlechtes Licht gestellt.“ Auch das Marketing rund um die Onlineplattform könnte noch verbessert werden, so Minister Lex Delles. „Vor Weihnachten wird eine größere Marketingkampagne gestartet. An den derzeit zur Verfügung stehenden Klickzahlen lässt sich ablesen, dass die Internetseite Letzshop.lu besonders bei Gelegenheiten wie Weihnachten, Valentinstag und Muttertag aufgerufen wurde.“

Bücher, Getränke, Spielsachen

Die auf der Plattform am meisten verkauften Produkte sind Bücher, Getränke, Spielsachen und Feinkostartikel. Genaue Zahlen über die durch Letzshop.lu generierten Verkäufe sind allerdings nicht zu erfahren – weder von den Verwaltern der Plattform noch vom zuständigen Ministerium. Der Grund dafür: Für Delles, wie auch Klein, sind exakte Zahlen kein Maßstab für den Erfolg der Plattform.

„Es ist zu früh“, sagt der Minister für Mittelstand. „Die Plattform ist erst seit September aktiv.“ Bei Letzshop.lu gehe es auch vor allem darum, „die Onlinepräsenz von Kleinunternehmen zu stärken und zu fördern“, sagt Tess Burton (LSAP). Für Joëlle Elvinger gilt Ähnliches: „Einige Geschäfte sind noch dabei, ihre Produkte auf der Internetseite zu platzieren.“


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Jerry Klein bestätigt aber, dass „wir seit dem ersten Tag Verkäufe auf der Plattform generiert haben.“ Seitdem sei auch kein Tag vergangen, ohne, dass ein Verkauf stattgefunden habe, darauf weist der Verwalter der Plattform hin. „Ein Projekt wie dieses ist langfristig anzusetzen; es wird noch einige Jahre dauern, bis wir unsere Reisegeschwindigkeit und alle Ziele erreicht haben.“ Er rechnet mit fünf bis zehn Jahren: „Experten bei der ,Internet World‘-Messe in München, die vor Kurzem stattfand, haben geschätzt, dass solche Marktplätze diese Zeit brauchen, um sich in der Onlinehandel-Landschaft fest zu verankern.“

So ist für ihn viel wichtiger, dass viele teilnehmende Geschäfte dank der Plattform zusätzliche Kunden gewonnen haben. „Dabei handelt es sich um Kunden, die sich erst im Internet auf der Plattform über die Produkte kundig gemacht haben.“ Anders gesagt: Der sogenannte ROPO-Effekt („Research Online, Purchase Offline“, übersetzt „Recherche Online, Kauf Offline“) funktioniert seinen Angaben zufolge bei Letzshop.lu. „Wir können die unmittelbar in den Geschäften gemachten Käufe, die durch einen ersten Kontakt auf Letzshop.lu ausgelöst wurden, natürlich nicht erfassen; wir wissen aber, dass das sehr oft stattfindet.“

Doch ob alle Geschäfte den Enthusiasmus von Jerry Klein teilen, ist allerdings nicht sicher, denn: Wenn auch hinter vorgehaltener Hand, ist bei Nachfragen in teilnehmenden Läden zu hören, dass die Plattformpräsenz bislang nicht zu spürbar besseren Verkaufszahlen beigetragen hat. Auch Marc Goergen (die Piraten) findet es schwer, den Erfolg der Plattform einzuschätzen. „Die Klickzahlen sagen nichts darüber aus. Weder die Umsatz- noch die Verkaufszahlen sind bekannt.“

Aber für Jerry Klein geht das Projekt Letzshop.lu weit über eine einfache Onlineplattform hinaus. „Es geht auch darum, den Händlern zu zeigen, wie man im Internet Erfolg haben kann.“ So ist auch die individuelle Betreuung der einzelnen teilnehmenden Geschäfte eine seiner Hauptaufgaben: „Die meisten Händler haben noch keine eigene interaktive Website, die Google interessieren könnte und dementsprechend bei den ersten Suchergebnissen angezeigt werden würde. Das hat sich jetzt für sie geändert: Ihre Letzshop.lu-Seite wird viel besser präsentiert.