Lebensqualität

Was die Luxemburger wirklich glücklich macht

Luxemburg auf der Suche nach dem Glück...
Luxemburg auf der Suche nach dem Glück...
Foto: Pierre Matgé

(ndp) - In Luxemburg blieb die Lebensqualität im Zeitraum 2009-2015 nahezu konstant. Im Großen und Ganzen ähnelt der Verlauf des BIP des Wohlbefindens oder auch des "Luxemburger Well-being-Index" dem des klassischen BIP: War von 2010 bis 2012 ein Rückgang zu verzeichnen, stellt man seitdem eine kontinuierliche Steigerung fest.

"Der Anstieg verläuft allerdings viel langsamer als der des BIP", der seit Jahrzehnten als der wichtigste Gradmesser für wirtschaftliche Leistung und Wohlstand gilt. "Diese Kennzahl brauchte viel mehr Zeit, um ihren ursprünglichen Wert von 2009 wieder zu erreichen, während das BIP heute klar über diesem Stand liegt", sagte die Staatssekretärin für Wirtschaft Francine Closener bei der Vorstellung des neuen "Luxembourg Index of Wellbeing (LIW)." "Nach einem Tiefpunkt ist viel mehr Zeit erforderlich, bis die Menschen erneut ein erhöhtes Wohlbefinden spüren." 

"Einen anderen Blick"

Lebensqualität und Fortschritt werden meist anhand von Wirtschaftsdaten wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Was keinen Marktwert hat, bleibt dabei jedoch außen vor,  zum Beispiel viele Umweltschäden oder das subjektive Wohlbefinden der Menschen.

Mit dem neuen "Luxembourg Index of Well-being" soll es in Zukunft möglich sein, "einen neuen, anderen Blick auf die Entwicklung des Landes zu werfen", sagte die Staatssekretärin.

Der neue Luxemburger Wohlstandsindikator wurde vom "Conseil économique et social", sowie dem "Conseil superiéur du développement durable" ausgearbeitet. Er besteht aus 63 Unter-Indikatoren, "die das Wohlbefinden der Bevölkerung widerspiegeln". Der neue Maßstab berücksichtigt ökonomische, soziale sowie ökologische Aspekte, wie etwa die Arbeitsverhältnisse, die Sicherheit und die Qualität des Bildungswesens.

Verbesserungen im Bildungsbereich

Einige Bereiche zeigen deutliche Verbesserungen, wie etwa Umwelt (+ 13 Prozent), Einkommen und Vermögen (+ 10 Prozent), Bildung (+ 1,5 Prozent) und das soziale Umfeld  (+ 1,5 Prozent).

Die Verbesserungen im Bildungsbereich ergeben sich aus zwei gegensätzlichen Entwicklungen. "Während die Zahl der Hochschulabsolventen gestiegen ist, insbesondere bei Frauen, stieg die Quote der Schulabbrecher im Zeitraum 2009- 2015 um 8 Prozent".

In anderen Bereichen verzeichnet Luxemburg einen deutlichen Rückgang, wie etwa bei der Gesundheit (-10 Prozent), der persönlichen Sicherheit (- 10 Prozent), der Wohnung (-6 Prozent) und der Regierungsführung (-6 Prozent).

Der Anteil der Erwachsenen, die von einem guten bis sehr guten Gesundheitszustand berichten, ist 2009 von 74 Prozent auf 70,5 Prozent im Jahr 2015 zurückgefallen. Zudem sind 25,7 Prozent der Erwachsenen im täglichen Leben "durch gesundheitliche Probleme begrenzt". Im Jahr 2009 waren es lediglich 20 Prozent.