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LCGB: „ArcelorMittal will Dommeldingen schließen“
Wirtschaft 2 Min. 12.11.2020 Aus unserem online-Archiv

LCGB: „ArcelorMittal will Dommeldingen schließen“

ArcelorMittal hat in Luxemburg vier Produktionsstandorte und in Dommeldingen ein Atelier mit zusammen rund 3.900 Mitarbeiter.

LCGB: „ArcelorMittal will Dommeldingen schließen“

ArcelorMittal hat in Luxemburg vier Produktionsstandorte und in Dommeldingen ein Atelier mit zusammen rund 3.900 Mitarbeiter.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 2 Min. 12.11.2020 Aus unserem online-Archiv

LCGB: „ArcelorMittal will Dommeldingen schließen“

Marco MENG
Marco MENG
536 Stellen will der Stahlkonzern abbauen, laut LCGB wird auch über das Aus von Dommeldingen nachgedacht - die Gewerkschaften fordern Investitionen und ein Ende des Outsourcings. Eine weitere Stahl-Tripartite ist vereinbart.

Nach der ersten Tripartite am 6. Oktober 2020, bei der die Einsetzung von Arbeitsgruppen vereinbart wurde, saßen am Donnerstag wieder Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften an einem Tisch. Grund ist die Ankündigung von ArcelorMittal vom September, dass bis zu 570 Vollzeitarbeitsplätze in Verwaltung und Produktion an den verschiedenen Standorten des Landes abgebaut werden sollen. Das sind knapp 15 Prozent der Belegschaft. Die konkrete Zahl der Stellen, die abgebaut werden soll, wird nun mit 536 beziffert.

Welche Maßnahmen dazu wie genau genutzt werden – Vorruhestand, Neueinstufungseinheit, Kurzarbeit, Umschulungen – soll nun im Tripartite-Prozesses geklärt werden. Im anderen Falle müsste das Unternehmen auf einen Sozialplan und damit auf Entlassungen zurückgreifen.

LCGB: „Standort Dommeldingen soll geschlossen werden“

„Um den Stellenabbau flexibler zu gestalten, konnte die Arbeitsgruppe 308 Vorruhestandsregelungen ermitteln, von denen 237 Vorruhestandsanpassungen waren“, teilt der LCGB mit.

Der Umstrukturierungsplan von ArcelorMittal, so der LCGB, träfe auch den Standort Dommeldingen, wo der Stahlhersteller eine Werkstatt unterhält. Die Aktivitäten des Standorts Dommeldingen sollen mit der voraussichtlichen Schließung dann auf die anderen Produktionsstätten übertragen werden. 

„Das steht in völligem Widerspruch zu der ursprünglichen Ankündigung der Unternehmensleitung, die bestätigt hatte, dass sie keine Standortschließungen vornehmen würde“, moniert der LCGB. 

Es ist noch nichts beschlossen.

Wie Wirtschaftsminister Franz Fayot erklärt, ist auch dieser Diskussionspunkt noch nicht abgeschlossen. „Es ist noch nichts beschlossen“, so Fayot. Die verschiedenen Arbeitsgruppen, um den Stellenabbau sozialverträglich ohne Entlassungen zu vollziehen und zu konkreten Investitionen in die Standorte in Luxemburg würden nun bis zur nächsten Tripartite den Sozialpartnern  ihre Untersuchungsergebnisse  vorlegen. Laut ArcelorMittal wird in Bezug auf Dommeldingen lediglich darüber nachgedacht, einen Teil der dortigen Aktivitäten in die anderen Werke auszulagern.

Investitionen und Outsourcing 

Der OBGL fordert neben einer Beschäftigungsgarantie die „Einführung einer Investitionspolitik durch die Aufstellung und Umsetzung eines Industrieplans“ sowie eine „Verpflichtungserklärung zu einer zukunftsorientierten Industriepolitik“. 

Was den Investitionsplan anbelange, so sieht er bislang ein Volumen maximal 200 Millionen Euro und mindestens 150 Millionen Euro über fünf Jahre vor, wobei ein ausschließlich der technologischen Entwicklung gewidmeter Teil die Aufrechterhaltung der Produktionsstätten ermöglicht. 

Für die Zukunft der Standorte Belval, Differdingen, Rodingen und Bissen seien diese Investitionen von entscheidender Bedeutung, so die Gewerkschaften.


Stahlwerk von Arcelor-Mittal in Differdingen
ArcelorMittal will 570 Stellen in Luxemburg streichen
Der Stahlkonzern will rund 14 Prozent seiner 3.900 Beschäftigten im Großherzogtum abbauen. Das geht aus einem Presseschreiben hervor.

Besonders stoßen sich die Personalvertreter an der Outsourcing-Politik des Unternehmens, indem Stellen aus Luxemburg an Subunternehmen oder ins Ausland verlagert würden. Dazu gab es am Donnerstag keine Einigung. „Die Diskussionen über Investitionen und Outsourcing gehen weiter“, erklärte Stefano Araujo, als Zentralsekretär beim OGBL zuständig für den Stahlsektor, nach dem Dreiergespräch. 

„Wir sind noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem ein Abkommen zum Abschluss gebracht wird.“ Sobald die Arbeitsgruppen, die sich mit den jeweiligen Dossiers befassen, ihren Katalog an Vorschlägen erarbeitet haben, trifft man sich wieder. Das Datum steht noch nicht fest. „Sicherlich noch dieses Jahr“, so Wirtschaftsminister Fayot.

Neben der Hauptverwaltung in der Hauptstadt hat ArcelorMittal in Luxemburg fünf Produktionsstätten an den Standorten Belval, Differdingen, Rodange, Bissen und Dommeldingen und beschäftigt hier rund 3.900 Mitarbeiter. 

Der Stahlkonzern hat im dritten Quartal wieder bessere Geschäfte verzeichnet, doch die Nachfrage liegt weiter unter dem normalen Niveau. Unter dem Strich verzeichnete der Stahlkonzern einen Verlust von 261 Millionen Dollar (rund 221 Millionen Euro), verglichen mit einem Minus von 539 Millionen Dollar im Vorjahr. 

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