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Laut OGBL: Sozialplan bei RTL Group gescheitert
Wirtschaft 30.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Laut OGBL: Sozialplan bei RTL Group gescheitert

Laut OGBL: Sozialplan bei RTL Group gescheitert

Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 30.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Laut OGBL: Sozialplan bei RTL Group gescheitert

Die Arbeitgeberseite habe den Verhandlungstisch verlassen, so die Gewerkschaft. Als nächstes wäre das Schlichtungsamt am Zug.

Die Verhandlungen über einen Sozialplan bei der RTL Group sind gescheitert. Das erklärt die Gewerkschaft OGBL als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in einer Pressemitteilung am Mittwochmittag. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe das Management der RTL Group nach acht Verhandlungsrunden den Verhandlungstisch vor Ablauf der gesetzlichen Frist verlassen. 


Wenn die RTL Group geht
Der neue Konzessionsvertrag regelt die Finanzierung von RTL Télé Lëtzebuerg nur für drei Jahre - für die Zeit danach muss neu verhandelt werden oder ein neuer öffentlich-rechtlicher Fernsehsender wird installiert.

In den kommenden Tagen müssen nun die Personalvertreter und das Management das Nationale Schlichtungsamt anrufen. Einen "schlechten Sozialplan" werde man nicht unterzeichnen, so die OGBL. 

Die RTL Group hatte Ende August einen Restrukturierungsplan bekannt gegeben, nach dem in der Konzernzentrale der RTL Group s.a. in Luxemburg die Zahl der Arbeitsplätze von 112 Arbeitsplätzen auf 18 reduziert werden solle. Ein Teil der Arbeitsplätze soll nach Köln in Deutschland verlegt werden.

Die Gewerkschaften forderten nun unter anderem Entschädigungen, die dem Rekordgewinn des ersten Halbjahres 2019 mit 443 Millionen Euro "Rechnung tragen müssten", so der OGBL.

Die RTL Group selbst teilte gestern mit, sie habe die Mitarbeiter über die nächsten Schritte im Prozess informiert sowie den aktuellen Vorschlag des Unternehmens für einen Sozialplan präsentiert. "Wir betrachten diesen Vorschlag als sehr fair", hieß es von der Firmendirektion.

Konzessionsvertrag noch nicht ausverhandelt

In einem Abkommen vom März 2017 zum neuen RTL-Konzessionsvertrag zwischen Luxemburger Regierung, RTL Group, CLT-UFA und Bertelsmann wird unter anderem die Verankerung der Konzernzentrale der RTL Gruppe in Luxemburg geregelt. Ab dem Jahr 2021 wird der Staat die RTL-Tochter "RTL Télé Lëtzebuerg" mit einem maximalen Betrag von zehn Millionen Euro pro Jahr bezuschussen.

Im Koalitionsvertrag von 2018 ließ die Regierung aber wissen, dass im Rahmen einer parlamentarischen Debatte geprüft werden solle, ob der Konzessionsvertrag mit CLT-UFA "angepasst" oder ein "öffentlich-rechtlicher Fernsehsender geschaffen werden sollte". "Für die Zeit nach 2023 soll bis spätestens Ende 2021 eine neue Vereinbarung mit der Luxemburger Regierung getroffen werden", heißt es vonseiten der RTL Group.


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