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Landesbank Berlin schließt Luxemburger Tochter
Wirtschaft 2 Min. 31.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Landesbank Berlin schließt Luxemburger Tochter

Eine weitere deutsche Landesbank macht ihre Luxemburger Tochter dicht: die LBB International.

Landesbank Berlin schließt Luxemburger Tochter

Eine weitere deutsche Landesbank macht ihre Luxemburger Tochter dicht: die LBB International.
Foto: Marc Wilwert
Wirtschaft 2 Min. 31.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Landesbank Berlin schließt Luxemburger Tochter

Die Landesbank Berlin zieht sich bis 2014 schrittweise aus dem Ausland zurück. Davon betroffen sind die Standorte in London sowie der Finanzplatz Luxemburg.

Von Andreas Holpert

Die Landesbank Berlin (LBB) zieht sich bis 2014 schrittweise aus dem Ausland zurück. Davon betroffen sind die Standorte in London, wo die LBB mit einer Niederlassung vertreten ist, sowie der Finanzplatz Luxemburg. Hier hat die deutsche Landesbank ebenfalls eine Niederlassung und mit der Landesbank Berlin International zusätzlich auch eine Tochter. Eine Sprecherin der LBB bestätigte die Rückzugpläne. Als Grund nannte sie eine “Konzentration auf das kundengetriebene Geschäft”. Seit dem Verlauf der Privatkundenaktivitäten 2009 an die LBBW beschränkt sich das Geschäft der Landesbank Berlin International auf das Kapitalmarktgeschäft. Insgesamt sind am Standort Luxemburg 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Nachricht kommt nicht überraschend. Mit Ausbruch der Finanzkrise 2008 sind die deutschen Landesbanken in schwere Turbulenzen geraten und mussten mit zum Teil milliardenschweren staatlichen Finanzspritzen vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Prominentestes Opfer ist die WestLB, einst Deutschlands größte Landesbank, die jetzt zerschlagen und aufgelöst wird. Die staatlichen Hilfen wurden von der EU-Kommission mit harten Auflagen genehmigt. Demnach sollen sich die Landesbanken auf ihren Heimatmarkt konzentrieren und Geschäftsaktivitäten im Ausland abbauen. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen in Luxemburg.

Was geschieht mit der LB Lux?

Erstes “Opfer” hierzulande war die WestLB International, die zum 1. Januar von der DekaBank Luxembourg übernommen und in VM Bank umbenannt worden ist. Die LBBW Luxembourg, Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, wurde zerschlagen: das Privatkundengeschäft kaufte ebenfalls die DekaBank Luxembourg, die Fondstochter LRI Invest übernahm ein Private Equity Fonds. Filetiert wurde auch die HSH Nordbank Securities. Die Private Banking-Aktivitäten sicherte sich die Banque de Luxembourg.

Ungewiss ist die Zukunft der Banque LB Lux. Die Tochter der schwer angeschlagenen BayernLB, zweitgrößte deutsche Landesbank, ist abhängig von der Entscheidung im Beihilfeverfahren der EU-Kommission. Die BayernLB wartet seit drei Jahren auf ein Urteil aus Brüssel und hat der Behörde erst vor wenigen Wochen einen weiteren Restrukturierungsplan vorgelegt, dessen Details allerdings noch unbekannt sind. Für die Luxemburger Tochter, die in drei Einheiten insgesamt 160 Mitarbeiter beschäftigt, reichen die Optionen vom Verbleib im Konzern bis hin zum Verkauf.

Einen ausführlichen Hintergrund zur Situation der deutschen Landesbanken-Töchter in Luxemburg können Sie in der Freitagsausgabe des „Luxemburger Wort“ nachlesen.