Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ladestationen: Shell steigt in die Elektromobilität ein
Zum Kaufpreis wollte Shell sich nicht äußern.

Ladestationen: Shell steigt in die Elektromobilität ein

Foto: Gerry Huberty
Zum Kaufpreis wollte Shell sich nicht äußern.
Wirtschaft 12.10.2017

Ladestationen: Shell steigt in die Elektromobilität ein

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Bislang hielten sich die großen Ölkonzerne beim Aufbau der Infrastruktur für E-Fahrzeuge zurück. Shell unternimmt nun einen ersten größeren Aufschlag, um Autos auch mit Strom zu versorgen.

(dpa) - Shell will künftig nicht nur Benzin und Diesel verkaufen, sondern auch Strom für Elektroautos. Man habe mit der niederländischen Firma NewMotion einen der großen Anbieter von Ladestationen in Europa übernommen, teilte der Ölkonzern am Donnerstag in London und Den Haag mit. Der Kaufpreis sei vertraulich.

Das Unternehmen NewMotion mit Sitz in Amsterdam bietet mehr als 30 000 Ladestationen für Zuhause oder in Unternehmen an - außerdem Zugang zu über 50 000 öffentlichen Ladesäulen in 25 Ländern. Rund 100 000 Kunden besitzen eine Kundenkarte von NewMotion, mit der sie die Dienstleistungen des Unternehmens nutzen können. Bislang können auch schon die Firmenkunden von Shell und Total auf die Ladeinfrastruktur von NewMotion im Rahmen einer Kooperation zugreifen.

Unterschiedliche Logistik

Öl- und Gaskonzerne wie Shell, ExxonMobil, Total und Aral/BP haben bislang nur zögerlich in den Aufbau der Infrastruktur für Elektroautos investiert, weil es sich für sie wirtschaftlich nicht lohnte.

Das liegt auch daran, dass die Logistik eine ganz andere ist. Benzin-Tankstellen sind auf einen hohen Durchsatz und viele Kunden ausgelegt. E-Autos werden dagegen über Nacht zu Hause, tagsüber auf dem Firmenparkplatz oder zum Beispiel in Hotels, Supermärkten und Parkhäusern aufgeladen. Selbst der kürzeste Ladevorgang an einer Schnellladesäule dauert derzeit noch eine halbe Stunde.

Da Strom - im Gegensatz zu Benzin und Diesel - im Prinzip an jedem Ort verfügbar ist, wird sich die Infrastruktur für Elektroautos voraussichtlich unabhängig vom bestehenden Tankstellennetz entwickeln. Bislang engagieren sich auf diesem Gebiet vor allem Energiekonzerne wie Innogy und EnBW sowie die Autohersteller selbst, die ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau eines öffentlichen Ladesäulen-Netzes entlang der Hauptverkehrsachsen gegründet haben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Elektromobilität: Unter Strom
Seit Jahren wird der Durchbruch prophezeit, doch noch immer fristen Elektroautos ein Nischendasein – auch in Luxemburg. Für wen lohnt sich der Kauf eines Stromers? Wie entwickelt sich die Elektromobilität hierzulande?
Elektroautos: Tesla startet Produktion des Model3
Mit dem Model3 will Tesla in den Massenmarkt vorstoßen. Der 35.000 Dollar teure Elektrowagen geht am Freitag in die Serienproduktion. Die rund 400.000 Bestellungen abzuarbeiten wird aber einige Zeit dauern.
Das Model 3 mit einem US-Preis ab 35.000 Dollar soll Tesla und die Elektromobilität stärker auf den Massenmarkt bringen.