Ladestationen

Shell steigt in die Elektromobilität ein

Zum Kaufpreis wollte Shell sich nicht äußern.
Zum Kaufpreis wollte Shell sich nicht äußern.
Foto: Gerry Huberty

(dpa) - Shell will künftig nicht nur Benzin und Diesel verkaufen, sondern auch Strom für Elektroautos. Man habe mit der niederländischen Firma NewMotion einen der großen Anbieter von Ladestationen in Europa übernommen, teilte der Ölkonzern am Donnerstag in London und Den Haag mit. Der Kaufpreis sei vertraulich.

Das Unternehmen NewMotion mit Sitz in Amsterdam bietet mehr als 30 000 Ladestationen für Zuhause oder in Unternehmen an - außerdem Zugang zu über 50 000 öffentlichen Ladesäulen in 25 Ländern. Rund 100 000 Kunden besitzen eine Kundenkarte von NewMotion, mit der sie die Dienstleistungen des Unternehmens nutzen können. Bislang können auch schon die Firmenkunden von Shell und Total auf die Ladeinfrastruktur von NewMotion im Rahmen einer Kooperation zugreifen.

Unterschiedliche Logistik

Öl- und Gaskonzerne wie Shell, ExxonMobil, Total und Aral/BP haben bislang nur zögerlich in den Aufbau der Infrastruktur für Elektroautos investiert, weil es sich für sie wirtschaftlich nicht lohnte.

Das liegt auch daran, dass die Logistik eine ganz andere ist. Benzin-Tankstellen sind auf einen hohen Durchsatz und viele Kunden ausgelegt. E-Autos werden dagegen über Nacht zu Hause, tagsüber auf dem Firmenparkplatz oder zum Beispiel in Hotels, Supermärkten und Parkhäusern aufgeladen. Selbst der kürzeste Ladevorgang an einer Schnellladesäule dauert derzeit noch eine halbe Stunde.

Da Strom - im Gegensatz zu Benzin und Diesel - im Prinzip an jedem Ort verfügbar ist, wird sich die Infrastruktur für Elektroautos voraussichtlich unabhängig vom bestehenden Tankstellennetz entwickeln. Bislang engagieren sich auf diesem Gebiet vor allem Energiekonzerne wie Innogy und EnBW sowie die Autohersteller selbst, die ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau eines öffentlichen Ladesäulen-Netzes entlang der Hauptverkehrsachsen gegründet haben.