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VW wird fünf Millionen Fahrzeuge zurückrufen
Wirtschaft 2 Min. 29.09.2015 Aus unserem online-Archiv
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VW wird fünf Millionen Fahrzeuge zurückrufen

Volkswagen wird seine Kunden in den kommenden Wochen informieren.
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AFP
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VW wird fünf Millionen Fahrzeuge zurückrufen

Der VW-Konzern arbeitet im Abgas-Skandal an einem Aktionsplan. Betroffene Kunden sollen demnächst darüber informiert werden, dass ihr Diesel-Fahrzeug zur Nachbesserung in die Werkstatt muss.

(dpa) - Im Abgas-Skandal hat VW einen Aktionsplan zur Nachbesserung von Dieselwagen mit manipulierter Software vorgestellt und will fünf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen.

Die Wagen gehören zur Marke Volkswagen. Die betroffenen VW-Kunden sollen demnächst per Post informiert werden, wenn ihre Diesel-Fahrzeuge nachgebessert werden müssen. VW sprach von „Servicemaßnahmen“. Weitere Einzelheiten nannte der Konzern am Dienstag aber noch nicht.

VW hatte bereits am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass von der Konzern-Kernmarke VW fünf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Ebenfalls bereits bekannt ist, dass es insgesamt um elf Millionen Fahrzeuge geht.

Volkswagen und die weiteren betroffenen Marken des Konzerns wollen den zuständigen Behörden im Oktober die technischen Lösungen vorstellen. Die betroffenen Autos bestimmter Baujahre und Modelle - darunter der Golf sechs, der Passat der siebten Generation oder die erste Generation des Volkswagen Tiguan - sind mit Dieselmotoren des Typs EA 189 ausgestattet. Dass diese Modelle den Motor enthalten, hatte VW bereits am vergangenen Freitag bekanntgegeben. Der Autokonzern hatte mit einer Software Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen in den USA manipuliert.

Rückstellungen reichen nicht aus

Die bisherigen finanziellen Rückstellungen wegen des Abgas-Skandals dürften einem Bericht zufolge nicht für die Lösung aller Probleme ausreichen. Dies geht aus einer Antwort von Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch auf entsprechende Fragen bei einer Manager-Versammlung hervor, wie das Fachblatt „Automobilwoche“ (Dienstag) schreibt.

Die veranschlagten 6,5 Milliarden Euro sind demnach vor allem für technologische Lösungen und Service-Leistungen vorgesehen. Möglicher Schadenersatz, Anwaltshonorare und andere Kosten kämen obendrauf. Ein VW-Sprecher verwies auf die Gewinnwarnung aus der vergangenen Woche fürs dritte Geschäftsquartal, wonach der angenommene Betrag für Serviceleistungen „Einschätzungsrisiken“ unterliege und auch bereits klar nur den Serviceleistungen zugeordnet worden sei.

Erneutes Krisentreffen am Mittwoch

Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller versprach eine „schonungslose und konsequente Aufklärung“. Volkswagen werde in den nächsten Tagen betroffene Kunden darüber informieren, dass das Abgasverhalten ihres Fahrzeugs in Kürze nachgebessert werden müsse, sagte Müller laut Mitteilung am Montagabend. VW stehe vor der „größten Bewährungsprobe“ in der Unternehmensgeschichte.

VW-Markenchef Herbert Diess bei seiner Ankunft in Brüssel.
VW-Markenchef Herbert Diess bei seiner Ankunft in Brüssel.
REUTERS

Müller ist Nachfolger von Martin Winterkorn, der im Zuge des Skandals seinen Posten räumen musste. VW-Markenchef Herbert Diess wollte am Dienstagabend in Brüssel EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska über den Abgas-Skandal informieren. Der Konzern hat die US-Kanzlei Jones Day angeheuert, um eine unabhängige Untersuchung durchzuführen.

Am Mittwochnachmittag steht nach dpa-Informationen erneut ein Krisentreffen des Aufsichtsrats-Präsidiums von VW an. Zum innersten Machtzirkel zählen Aufsichtsratschef Berthold Huber, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Aufsichtsrat Wolfgang Porsche, Betriebsratschef Bernd Osterloh und dessen Stellvertreter Stephan Wolf. Dem Gremium soll nach internen Ermittlungen ein erster Zwischenbericht vorgelegt werden. Demnach fiel die Entscheidung zum Einbau der manipulierten Software bereits in den Jahren 2005 und 2006, und zwar in der Motorenentwicklung in der VW-Zentrale.

Mehr zum Thema:

- Einsatz rechtswidriger Software war bei VW lange bekannt

- Weltweit 2,1 Millionen Audi betroffen


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