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Krise des Handwerks schlimmer als erwartet
Wirtschaft 2 Min. 27.10.2020

Krise des Handwerks schlimmer als erwartet

Das Handwerk leidet nach wie vor unter der Krise.

Krise des Handwerks schlimmer als erwartet

Das Handwerk leidet nach wie vor unter der Krise.
Foto: GUY WOLFF
Wirtschaft 2 Min. 27.10.2020

Krise des Handwerks schlimmer als erwartet

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Die Handwerkskammer hat am Dienstag eine Studie zur Situation des Handwerks in der Corona-Krise veröffentlicht.

Die Handwerkskammer hat am Dienstag eine Studie zur Situation des Handwerks in der Corona-Krise veröffentlicht. Demnach sind Teile der Betriebe nach wie vor schwer von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Nachdem der Aktivitätsindikator für den Sektor bereits im zweiten Quartal um 24 Punkte gefallen war, fiel er im dritten Quartal erneut um acht Punkte. Diese Entwicklung sei noch schlimmer als von den Geschäftsführern in einer Umfrage im Juni prognostiziert worden war, so der Bericht. 

Mit einem Stand von -23,5 nähert sich der Aktivitätsindikator seinem niedrigsten Stand zu Zeiten  der Finanzkrise 2008 (-27,5). Die Ergebnisse zeigten auch, dass das endgültige Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt sei, schreibt die Handwerkskammer. Für den Rest des Jahres erwarten die Geschäftsführer einen weiteren einen Rückgang der Aktivität um drei Punkte. 

Dennoch gibt es Licht am Ende des Tunnels: Der Prozentsatz der Geschäftsführer, die angeben, dass ihr Geschäft im Vergleich zum Vorquartal gewachsen ist, steigt wieder an. Während in der Juni-Umfrage nur fünf Prozent der Unternehmen einen Anstieg der Aktivität verzeichneten, lag diese Quote bereits im September bei 18 Prozent. Im Gegensatz dazu gaben 37 Prozent der Unternehmen einen Rückgang der Aktivität an.

Unterschiede zwischen den Handwerksbereichen

Der Bericht hält auch fest, dass die verschiedenen Bereiche des Handwerks sehr unterschiedlich von der Krise betroffen sind. So gehen die Autoren davon aus, dass die Aktivitäten im Bereich “Alimentation” im dritten und vierten Quartal am stärksten abnehmen. Caterer und Restaurants leiden unter abgesagten Veranstaltungen und dem Ausbleiben von Besuchern infolge des weit verbreiteten Homeoffice. Gleichzeitig entstünden den Betrieben höhere Kosten, weil sie die Vorgaben zum Gesundheitsschutz einhalten müssen.


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Im Vergleich dazu zeigt sich beispielsweise die Baubranche gut erholt. Nach dem dramatischen Rückgang von im Frühjahr infolge der Baustellenschließungen haben sich die Aktivitäten hier stabilisiert. Im dritten Quartal gehen die Aktivitäten hier um 8 Punkte zurück und für das Jahresende wird nur noch mit einem Rückgang von einem Punkt gerechnet. Die meisten Projekte in diesem Bereich seien nicht storniert, sondern nur verzögert worden. Aber auch die Bauwirtschaft klagt über höhere Kosten durch die Schutzmaßnahmen. Der Produktivitätsverlust wird im Bericht mit  etwa zehn Prozent angegeben.

Während die Autoren die Aktivitäten im Bereich “Mécanique” für das verbleibende Semester stabil sehen, sagen sie den Handwerksbetrieben in den Bereichen “Kommunikation”, und “Mode, Hygiene und Gesundheit” einen schweren Winter voraus. Die Aktivitäten in diesen Sektoren gehen demnach im letzten Quartal nochmals um 18 beziehungsweise zehn Punkte zurück. 

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