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Kreislaufwirtschaft: Regierung stellt nationale Strategie vor
Wirtschaft 3 Min. 08.02.2021

Kreislaufwirtschaft: Regierung stellt nationale Strategie vor

Papierabfälle in einer Recyclinganlage. Mit der Strategie zur Kreislaufwirtschaft soll die luxemburgische Wirtschaft nachhaltiger und klimaneutral umgebaut werden.

Kreislaufwirtschaft: Regierung stellt nationale Strategie vor

Papierabfälle in einer Recyclinganlage. Mit der Strategie zur Kreislaufwirtschaft soll die luxemburgische Wirtschaft nachhaltiger und klimaneutral umgebaut werden.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 3 Min. 08.02.2021

Kreislaufwirtschaft: Regierung stellt nationale Strategie vor

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Das Wirtschaftsministerium plädiert auch in der Corona-Krise für mehr Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft.

Das Wirtschaftsministerium weiß, welches Potenzial die Kreislaufwirtschaft birgt und unterstützt daher seit 2014 öffentliche und private Investoren auf ihrem Weg dorthin. „Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, das wie kein anderes auf Nachhaltigkeit setzt und neue Geschäftsmodelle braucht“, sagt Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) am Montag bei der Vorstellung der nationalen Strategie. 

In einer Kreislaufwirtschaft werden Produkte und Rohstoffe möglichst lange genutzt, damit ihr Wert erhalten bleibt. Das spart Wasser und andere Ressourcen. Nach ihrer Benutzung werden die Produkte wiederverwertet, und der Kreislauf beginnt von vorn. Die Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft entlastet nicht nur die Umwelt, auch die Wirtschaft kann davon profitieren: durch Innovation, Wachstum und Jobs. „Bei diesem Wirtschaftsmodell spielen die ökologischen Aspekte eine dominante Rolle und daher haben wir 2014 in der Kreislaufwirtschaft ein nationales Standbein in der ökologischer Entwicklung des Landes gesehen“, so Fayot. 

Fanz Fayot, Carole Dieschbourg und Claude Turmes (v.l.n.r.) stellten am Montag die Strategie vor.
Fanz Fayot, Carole Dieschbourg und Claude Turmes (v.l.n.r.) stellten am Montag die Strategie vor.
Foto: Anouk Antony

2016 wurde die Kreislaufwirtschaft als Horizontalthema in den sogenannten Rifkin-Prozess integriert. Seitdem sind mehrere Projekte und Partnerschaften mit der Wirtschaft entstanden. „Nachdem sich die Gemeinde Wiltz als Hotspot der Kreislaufwirtschaft positioniert hat, haben wir diese Initiative begrüßt und unterstützt“, erläutert Fayot weiter. 

In den vergangenen Jahren seien auch verschiedene Maßnahmen umgesetzt worden, um die Unternehmen in ihren Bemühungen in Richtung Nachhaltigkeit zu unterstützen. Zusammen mit Luxinnovation übernimmt das Wirtschaftsministerium etwa im Rahmen des Programms „Fit 4 Circularity“ 50 Prozent der Beratungskosten der Unternehmen. Auch das Cleantech-Cluster von Luxinnovation betreibt bereits verschiedene Projekten im Bereich Recycling von Bauelementen und Beton. „Auch das Woodcluster hat Projekte gestartet rund um eine mehr regionale und zirkuläre Nutzung von Holz“, so Fayot. 

Zusammen mit dem Finanzministerium verfolge man nun das Ziel, „aus Luxemburg ein businessorientiertes Service-Center für Kreislaufwirtschaft in Europa machen“. Die Luxemburger Finanzindustrie könne nämlich in diesem Bereich „eine wichtige Rolle spielen“, so Fayot.

„Vorreiter in Europa“ 

So habe die gegenwärtige Corona-Krise das Engagement der Regierung in Sachen Kreislaufwirtschaft nicht gebremst – im Gegenteil. Im „Neistart“-Programm der Regierung sei zum Beispiel eine neue Finanzhilfe für Betriebe vorgesehen. So könnten etwa Unternehmen, die ein Element der Kreislaufwirtschaft in ein Projekt einbringen, noch zusätzliche Finanzhilfen bekommen. „Da sind wir Vorreiter in Europa“, sagt Fayot. 

Mit einer neuen Strategie sollen nun die Bemühungen aus den vergangenen Jahren „besser strukturiert“ werden. Unter anderem sollen die privaten und öffentlichen Akteure durch eine optimierte „Gouvernance“ „wirksamer eingebunden werden“. Auch die einzelnen Ministerien sollen in Sachen Kreislaufwirtschaft besser zusammenarbeiten können; das gilt etwa für die Ressorts Wirtschaft, Finanzen, Umwelt und Energie. 


Wirtschaft, Politik, Partei, Fanz Fayot, LSAP, Wirtschaftsminister Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
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Für Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) steht fest: „Die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft ist eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg unserer nationalen strategischen Bemühungen, sei es im Kampf gegen die Klimakrise, beim Ressourcenschutz oder bei der nachhaltigen Finanzierung.“ Auch laut Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng) soll die nationale Strategie dazu beitragen, die Gesellschaft nachhaltiger zu machen. „Indem wir unsere gesamte Wirtschaft von A bis Z neu denken“, könne das gelingen. 

Methoden und Instrumente

Mit der Strategie zur Kreislaufwirtschaft, die am Montag vorgestellt wurde, soll die luxemburgische Wirtschaft nachhaltiger und klimaneutral umgebaut werden. Die Strategie besteht aus drei Hauptelementen. Zum einen sollen Methoden und Instrumente zur Stimulierung von Innovation identifiziert werden, etwa in den Bereichen „Regulierung und Standards“, „finanzielle Hilfen“, „Wissensmanagement“ mit den Schwerpunkten Bildung, Ausbildung und öffentliche Forschung, sowie auch in der Digitalisierung und im Datenmanagement. 

Zum anderen soll eine „Methodik zur Aktivierung von Prozessen und Instrumenten in einer Reihe von wirtschaftlichen Schlüsselsektoren vorgestellt werden“. Das soll durch konkrete Projekte von öffentlichen und privaten Akteuren erfolgen. 


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Schließlich sieht die nationale Strategie einen Mechanismus und Kommunikationsmittel vor, um eine reibungslose Abstimmung zwischen den einzelnen Ministerien zu gewähren. 

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