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Kreislaufwirtschaft: Das „bessere“ Recycling
Wirtschaft 2 Min. 08.07.2015

Kreislaufwirtschaft: Das „bessere“ Recycling

Im Vergleich zur linearen Wirtschaft hat die Kreislaufwirtschaft zahlreiche Vorteile. So ist man in der Lage die begrenzte Anzahl an Ressourcen kontinuierlich weiterzubenutzen.

Kreislaufwirtschaft: Das „bessere“ Recycling

Im Vergleich zur linearen Wirtschaft hat die Kreislaufwirtschaft zahlreiche Vorteile. So ist man in der Lage die begrenzte Anzahl an Ressourcen kontinuierlich weiterzubenutzen.
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Wirtschaft 2 Min. 08.07.2015

Kreislaufwirtschaft: Das „bessere“ Recycling

Der EcoInnovation Cluster lud am Mittwoch zu einer Konferenz ein, um Unternehmen über die Kreislaufwirtschaft zu informieren. Dank dieser sei es möglich, Rohstoffe nahezu unendlich lange weiterzubenutzen.

(kw) - „Das Ziel ist es nicht, weniger zu schaden, sondern mehr Gutes zu tun.“ Mit diesen Worten erklärt Romain Poulles, Präsident des „Luxembourg EcoInnovation Cluster“ den Kerngedanken der Kreislaufwirtschaft am Dienstag während einer Konferenz, die Unternehmen über das Prinzip informieren sollte.

Im Gegensatz zur linearen Wirtschaft versucht man bei einer Kreislaufwirtschaft Rohstoffe möglichst lange wiederzuverwerten. Nach dem Lebenszyklus eines Produkts landet es nicht auf dem Müll, sondern wird entweder neu aufbereitet, um wieder als Ursprungsprodukt auf dem Markt zu landen oder das Produkt wird in seine Einzelteile zerlegt und jede Komponente wird anderweitig weiter benutzt.

Dies bedeutet jedoch gleichzeitig, dass das Produkt im Besitz der Firma, beziehungsweise am Ende des Lebenszyklus an diese zurück gelangen muss.

Ein Vorschlag des Wirtschaftsministeriums, ist der Verkauf eines Dienstes statt eines Produkts. Verleiht man beispielsweise ein Auto, statt es zu verkaufen, erreicht es nach Ablauf der Vermietung wieder den Verkäufer, der das Auto entweder weiterverleiht oder verschiedene Einzelteile weiter benutzt. Dieses Prinzip könne man auch für andere Produkte einsetzen.

Eine Kreislaufwirtschaft sei aber kein Recycling, erklärt Christian Tock des Wirtschaftsministeriums. „Es geht nicht darum zu recyceln und dann ein minderwertigeres Produkt zu erhalten, womit Recycling gerne verglichen wird.“

Die Ziele

Im Vergleich zur linearen Wirtschaft hat die Kreislaufwirtschaft zahlreiche Vorteile. So ist man in der Lage die begrenzte Anzahl an Ressourcen kontinuierlich weiterzubenutzen.

Hat man zudem ein Inventar an Rohstoffen, das sich selbst erneuert, spart man Geld, das man in Personalkosten investieren und somit Arbeitsplätze schaffen kann. So zeigt eine Studie, die kürzlich von Wirtschafts- und Umweltministerium vorgestellt wurde, dass in Luxemburg in den nächsten drei Jahren rund 2.200 neue Arbeitsplätze geschaffen und jährlich zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Euro an Materialkosten eingespart werden könnten, würde man sich stärker auf eine Kreislaufwirtschaft konzentrieren.

Erste Firmen

Es gibt aber bereits Beispiele von Firmen, welche von diesem Wirtschaftsmodell profitieren. So nutzt ArcelorMittal für ihr „Protea“ Baukastensystem Stahl, welcher wiederum zu 100 Prozent wiederverwertbar ist. Ein weiteres Beispiel ist der in Luxemburg ansässige Bodenbelaghersteller „Tarkett“. So erklärt Myriam Tryjefaczka, Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung, dass Tarkett 2014 rund 15.000 Tonnen an Materialen eingesammelt habe, welches die Firma weiterbenutzt. Dies werde durch mehrere Zusammenarbeiten zwischen dem Unternehmen und Partnern, wie Wallmart und Desso ermöglicht, welche Materialen und Produkte sammeln und an den Bodenbelaghersteller zurückgeben.

Auch Luxinnovation spielt eine wichtige Rolle. So arbeitet die Agentur derzeit an einem Programm namens „Fit for Circularity“, welches innovative Projekte unterstützen soll.

Doch nun gilt es die Mehrheit zu informieren. Mit dem gestrigen Ereignis sind die ersten Schritte getan, es steht jedoch noch Arbeit bevor. Denn eines ist laut Marcel Klesen von Luxinnovation sicher: „Es gibt keinen Plan B. Und es gibt keinen Planeten B.“ 


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