Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Konzerne entdecken das Geschäft mit dem "Pride Month"
Wirtschaft 1 3 Min. 03.06.2021

Konzerne entdecken das Geschäft mit dem "Pride Month"

Die erste Pride-Kollektion von Lego.

Konzerne entdecken das Geschäft mit dem "Pride Month"

Die erste Pride-Kollektion von Lego.
Foto: The LEGO Group
Wirtschaft 1 3 Min. 03.06.2021

Konzerne entdecken das Geschäft mit dem "Pride Month"

Tammy SCHMIT
Tammy SCHMIT
Anlässlich der Pride-Saison tünchen sich viele Firmen in Regenbogenfarben. Nicht immer steckt echtes Engagement für LGBT-Anliegen dahinter.

Für viele Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle ist der sogenannte Pride Month der Höhepunkt des Jahres. Mit verschiedenen Aktionen wirbt die LGBTQIA+ Community auch diesen Juni verstärkt für mehr Toleranz und Diversität in der Gesellschaft. 

Auch in der Wirtschaft sorgt der Pride Month für gestiegenes Interesse. Mit Firmenlogos und neuen Produkten in Regenbogenfarben geben sich Konzerne wie Lego oder auch Luxair LGBT-freundlich, tolerant und weltoffen – und versuchen gleichzeitig, einen kommerziellen Nutzen aus dem queerfreundlichen Engagement zu ziehen.

So stellte der Spielzeughersteller Lego kürzlich sein erstes LGBTQIA+ Set vor. Das Set besteht aus elf Mini-Figuren in den jeweiligen Regenbogenfarben, die auf gleichfarbigen Platten und somit stellvertretend für die verschiedenen Facetten der LGBTQIA+ Community stehen.

Matthew Ashton, Vizepräsident für Design bei Lego, will das Set „Everyone is awesome“ (dt. „Alle sind fantastisch“) als Zeichen für mehr Diversität verstanden wissen. Die Botschaft hinter der Kreation sei es, Empathie, Liebe und Akzeptanz anderen Menschen gegenüber zu wecken.  

Auch Luxair macht mit

Aber auch andere Konzerne sind längst auf den LGBTQIA+-Zug aufgesprungen. Beispielsweise bietet Calvin Klein Unterwäsche in Regenbogenfarben an, Converse gestaltet farbenfrohe Spezialeditionen ihrer bekannten Chucks und im Disney Shop sind Mini und Mickey Mouse in Regenbogenkleidern erhältlich. Auch die Luxemburger Fluggesellschaft Luxair hat zum 1. Juni eine De Havilland Q400 mit einer neuen Sonderlackierung in den Farben des Regenbogens vorgestellt.

Mit der Havilland Q400 in den Farben des Regenbogens will Luxair ein Zeichen setzen.
Mit der Havilland Q400 in den Farben des Regenbogens will Luxair ein Zeichen setzen.
Foto: Luxair

Die verbreitete Kommerzialisierung des Pride Month wirft Fragen auf, inwiefern Firmen, die mit Pride-Produkten werben, den Gedenkmonat nur als kommerzielle Marketing-Strategie missbrauchen oder sich wirklich für die Anliegen und gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen, die homosexuell, trans, queer, asexuell oder inter sind, einsetzen. 

Luxair gilt in der Branche als positives Beispiel, da Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Firma in internen Seminaren sensibilisiert werden, Faktoren von Diskriminierung zu erkennen und dagegen vorzugehen. Somit vermittelt die Firma die Botschaft der Inklusion auch innerhalb der Firma. Wird jedoch keine Akzeptanz gegenüber LGBTQIA+ Menschen gelebt und die regenbogenfarbigen Produkte werden allein als lukratives PR-Instrument für Eigenzwecke benutzt, betreibt die Firma lediglich "Pinkwashing". 

Für den Kunden ist es meistens schwer zu erkennen, mit welcher Motivation Pride-Produkte verkauft werden. Dennoch schafft vermehrte Repräsentation und Visibilität auch Normalität, weswegen die Diskussion offen bleibt, inwiefern die Kommerzialisierung vom Pride Markt auch Nachteile für die Community mit sich bringen kann. 

Das Stonewall Inn, in der Christopher Street, NY, kann auch heute noch besucht werden.
Das Stonewall Inn, in der Christopher Street, NY, kann auch heute noch besucht werden.
Foto: AFP


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Tansania: Sie werden ausgegrenzt und auf offener Straße geschlagen. Im besten Fall belächeln ihre Mitbürger sie bloß: Homosexuelle führen kein leichtes Leben in Tansania.