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Konsumentenschutz: ULC kritisiert Tricksereien um Roaming-Gebühren
Wirtschaft 20.06.2017

Konsumentenschutz: ULC kritisiert Tricksereien um Roaming-Gebühren

Konsumentenschutz: ULC kritisiert Tricksereien um Roaming-Gebühren

(Foto: Shutterstock)
Wirtschaft 20.06.2017

Konsumentenschutz: ULC kritisiert Tricksereien um Roaming-Gebühren

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die ULC warnt die Mobilfunkanbieter erneut ausdrücklich davor, durch die Hintertür die von der EU vorgeschriebene Roaming-Kostenregelung zu Ungunsten der Verbraucher auszuhebeln. Vor allem Tango ist im Visier der Verbraucherschützer.

(ndp) - Die Verbraucherschützer der ULC warnen die Mobilfunkanbieter erneut ausdrücklich davor, durch die Hintertür die von der EU vorgeschriebene Roaming-Kostenregelung zu Ungunsten der Verbraucher auszuhebeln.

Dies sei möglicherweise schon der Fall, denn ein großer luxemburgischer Mobilfunkanbieter versucht zumindest laut Konsumentenschutz bereits Altkunden zum Abschluss neuer, teurerer Verträge zu bewegen, indem der Anbieter bestehende Verträge kurzfristig kündigt und neue Pauschalen anbietet.

"Konkret sollten verschiedene Produkte eines monatlichen Abos am Stichdatum 15. Juni durch andere Produkte ersetzt werden, und genauer gesagt zu teureren Tarifen. Es wird argumentiert, dass die Kunden dadurch ein völlig neues Produkt bekommen, das nicht mehr mit dem vorherigen vergleichbar ist," sagt ULC-Präsident Nico Hoffmann.

Aber gerade da drückt der Schuh: "Wenn man einem Kunden ein völlig neues Produkt automatisch zu einem gewissen Stichdatum aufzwingt, dann entspricht dies einem neuen Vertrag mit einem neuen Inhalt. Dies setzt eine ausdrückliche Einwilligung des Kunden voraus, die aber hier faktisch nicht vorliegt, da die Änderungen automatisch laufen sollen."

Dem Kunden steht jedoch laut ULC "das Recht zu, den Vertrag vor dem Fälligkeitsdatum zu kündigen, beziehungsweise aus seinem Vertrag auszutreten".

Knapp hundert Beschwerden gegen Tango

Das Telekommunikationsgesetz von 2011 erlaubt einem Mobilfunkanbieter  ausdrücklich sogenannte "modifications contractuelles" vorzunehmen. Aber in diesem  Fall gehe die Änderung weit über das heraus, was der Gesetzgeber mit Vertragsänderung gemeint habe, so Nico Hoffmann. "Hier wird ein neuer Vertrag abgeschlossen und dies darf nicht automatisch geschehen", denn dies verstoße ganz klar gegen das Vertragsrecht.

Laut Nico Hoffmann hätten schon "gut hundert Kunden" den Anbieter Tango wegen dieser Handlungsweise verlassen. "Es wäre doch wohl besser gewesen, wenn die neue Tarifpolitik zu einem anderen Zeitpunkt gekommen wäre. Da muss man sich doch fragen, welche Berater hinter einer solchen Idee stecken! Die haben wohl nichts anderes fertig gebracht, als ihre Kunden zu verärgern".

Zumindest habe die luxemburgische Post auf eine "feinere" Art und Weise ihre Tarife bereits vor längerer Zeit angepasst, "wobei man auch sagen muss, dass diese Gebührenerhöhung dem wirtschaftlich gewollten Sinn und Zweck der europäischen Regelung überhaupt nicht entspricht".


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