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Konjunkturausblick: Mehr Beschäftigte aber nicht weniger Arbeitslose
Wirtschaft 2 Min. 26.08.2015

Konjunkturausblick: Mehr Beschäftigte aber nicht weniger Arbeitslose

Es ist das „luxemburgischer Paradox“: Die Zahl der Beschäftigten wächst, die der Arbeitslosen sinkt aber nicht.

Konjunkturausblick: Mehr Beschäftigte aber nicht weniger Arbeitslose

Es ist das „luxemburgischer Paradox“: Die Zahl der Beschäftigten wächst, die der Arbeitslosen sinkt aber nicht.
(Foto: Marc Wilwert)
Wirtschaft 2 Min. 26.08.2015

Konjunkturausblick: Mehr Beschäftigte aber nicht weniger Arbeitslose

Der luxemburgische Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv. Dies geht aus dem jüngsten Bericht vom Statec hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

(lb) Die Entwicklung des luxemburgischen Arbeitsmarktes ist „zufriedenstellend“, die Tendenz „positiv“. Aber nicht unbedingt gut. Dies geht aus dem jüngsten Bericht des Statec hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Positiv ist, dass zwischen Januar und Juni im Jahresvergleich 2,5 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen wurden. Zudem ist das nationale Statistikamt für die nächsten Monate optimistisch gestimmt. Im Mai wuchs die Zahl der Beschäftigten im Land beispielsweise um 2,7 Prozent – also schneller als die Vormonate. Es gilt zu unterstreichen, dass diese positive Entwicklung laut Statec ausschließlich auf die Grenzgänger zurückzuführen ist. Die Erwerbstätigkeit der Grenzgänger hat demnach um 3,3 Prozent zugenommen (im Vergleich zu 2,8 Prozent in den Vormonaten), während die der nationalen Arbeitnehmer lediglich um 2,1 Prozent anstieg.

Positiv ist, dass jüngste Umfragen bei den Arbeitgebern des Bauwesens und des Finanzsektors auf einen Aufschwung hindeuten. Eigenen Angaben nach, hätten diese Sektoren in den vergangenen Monaten gezielt die Anzahl ihrer Neueinstellungen erhöht.

Positiv ist zudem, dass immer weniger Firmen Kurzarbeit anfragen. Im August waren es beispielsweise in Luxemburg 9 Firmen, eine deutliche Verbesserung. Im Vergleich zu Januar als insgesamt 22 Firmen einen solchen Antrag stellten. Zwischen 2012 und 2014 hatten im Monatsdurchschnitt je 35 Unternehmen den Wunsch geäußert aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls die Arbeitsstunden ihrer Belegschaft vorübergehend zu kürzen. 

Sorgen um Industrie

Negativ ist, dass trotz dieser positiven Signale das Beschäftigungswachstum zur Zeit zu gering ist, um eine bedeutsame Verringerung der Arbeitslosigkeit herbeizuführen. Zwar nimmt die Zahl der Erwerbslosen seit einem Jahr ab. Seit dem Rekordstand von 2014 suchen insgesamt 580 Personen weniger nach einem Arbeitsplatz. Doch gilt es diese Zahl mit Vorsicht zu genießen, wenn man bedenkt, dass im selben Zeitraum 550 Personen dank einer Beschäftigungsmaßnahme - vorübergehend - einen Job gefunden haben.

Negativ ist, dass die Arbeitslosigkeit laut Prognosen des Statec im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,1 Prozentpunkte zurückgehen soll. Für 2015 wird eine Arbeitslosenquote von 7 Prozent vorhergesagt. Es ist das „luxemburgischer Paradox“: Die Zahl der Beschäftigten wächst, die der Arbeitslosen sinkt aber nicht. Erklären kann man dies mit der steigenden Einwohnerzahl sowie den Grenzgängern, die sich am Arbeitsmarkt beteiligen.

Negativ ist zudem, dass die Industrie im zweiten Quartal diesen Jahres einen Rückgang ihrer Auftragsbestände verkraften musste. Nach dem Aufschwung Ende 2014 mussten insbesondere die Stahl- und Bauindustrie ihre Produktion zurückfahren. Die nationale Produktion fiel demnach zwischen April und Juni um 0,4 Prozent. Und der Ausblick ist nicht positiv. Im Juni wurde laut ersten Einschätzungen 0,9 Prozent weniger als im Mai produziert.




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