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Klimaschützer protestieren gegen Greenwashing
Wirtschaft 3 Min. 17.11.2021
Vor dem EIB-Gebäude

Klimaschützer protestieren gegen Greenwashing

Auf dem Gebäude der Europäischen Investitionsbank entrollen Aktivisten ein Plakat, das das „Rebranding“ der EIB zeigt.
Vor dem EIB-Gebäude

Klimaschützer protestieren gegen Greenwashing

Auf dem Gebäude der Europäischen Investitionsbank entrollen Aktivisten ein Plakat, das das „Rebranding“ der EIB zeigt.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 17.11.2021
Vor dem EIB-Gebäude

Klimaschützer protestieren gegen Greenwashing

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor dem Hauptquartier der Europäischen Investitionsbank.

Zum Start der Sitzung des EIB-Verwaltungsrats gestern in Luxemburg hat es ein „Protest“ für mehr Klimaschutz gegeben. Greenpeace-Aktivisten sprachen von einem „Rebranding“ der Europäischen Investitionsbank, dem größten multilateralen Finanzierungsinstitut der Welt. Umweltaktivisten benutzten Banner, Schilder und aufblasbare Würfel, um den Namen der Bank in „European Greenwashing Bank“ zu ändern. Das Ziel: „Die Heuchelei und das Greenwashing der EIB anprangern“, da die Bank weiterhin klimaschädliche Projekte und Unternehmen finanziere. 

Die Demonstranten kritisieren, dass die Bank weiterhin klimaschädliche Projekte finanziere, darunter auch fossile Gasprojekte. Dazu gehöre etwa die Genehmigung von 150 Millionen Euro für ein LNG-Importterminal in Zypern. Darüber hinaus schließe die Bank große Umweltverschmutzer wie Energieversorger nicht von ihrem Portfolio aus, so etwa PGE, der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Polen oder die CEZ-Gruppe, ein Konglomerat von 96 Unternehmen mit einem hohen Anteil an Kohlekraftwerken in der Tschechischen Republik. 

Foto: Guy Jallay

„Die Bank finanziert nach wie vor den Ausbau von Autobahnen“, schreibt Greenpeace in einem Statement. So gewährte sie beispielsweise ein Darlehen in Höhe von 264 Millionen Euro für den Ausbau der A46 in Deutschland, der den jahrhundertealten Dannenröder Wald zerstöre, in dem viele gefährdete Arten wie Fledermäuse, Molche und Salamander sowie über 200 Jahre alte Bäume leben. 

Es gibt weitere Kritikpunkte. „Die EIB unterstützt auch die industrielle Landwirtschaft, eine Branche, die in erheblichem Maße zur Klima- und Biodiversitätskrise beiträgt“, so die Greenpeace-Aktivisten. Darüber hinaus versäume sie es, rund ein Drittel ihrer Finanzierungen (fast 24 Milliarden Euro im Jahr 2020), die über Finanzintermediäre abgewickelt werden, zu überprüfen. Der Klimaschutzfahrplan der EIB (EIB Group Climate Roadmap) und die jüngsten Ankündigungen würden dem kein Ende setzen. 

Den Worten Taten folgen lassen 

„Wie kann die EIB behaupten, die Klimabank der EU zu sein, wenn sie weiterhin einige der schmutzigsten Unternehmen in Europa finanziert und die Zerstörung eines jahrhundertealten Waldes unterstützt, um Platz für eine Autobahn zu schaffen? Mit diesen klimaschädlichen Projekten und dem Greenwashing der Bank muss jetzt Schluss sein“, kommentiert Frank Thinnes, Klima- und Energiecampaigner bei Greenpeace Luxemburg. 

Die EIB sei als öffentliche Institution an das Ziel des Pariser Klimaabkommens gebunden, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. „Sie muss ihren Worten Taten folgen lassen, alle Schlupflöcher schließen, die die Finanzierung großer Umweltverschmutzer ermöglichen, und ihren Teil dazu beitragen, die Klimakrise zu stoppen“, so Frank Thinnes weiter. 

Es gebe keine Entschuldigung dafür, dass die EIB weiterhin fossile Brennstoffe, den Ausbau von Autobahnen und die industrielle Landwirtschaft finanziere. Greenpeace fordert, dass die EIB die Finanzierung sämtlicher Projekte im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen einstellt und die Unterstützung von Kohlenstoff-emittierenden Unternehmen beendet, indem sie ihren Kunden, einschließlich der intermediären Finanzinstitute, strenge Klimakriterien auferlegt. 


10.11.201 Manifestation Greenpeace auprès du Siège Total , Luxembourg , route d ‘ Esch , Foto : Marc Wilwert / Luxemburger Wort
Protest gegen Greenwashing
Vor dem Hauptquartier von TotalEnergies demonstrierten am Dienstag Umweltaktivisten.

Die Europäische Investitionsbank begrüßte am Mittwoch in einer Stellungnahme den „friedlichen Charakter“ der Demonstration von Greenpeace, die die „Bedeutung des Klimaschutzes unterstreicht“. Die Europäische Investitionsbank sei bestrebt, mit ihren Partnern weltweit zusammenzuarbeiten, um Investitionen in den Klimaschutz zu beschleunigen. Die Europäische Investitionsbank spiele eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung der umfangreichen Klimaschutzinvestitionen. 

Im Jahr 2020 habe die EIB 24,2 Milliarden Euro in Klimaschutzmaßnahmen investiert, was 37 Prozent aller EIB-Finanzierungen im vergangenen Jahr entspricht. Der Verwaltungsrat der EIB, der die EU-Finanzminister vertritt, habe im November 2019 entschieden, die Klimaschutzziele der EIB zu erhöhen. Die EIB-Gruppe werde im entscheidenden Jahrzehnt 2021–2030 Investitionen von einer Billion Euro in Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit mobilisieren. Sie werde den Anteil ihrer Finanzierungen für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit bis 2025 schrittweise auf 50 Prozent erhöhen und bis Ende 2020 alle Finanzierungen an den Zielen und Grundsätzen des Pariser Abkommens ausrichten, heißt es. 

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