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Kleines Land im großen Weltraum
Wirtschaft 2 Min. 15.03.2012

Kleines Land im großen Weltraum

In der Satellitenkommunikation - hier das GPS-System Galileo - ist Luxemburg Spitze.

Kleines Land im großen Weltraum

In der Satellitenkommunikation - hier das GPS-System Galileo - ist Luxemburg Spitze.
ESA
Wirtschaft 2 Min. 15.03.2012

Kleines Land im großen Weltraum

Das kleine Luxemburg als Raumfahrtnation? Die Forschungsförderung für Weltraumprojekte, die immer noch von vielen belächelt wird, macht nach Ansicht von Wissenschaftsministerium und Luxinnovation Sinn. Schließlich ist neben dem Satelliten-Riesen SES viele kleinere Firmen in dem High-Tech-Sektor aktiv.

(vb) – Das kleine Luxemburg als Raumfahrtnation? Die Forschungsförderung für Weltraumprojekte, die immer noch von vielen belächelt wird, macht nach Ansicht von Wissenschaftsministerium und Luxinnovation Sinn. Schließlich ist neben dem Satelliten-Riesen SES viele kleinere Firmen in dem High-Tech-Sektor aktiv.

Laut Luxinnovation arbeiten im Großherzogtum 450 Menschen in der Weltraum-Forschung und benachbarten Dienstleistungen. 350 von ihnen sind zwar bei SES beschäftigt, doch sieht Luxinnovation den Sektor im Aufwind. Unternehmen wie der Luftfahrt-Zulieferer Eurocomposites, kleinere Hightech-Unternehmen oder auch die Öffentlichen Forschungszentren (CRP) und die Uni Luxemburg beteiligen sich regelmäßig an Forschungsaufträgen aus der Raumfahrt.

Am Mittwoch hatte Luxinnovation zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum ersten "Space Industry Day" geladen. Rund 70 Unternehmen aus Deutschland und Luxemburg waren der Einladung gefolgt. "Allein diese Zahl ist ein Erfolg für uns", erklärt Patricia Conti, bei Luxinnovation zuständig für Weltraum-Forschung. Sie spricht von "großem Interesse" der Teilnehmer, ihren Geschäftsbereich zu präsentieren. Am Nachmittag konnten die Firmen zu Einzelgesprächen zusammen kommen, um neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. "Unser Ziel ist es, die Akteure zu versammeln und den Austausch von Fachwissen anzuregen", sagt Conti.

Ein weiteres Ziel ist es, Luxemburg als Akteur innerhalb der europäischen Raumfahrt zu positionieren. Keine einfache Aufgabe, denn 2005, als das Großherzogtum Vollmitglied der europäischen Weltraumagentur ESA wurde, gab es viele hämische Kommentare. Auch die Konkurrenz gegenüber den großen Nachbarn Deutschland und Frankreich bringt Luxemburg in Bedrängnis. Trotzdem hat sich in den vergangenen fünf Jahren viel getan: So ist zum Beispiel das Projekt AIS (Automatic Identification of Ships) entstanden, das sich zum Ziel gesetzt hat, Frachtschiffe auf hoher See zu orten. Die Informationen bringen Vorteile, wenn zum Beispiel eine Ladung Erdöl erwartet oder ein Schiff vor Ostafrika gekapert wird. Das AIS-Programm wird von Luxspace getragen, einem neu gegründeten Unternehmen mit 24 Mitarbeitern.

Kleiner Sektor mit vielversprechender Perspektive

Von AIS abgesehen hat die ESA-Mitgliedschaft nach Einschätzung der Luxinnovation-Expertin Conte viel zum Wissenstransfer zwischen luxemburgischen und anderen europäischen Firmen beigetragen. Der Akzent liegt dabei auf der Satellitenkommunikation, dem traditionellen Schwerpunkt der hiesigen Hightech-Branche.

Hat die kostspielige Raumfahrt in Europa in Zeiten knapper staatlicher Kassen überhaupt Zukunft? Patricia Conte bejaht diese Frage. Der Sektor sei zwar klein, er schaffe aber beständig Arbeitsplätze. Und sei ein wichtiges Standbein, wenn es um die Diversifizierung der Luxemburger Wirtschaft geht.

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