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Keine Planspiele für Notfall bei Deutscher Bank
Wirtschaft 2 Min. 28.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Deutsche Regierung

Keine Planspiele für Notfall bei Deutscher Bank

Krisenzeiten bei der Deutschen Bank: Die deutsche Regierung arbeitet bereits an einem Notfallplan für den angeschlagenen Konzern.
Deutsche Regierung

Keine Planspiele für Notfall bei Deutscher Bank

Krisenzeiten bei der Deutschen Bank: Die deutsche Regierung arbeitet bereits an einem Notfallplan für den angeschlagenen Konzern.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 28.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Deutsche Regierung

Keine Planspiele für Notfall bei Deutscher Bank

Am Mittwochmorgen gab es Gerüchte, die deutsche Regierung arbeite an einem Rettungsplan für die Deutsche Bank. Jetzt wies die Regierung diese Gerüchte zurück.

(miz/dpa) - Die Bundesregierung hat einen Bericht zurückgewiesen, es werde an einem Notfallplan für die Deutsche Bank gearbeitet. „Diese Meldung ist falsch. Die Bundesregierung bereitet keine Rettungspläne vor“, stellte das Finanzministerium am Mittwoch in Berlin klar. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Newsseite "Fokus.de" hatten zuvor berichtet, die Bundesregierung und Finanzaufsichtsbehörden bereiteten einen Rettungsplan für den Fall einer Schieflage von Deutschlands größtem Geldhaus vor.

Im Finanzministerium hieß es weiter: „Anlass für derartige Spekulationen gibt es nicht. Die Bank hat dies ausdrücklich klargestellt.“ Die deutsche Finanzaufsicht Bafin kommentierte die Gerüchte nicht. Auch die europäische Bankenabwicklungsbehörde in Brüssel wollte sich nicht zu den „Marktspekulationen“ äußern.

Banken mussten schon vor einigen Jahren für Stress-Situationen Sanierungs- und auch Abwicklungspläne vorlegen - sogenannte Testamente. Demnach gibt es also schon Pläne. Dazu gehört auch der Verkauf von Geschäftsteilen, um ein Institut zu stabilisieren.

Als Lehre aus der Finanzkrise sollen grundsätzlich Steuerzahler bei künftigen Bank-Schieflagen weitgehend verschont werden. Bei einer Banken-Rettung werden nach den neuen europäischen Abwicklungsregeln zuerst Eigentümer und Gläubiger und dann auch Kunden zur Kasse gebeten. Erst im äußersten Notfall kann der Staat einspringen.

Spekulationen über Nothilfe

Die "Zeit" und "Fokus" berichteten, ein Notfallplan der Regierung würde in Kraft treten, falls die Deutsche Bank zusätzliches Kapital benötige.

Die Deutsche Bank ist momentan enorm unter Druck: In den USA droht eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell knapp 12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um krumme Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise.

Und auch die Anleger sind verunsichert. Die Aktie des deutschen Branchenprimus hat seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt, am Dienstag hatte das Papier mit 10,18 Euro einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Auch Cryan dementiert

Auch die Deutsche Bank selbst wehrt sich weiter vehement gegen Spekulationen um mögliche Staatshilfe für Deutschlands größtes Geldhaus. "Das ist für uns kein Thema", sagte Vorstandschef John Cryan der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Berichte über angebliche Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu staatlicher Unterstützung wies er zurück: "Ich kann nicht verstehen, wie jemand das behaupten kann. Ich habe die Bundeskanzlerin zu keinem Zeitpunkt um Hilfe gebeten. Ich habe auch nichts dergleichen angedeutet."

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte bereits am Montag klargestellt: "Es gibt keinen Anlass für Spekulationen, wie sie da angestellt werden."

Deutsche Bank verkauft Lebensversicherungstochter

Derweil hat die Deutsche Bank einen Käufer für ihre britische Lebensversicherungstochter Abbey Life gefunden. Für 935 Millionen Pfund (1,1 Mrd Euro) will der britische Versicherer Phoenix Life das Geschäft übernehmen, wie die Deutsche Bank am Mittwoch mitteilte.

Der Preis liegt deutlich unter dem bisherigen Buchwert der Tochter und führt deshalb zu einem Vorsteuerverlust von 800 Millionen Euro. Zugleich verbessert das Institut durch den Verkauf seine Eigenkapitalquote um 0,1 Prozentpunkte. Dem Geschäft müssen noch mehrere Aufsichtsbehörden zustimmen.

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