Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Katalonien: Unternehmen sind verunsichert
Wirtschaft 2 Min. 22.12.2017

Katalonien: Unternehmen sind verunsichert

Nach der Abhaltung des illegalen Unabhängigkeitsreferendums und dem Beschluss zur Abspaltung von Spanien ist Carles Puigdemont nach Belgien geflohen, wo er sich immer noch aufhält.

Katalonien: Unternehmen sind verunsichert

Nach der Abhaltung des illegalen Unabhängigkeitsreferendums und dem Beschluss zur Abspaltung von Spanien ist Carles Puigdemont nach Belgien geflohen, wo er sich immer noch aufhält.
Foto: Lluis Gene/AFP
Wirtschaft 2 Min. 22.12.2017

Katalonien: Unternehmen sind verunsichert

Mara BILO
Mara BILO
Wenn es etwas gibt, das die Unternehmen nicht mögen, dann ist das Unsicherheit. Für Betriebe, die in Barcelona und Umgebung tätig sind, sind die Ergebnisse vom Donnerstag keine gute Nachricht. Denn: Die heiß erwarteten Neuwahlen haben das Problem nicht gelöst.

Katalonien hat entschieden: Es wird keinen politischen Richtungswechsel in der spanischen autonomen Gemeinschaft geben. Die drei separatistischen Parteien konnten eine Mehrheit bei den Wahlen am Donnerstag erringen. Schon kurz nachdem die Ergebnisse bekannt wurden, haben die Fachleute der Wirtschaftswelt verunsichert reagiert.

So sagte Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, dass „der spanische Zentralstaat endlich den Wunsch nach größerer fiskalischer Eigenständigkeit Kataloniens ernst nehmen muss. Wichtig ist, dass eine Politik der Versöhnung durch eine höhere Steuerautonomie eingeleitet und die finanziellen Nettolasten Kataloniens begrenzt werden.“

Auch auf den Märkten sorgen die Wahlergebnisse für „etwas Unruhe“, wie Ralph Solveen, Experte bei der Commerzbank, berichtete. „Denn am Ende wird entscheidend sein, dass das Thema ,Unabhängigkeit Kataloniens‘ erst einmal nicht mehr akut ist. Damit dürfte Katalonien mehr und mehr aus dem Blickfeld der Investoren geraten.“

Allenfalls hat die katalanische Krise eine Auswirkung auf die Entwicklung der Unternehmen. „Die Ungewissheit über den zukünftigen Status der Region betrifft vor allem die Unternehmen, die in Katalonien tätig sind“, erklärte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, der Presseagentur dpa. „Fast die Hälfte der kürzlich von der Außenhandelskammer Spanien befragten deutschen Unternehmen vor Ort hat bestätigt, dass ihre Investitionspläne durch die aktuellen Entwicklungen beeinflusst worden sind.“

Luxemburger Firmen relativieren

Für kleinere Unternehmen ist die Situation allerdings nicht so angespannt. Pierre Friob ist der Geschäftsführer von Abitare Kids – ein Shop, der in Junglinster Möbel, Dekoration, Kleidung und Spielzeuge für Kinder verkauft. Anfang 2017 hat Friob angekündigt, dass er sechs Geschäfte in Katalonien mit seinem Partner übernehmen wird. „Ich war Zeuge, wie einige Geschäfte sich aus dem Staub gemacht haben“, sagte er dem „Luxemburger Wort“. „Von Außen hat man den Eindruck, dass Katalonien kurz vor dem Bürgerkrieg steht. Aber in Barcelona selbst hat man gar nicht dieses Gefühl.“

Friob gibt allerdings zu, dass der Monat Oktober dieses Jahres geschäftlich sehr schlecht war. Inwiefern dies mit der politischen Situation in Spanien zu tun hat, steht allerdings nicht fest. Die Situation hat sich aber seither verbessert. „Während dem Monat November, haben wir es geschafft, die Verluste von Oktober zu kompensieren.“ Deshalb trifft er keine vorschnellen Schlussfolgerungen. „Sollte es so sein, dass die Geschäfte nicht mehr so gut laufen, dann könnte ich mir vorstellen, sie zu schließen.“ Eine Verlagerung seiner Tätigkeiten zieht Friob nicht in Betracht. „Ich habe Geschäfte übernommen, die bereits eine Kundschaft hatten. Wenn ich meine Beschäftigung woanders verlagern würde, dann geht diese Kundschaft verloren.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Habitat schließt endgültig seine Türen
Das Möbel- und Dekorationsgeschäft im Einkaufszentrum Belle Etoile in Strassen wird am 27. Januar 2018 seine Türen endgültig schließen. Die Verkaufszahlen des Luxemburger Geschäfts waren gut, doch die Muttergesellschaft steckt in großen Schwierigkeiten.
Liquidation Totale - Habitat - Belle étoile - Photo : Pierre Matgé
Leitartikel: Letztes Aufbäumen
Heute wählt Katalonien ein neues Regionalparlament. Besorgt blickt die EU auf Spanien. Wird den Separatisten ihre Wiederwahl gelingen? Doch unabhängig vom Wahlausgang ist das katalanische Aufbäumen pure Zeitverschwendung und nicht zielführend.
TOPSHOT - People wave flags and hold banners demanding freedom for jailed separatists leaders as they watch deposed Catalan regional president and 'Junts per Catalonia' - JUNTSXCAT (All for Catalonia) grouping candidate Carles Puigdemont speaking via video-conference from Brussels during the final campaign meeting for the upcoming Catalan regional election on December 19, 2017 in Barcelona. 
Catalan voters will decide on December 21 whether to return the separatists to power or to bring in a pro-unity government, as their region's independence crisis nears its moment of truth. / AFP PHOTO / Pau Barrena
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.