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Karstadt in Trier und Saarbrücken: "Wir wissen nur, was in den Zeitungen steht"
Rund 20 Karstadt-Filialen droht die Schließung. Ob auch jene in Trier und Saarbrücken nicht rentabel genug sind, ist nicht klar.

Karstadt in Trier und Saarbrücken: "Wir wissen nur, was in den Zeitungen steht"

BERND WUSTNECK
Rund 20 Karstadt-Filialen droht die Schließung. Ob auch jene in Trier und Saarbrücken nicht rentabel genug sind, ist nicht klar.
Wirtschaft 2 Min. 19.08.2014

Karstadt in Trier und Saarbrücken: "Wir wissen nur, was in den Zeitungen steht"

Rund 20 Karstadt-Warenhäusern droht die Schließung. Ob dazu auch die Filialen in Trier und Saarbrücken gehören, ist unklar. Die Gewerkschaft verdi ist zumindest froh, dass der bisherige Eigentümer Berggruen weg ist.

(alex/dpa) Nachdem der österreichische Investor René Benko die Karstadt-Gruppe Ende vergangener Woche für einen symbolischen Euro übernahm, brodelt die Gerüchteküche über die Zukunft der 83 Warenhäuser. „Wir wissen genau so viel oder so wenig wie das, was in den Zeitungen steht“, sagt Jürgen Dehnert, der Sprecher der deutschen Gewerkschaft verdi in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Wie die Zukunft der beiden Filialen in Trier oder Saarbrücken aussieht, vermag er nicht zu sagen. Beide Kaufhäuser tauchen jedenfalls nicht auf einer von deutschen Medien veröffentlichten Liste von Geschäften auf, die geschlossen werden sollen.

Alle Geschäfte werden geprüft

„Diese Liste klingt nach Kaffeesatzlesen“, sagt Dehnert. „Wir wissen nur, dass ungefähr 20 Filialen geschlossen werden sollen und alle Häuser gecheckt werden.“ Die Kriterien dafür seien noch unbekannt. Ob der Inhaberwechsel eine gute Nachricht sei, müsse sich noch zeigen. Aber: „Jetzt haben wir Klarheit“, sagt der Sprecher. Es sei gut, dass der vorige Investor Berggruen weg sei, denn mit ihm sei nur Zeit verloren worden.

„Wir bräuchten endlich einen Investor, der investiert“, sagt Dehnert. Erst einmal ändere sich nicht viel, obwohl es Signale gebe, dass der neue Besitzer anpacken wolle. Bereits am Donnerstag wollte der Karstadt-Aufsichtsrat über ein Sanierungskonzept beraten. Doch die mit Spannung erwartete Sitzung findet erst einmal nicht statt.

Wie Karstadt am Dienstag mitteilte, hat das Kontrollgremium die Sitzung abgesagt, ein neuer Termin stehe noch nicht fest. Es solle gewartet werden, bis das Bundeskartellamt die Übernahme freigegeben habe, hieß es in Essen. Außerdem müssten mit dem Besitzerwechsel auch die Vertreter des früheren Eigentümers Nicolas Berggruen in dem Gremium durch Vertreter Benkos ersetzt werden.

Chef nimmt seinen Hut

Nur wenige Tage nach dem Einstieg Benkos bei Karstadt kam es am Montag auch zu ersten Veränderungen in der Führungsspitze der Warenhauskette. Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz, der Karstadt nach dem überraschenden Weggang von Eva-Lotta Sjöstedt zusammen mit Finanzvorstand Miguel Müllenbach leitete, verlässt den Konzern „in beiderseitigem Einvernehmen“, wie Karstadt mitteilte. Seine Aufgaben würden vorläufig von Müllenbach mitübernommen.