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Kampagne gegen Hass in sozialen Netzen zeigt Wirkung
Wirtschaft 4 2 Min. 01.07.2020

Kampagne gegen Hass in sozialen Netzen zeigt Wirkung

Facebook steht im Zentrum der Kritik, weil die Plattform nicht ausreichend gegen Hassrede und Desinformation vorgeht.

Kampagne gegen Hass in sozialen Netzen zeigt Wirkung

Facebook steht im Zentrum der Kritik, weil die Plattform nicht ausreichend gegen Hassrede und Desinformation vorgeht.
Foto: AFP
Wirtschaft 4 2 Min. 01.07.2020

Kampagne gegen Hass in sozialen Netzen zeigt Wirkung

Facebook steht nach einem Werbeboykott unter Druck, kleinere Plattformen sperren Hass und Desinformation aus. Auch Saint-Paul Luxemburg zieht nun Konsequenzen.

(dpa/mth) - Das Werbeboykott aus Protest gegen den Umgang von Facebook mit Hasskommentaren und abwertenden Inhalten weitet sich aus. Nachdem in den vergangenen Tagen Konzernriesen wie Unilever und Honda ihren Anzeigen-Rückzug von Facebook bekannt gegeben hatten, beginnt der Konzern, gegen radikale Gruppierungen vorzugehen. 

Kritikern in aller Welt geht dies nicht weit genug. Am Mittwoch zog auch der Herausgeber des "Luxemburger Wort" Konsequenzen. Die Medien von Saint-Paul Luxembourg S.A haben am Mittwoch sämtliche bezahlten Marketingkampagnen auf Facebook mit sofortiger Wirkung vorerst gestoppt.

Facebook gab am Mittwoch bekannt, auf seinen Plattformen rund 320 Konten, mehr als 100 Gruppen und 28 Seiten des in den USA nach Gewalt strebenden rechtsextremen "Boogaloo-Netzwerks" gesperrt zu haben.

Die regierungsfeindliche Gruppe werde ab sofort als „gefährliche Organisation“ eingestuft und von allen Plattformen verbannt, teilte Facebook am Dienstag mit. Auch Posts, die Unterstützung für die Organisation äußerten, würden künftig gelöscht, hieß es.


Facebook löscht Werbung Trumps wegen Nazi-Symbol
Facebook hat Anzeigen von US-Präsident Donald Trump von der Plattform genommen, weil darin prominent ein Symbol verwendet wurde, das einst auch von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern eingesetzt worden war.

Bei dem Netzwerk handelt es sich demnach um Gruppen, die sich lose an der rechtsextremen Boogaloo-Bewegung anlehnen und mitunter auch deren Namen nutzen. „Es bemüht sich aktiv darum, für Gewalt gegen Zivilpersonen, Sicherheitskräfte, Beamte und Regierungsinstitutionen zu werben“, erklärte Facebook.

Twitch und Reddit sperren Trumps Wahlkampfteam

Facebook lenkt damit zögerlich ein und folgt anderen Plattformen, die längst den Weg zur Bekämpfung von Desinformation und Hass eingeschlagen haben. 

In den vergangenen Wochen war die Konkurrenz gezielt gegen Trump-Inhalte vorgegangen. So versah Twitter mehrere Postings des Präsidenten mit Warnhinweisen. Die Plattform Reddit sperrte die bei Trumps Anhängern beliebte Gruppe „The_Donald“, die laut „New York Times“ zuletzt knapp 800.000 Mitglieder hatte.


(FILES) In this file photo taken on March 25, 2020, in this photo illustration a Facebook App logo is displayed on a smartphone in Arlington, Virginia. - Facebook said on June 26, 2020 it would ban a "wider category of hateful conduct" in ads as the embattled social media giant moved to respond to widening protests over its handling of inflammatory posts. (Photo by Olivier DOULIERY / AFP)
Gegen Hassbotschaften: Honda und Unilever stoppen Facebook-Werbung
Wegen einer Flut von Hasskommentaren, Propaganda, Spam und Fake News in ihren Diensten stehen Facebook und auch Twitter in der Kritik.

Am Mittwoch sperrte auch die Streamingplattform Twitch den Account des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump vorübergehend. Grund dafür sind Hassinhalte und der Verstoß gegen die Community-Richtlinien der Plattform, wie mehrere US-Medien am Montag unter Berufung auf eine Twitch-Sprecherin berichteten.

Konkret geht es um zwei Videos von Trumps Wahlkampfveranstaltungen, in denen er unter anderem Mexikaner als Vergewaltiger und Kriminelle bezeichnete.

Auf Twitch, das zum Amazon-Konzern gehört, werden normalerweise Videospiele gestreamt. Die Plattform verzeichnete in den letzten Monaten im Schnitt über zwei Millionen Zuschauer pro Tag.

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