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Jost: Der Schaden beläuft sich auf 65 Millionen Euro
Wirtschaft 27.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Jost: Der Schaden beläuft sich auf 65 Millionen Euro

Die belgische Staatsanwaltschaft wirft der Firma Sozialbetrug vor.

Jost: Der Schaden beläuft sich auf 65 Millionen Euro

Die belgische Staatsanwaltschaft wirft der Firma Sozialbetrug vor.
Foto: LW-Archiv
Wirtschaft 27.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Jost: Der Schaden beläuft sich auf 65 Millionen Euro

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Im Zuge der Ermittlungen gegen die Transportfirma Jost hat die belgische Justiz am Mittwoch weitere Informationen veröffentlicht.

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Transportfirma Jost haben die belgischen Medien heute weitere Informationen veröffentlicht. Die Jost-Gruppe, mit Hauptsitz im luxemburgischen Weiswampach, soll Lkw-Fahrer aus Osteuropa über zwei slowakische und rumänische Tochtergesellschaften in ihren Heimatländern beschäftigt haben – während der Transport tatsächlich von Belgien aus organisiert wurde. Die belgische Staatsanwaltschaft wirft der Firma Sozialbetrug vor. Eine öffentliche Anhörung fand gestern in Liège statt.

Die Untersuchungen begannen 2015 und führten 2017 zur Verhaftung von vier Personen, darunter Roland Jost. "Es gibt Hinweise auf kriminelle Organisation, Geldwäsche und Menschenhandel", sagt die belgische Justiz laut einem Bericht der Zeitung L'Echo. Der Schaden wird auf fast 65 Millionen Euro geschätzt, darunter 45 Millionen Euro für unbezahlte Löhne und 20 Millionen Euro für nicht gezahlte Sozialbeiträge. Zudem sollen laut L'Echo 947 identifizierte Opfer von Menschenhandel in der Akte aufgeführt sein.  

19 Lastwagen beschlagnahmt

Letzte Woche wurde bekannt, dass die belgische Staatsanwaltschaft 19 Lastwagen beschlagnahmt hat. Anfang Mai 2017 fing der Ärger für die Jost Group an: Damals war der Firmenchef Roland Jost festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Diekirch hatte erklärt, die Ermittlungen seien seit 2015 geführt worden. Die Firma steht unter dem Verdacht, mehr als tausend Lastwagenfahrer eingestellt zu haben – ihnen allerdings nur die Arbeitsbedingungen ihres Herkunftslandes angeboten zu haben, was gegen EU-weit geltende Vorschriften verstößt. Die Transportfirma hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe stets entschieden zurückgewiesen. 


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