Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Join stoppt anonyme Prepaid-Karten
Wirtschaft 20.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Kampf gegen den Terrorismus

Join stoppt anonyme Prepaid-Karten

Prepaid-Karten sind bald nur noch gegen einen Ausweis erhältlich.
Kampf gegen den Terrorismus

Join stoppt anonyme Prepaid-Karten

Prepaid-Karten sind bald nur noch gegen einen Ausweis erhältlich.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 20.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Kampf gegen den Terrorismus

Join stoppt anonyme Prepaid-Karten

Der Handy-Anbieter Join bietet ab jetzt aus Sicherheitsgründen keine anonymen Prepaid-Karten mehr an. Kommende Woche ist ein Treffen mit Vertreten der vier Telekom-Anbieter geplant.

(ml) - In Luxemburg gehören anonyme Prepaid-Karten für Mobiltelefone demnächst der Vergangenheit an. Angesichts der Anschläge von Paris wird der Verkauf aus Sicherheitsgründen unterbunden, kündigte Premierminister Xavier Bettel am Mittwoch nach dem Ministerrat beim Pressebriefing an.

Join, einer der vier Telekom-Anbieter in Luxemburg, hat beschlossen, ab jetzt keine anonymen Prepaid-Karden mehr zu verkaufen. Von dieser Maßnahme betroffen sind sowohl die Online-Shops als auch die Filialen in Luxemburg und in Belgien. Um eine Prepaid-Karte zu erlangen, müssen die Kunden künftig ihre Identität preisgeben.

Bereits zuvor hatte die Post als erster Anbieter auf die Ankündigung des Staatsministers reagiert. Beim Erwerb einer neuen Prepaid-Karte sei künftig ein Ausweis erforderlich, betonte das öffentliche Unternehmen, dessen Aktien zu 100 Prozent im Besitz des Luxemburger Staats sind. Die Benutzer von Prepaid-Karten, die im Umlauf sind, würden bald darüber in Kenntnis gesetzt werden, wie sie sich identifizieren sollen, hieß es weiter. Bis auf weiteres würden keine SIM-Karten abgeschaltet werden.

Unklar ist derzeit, wann die beiden  anderen Anbieter Orange und Tango nachziehen werden. "Luxemburger Wort"-Informationen zufolge findet kommende Woche ein Treffen mit Vertretern der vier Handy-Provider statt, um die genauen Modalitäten zu klären.

Hierzulande benutzen rund ein Viertel der Kunden (200.000)  eine Prepaid-Karte. 607.000 weitere Kunden haben einen Vertrag mit einem der vier Anbietern abgeschlossen. Bislang hat die Post rund 100.000 Kunden mit einer Prepaid-Karte ausgestattet. Danach folgen Tango (80.000) und Orange (14.000).

Lesen Sie auch:

Un quart des clients utilisent une carte prépayée


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wer in seinem Handy noch eine luxemburgische Sim-Karte verwendet, ohne sich bei seinem Mobilfunkbetreiber registriert zu haben, kann dies nur noch bis zum 12. Juli nachholen, sonst werden die Karten deaktiviert.
Bislang war es in Luxemburg noch möglich, ohne Angabe von Kontaktdaten Prepaid-Karten zu benutzen. Ab Juni dürften auch die letzten anonymen SIM-Karten deaktiviert werden.
Voraussichtlich im Juni werden die letzten anonymen-Prepaid-Karten der Vergangenheit angehören.
Gesetzesänderung zur Terror-Abwehr
Das Ende der anonymen Prepaid-Karten hat dem Mobilfunkanbieter Tango einen Rückgang der Kunden beschert. Der Durchschnittserlös pro Kunde stieg derweil.
Tango verlor in den ersten Monaten 7000 Prepaid-Kunden.
Verbot von Prepaidkarten
Ende vergangenen Jahres wurde der Verkauf von anonymen Prepaidkarten gestoppt. Der Gesetzentwurf, der u. a. die Sperrung der betroffenen Telefonnummern regelt, liegt noch nicht vor.
Anonyme Prepaid-Karten werden seit Kurzem in Luxemburg nicht mehr verkauft. Wer bereits zuvor im Besitz einer solchen SIM-Karte war, muss sich nachträglich ausweisen. Ansonsten droht eine Sperre.
Wer eine Prepaidkarte besitzt und sich noch nicht gegenüber dem Mobilfunkanbieter ausgewiesen hat, muss dies nachholen.
Wie lassen sich mehr als 200.000 bestehende und alle Prepaid-Neukunden identifizieren? Vor diese Aufgabe hat die Regierung die Mobilfunkanbieter nach den Paris-Attentaten gestellt. Der Aufwand ist hoch, der Nutzen beschränkt.
Wer bereits eine Prepaid-Karte besitzt, wird sich aller Voraussicht nach in nächster Zeit gegenüber dem Anbieter ausweisen müssen.