Wählen Sie Ihre Nachrichten​

John Zink International: 54 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
Wirtschaft 2 Min. 27.03.2017

John Zink International: 54 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

John Zink beschäftigt 319 Mitarbeiter in der Industriezone Riedgen in Düdelingen.

John Zink International: 54 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

John Zink beschäftigt 319 Mitarbeiter in der Industriezone Riedgen in Düdelingen.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 27.03.2017

John Zink International: 54 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Überraschend kündigte die Leitung des Düdelinger Unternehmens die Verhandlung eines Sozialplans an. Bisher deutete nichts auf Schwierigkeiten beim Hersteller von Anlagen für die Erdölindustrie hin.

(las) - Das metallverarbeitende Unternehmen John Zink International kündigte am Freitag an, 54 Beschäftigte entlassen zu wollen. Die Verhandlungen für einen Sozialplan sollen am Dienstag beginnen. Betroffenen sollen 27 Stellen im Produktionsbereich und genauso viele in der Verwaltung sein, sagten die Gewerkschaften OGBL und LCGB auf Nachfrage.

John Zink bestätigte die Bemühungen für einen Sozialplan, um die Zahl der Beschäftigten zu senken, nannte aber keine Zahl. Bis zum Abschluss der Verhandlungen wolle das Unternehmen den Fall nicht weiter kommentieren, heißt es in einer Pressemitteilung.  Die Arbeitnehmervertreter wollen in den nächsten Tagen versuchen, die Zahl der Entlassungen möglichst weit zu drücken.

"Diese Nachricht überraschte uns sehr", sagte LCGB-Gewerkschaftssekretär Robert Fornieri auf Nachfrage. Das Unternehmen habe bisher keine Sozialmaßnahmen wie Kurzarbeit oder Frührente beantragt, so Fornieri. Außerdem gab es mehrere Treffen, um einen neuen Kollektivvertrag sowie Gehaltserhöhungen auszuhandeln. "Da war nie die Rede von Entlassungen", sagte OGBL-Gewerkschaftssekretär Jean-Claude Bernardini.

In der Industriezone Riedgen in Düdelingen fertigt John Zink International Anlagen wie etwa Brenner für Erdölraffinerien sowie Gasrückgewinnungsanlagen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen hierzulande insgesamt 319 Mitarbeiter.

Möglicherweise plant John Zink die Verlagerung von Aktivitäten.
Möglicherweise plant John Zink die Verlagerung von Aktivitäten.
Foto: Guy Jallay

Entlassungen trotz Gewinne

Für "schlechten Geschmack" hält Robert Fornieri das Vorgehen der Direktion von John Zink, um Entlassungen anzukündigen, ohne zuvor mit den Gewerkschaften zu sprechen. "Dem Unternehmen geht es nicht schlecht", so Bernardini.  "Laut den bisher verfügbaren Informationen gründet die Direktion ihre Entscheidungen auf der Prognose, dass der Gewinn etwas schwächer ausfallen wird", erklärt Robert Fornieri.

John Zink verweist in einer Pressemitteilung auf den geringen Ölpreis, der zu weniger  Investitionen in der Erdöl- und Gasindustrie führe. Als Zulieferer dieser Industrie leidet das Unternehmen unter diesem Rückgang.

Es könne sich jedoch auch um eine strategische Entscheidung des Unternehmens handeln, meint Bernardini. Das würde bedeuteten, dass möglicherweise manche Aktivitäten ins Ausland verlagert würden. Beide Gewerkschaften warten jedoch auf nähere Informationen.

Teil des US-Giganten Koch Industries

Das Unternehmen ist tatsächlich auf den ersten Blick in einer guten wirtschaftlichen Lage. 2015 machte John Zink International einen Gewinn von 12,4 Millionen Euro und verteilte an den Mutterkonzern eine Dividende von 2,6 Millionen Euro, zeigt die letzte verfügbare Jahresbilanz im Handelsregister.

Das Unternehmen gehört zum riesigen US-Konzern Koch Industries. Das Mischunternehmen Koch Industries ist in 60 Ländern unter anderem in den Produktionsbereichen Erdöl, Erdgas, Chemie, Energie, Asphalt, Kunstdünger, Nahrungsmittel und Kunststoff tätig.

Die Brüder Charles und David Koch haben das mittelständische Unternehmen ihres Vaters zu Amerikas zweitgrößtem Familien-Konzern mit einem jährlichem Umsatz von rund 115 Milliarden Dollar und mehr als 100.000 Beschäftigten entwickelt. Bekannt sind sie als wichtige Geldgeber in der US-Politik, was ihnen einen großen Einfluss beschert.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema