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Jeder vierte Arbeitnehmer kann zuhause nicht abschalten
Wirtschaft 26.02.2019

Jeder vierte Arbeitnehmer kann zuhause nicht abschalten

Die CSL fordert eine Debatte über ein "Recht auf Nichterreichbarkeit" am Feierabend.

Jeder vierte Arbeitnehmer kann zuhause nicht abschalten

Die CSL fordert eine Debatte über ein "Recht auf Nichterreichbarkeit" am Feierabend.
Foto: pexels.com
Wirtschaft 26.02.2019

Jeder vierte Arbeitnehmer kann zuhause nicht abschalten

Die Arbeitnehmerkammer warnt vor den Gefahren der ständigen Erreichbarkeit. Viele Beschäftigte verfolgt die Arbeit regelmäßig bis nach Hause.

(jt) - Jeder neunte Arbeitnehmer in Luxemburg wird regelmäßig aus beruflichen Gründen zu Hause angerufen. Das geht aus einer Erhebung der Chambre des salariés (CSL) hervor. 23 Prozent der Beschäftigten erhalten zu Hause keine geschäftlichen Anrufe, 42 Prozent erhalten diese Anrufe selten und 24 Prozent manchmal. Für insgesamt elf Prozent der Arbeitnehmer stehen Anrufe vom Chef oder von Kollegen hingegen mehr oder minder an der Tagesordnung. 21 Prozent der Befragten beantworten geschäftliche E-Mails auch außerhalb ihrer Arbeitszeit.


CSL-Präsident Jean-Claude Reding (r.) und Premierminister Xavier Bettel (Mitte) gingen in ihren Ansprachen auf die Digitalisierung und die Notwendigkeit neuer Arbeitszeitmodelle ein.
Chambre des salariés: Das Soziale nicht vergessen
Am Donnerstag lud die Chambre des salariés zum Neujahrsumtrunk ins Cercle Cité. CSL-Präsident Jean-Claude Reding befasste sich in seiner Rede vor allem mit den zunehmenden sozialen Ungleichheiten.

Vier von zehn Befragten erklärten, dass sie ihren Job und ihr Privatleben zuweilen oder häufig nicht unter einen Hut bekommen. 2014 lag dieser Wert noch bei 30 Prozent. Rund ein Viertel (27 Prozent) der Arbeitnehmer gelingt es gar nicht oder nur selten, sich am Feierabend vom Job zu distanzieren. Die CSL warnt vor den Folgen einer schlechten Work-Life-Balance: Arbeitnehmer, die in ihrer Freizeit nicht von ihrer Arbeit abschalten können, seien "Gefahren für ihre körperliche und geistige Gesundheit ausgesetzt". Es sei Zeit, so die Arbeitnehmervertretung, "über ein echtes Recht auf Nichterreichbarkeit nachzudenken, das den Arbeitnehmern den Verzicht auf die Verbindung mit digitalen Geräten ermöglicht, wodurch sie von ihrem Arbeitgeber außerhalb der Arbeitszeiten nicht kontaktiert werden können". 

Laut Angaben der CSL arbeiten vollzeitbeschäftigte Männer und Frauen in Luxemburg im Schnitt mehr als 40 Stunden pro Woche (Männer: 43,7 Stunden, Frauen: 42,4 Stunden). Die gewünschte Wochenarbeitszeit liegt bei beiden unter 40 Stunden pro Woche – bei Männern bei 38,7 Stunden und bei Frauen bei 36,3 Stunden. Bei Teilzeitbeschäftigten ist die Sache genau umgekehrt: Viele unter ihnen würden gern mehr Stunden pro Woche arbeiten. 

Für die Studie „Quality of Work Index” werden seit 2013 im Auftrag der Chambre des salariés und der Universität Luxemburg jährlich circa 1.500 telefonische Interviews durchgeführt.


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