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Jeannot Krecké und Etienne Schneider geben Posten auf
Wirtschaft 2 Min. 27.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Ukraine-Krise

Jeannot Krecké und Etienne Schneider geben Posten auf

Nach erstem Zögern verlässt Etienne Schneider den Verwaltungsrat der Investmentgesellschaft Sistema.
Ukraine-Krise

Jeannot Krecké und Etienne Schneider geben Posten auf

Nach erstem Zögern verlässt Etienne Schneider den Verwaltungsrat der Investmentgesellschaft Sistema.
Foto: Guy Wolff
Wirtschaft 2 Min. 27.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Ukraine-Krise

Jeannot Krecké und Etienne Schneider geben Posten auf

Nach zuletzt heftiger Kritik wollen Jeannot Krecké und Etienne Schneider ihre Verwaltungsratsposten in russischen Gesellschaften aufgeben.

(tom/ndp/mas/ThK) - Am Ende siegt die Einsicht: Am Sonntagabend teilen die beiden früheren LSAP-Wirtschaftsminister Etienne Schneider und Jeannot Krecké mit, dass sie ihre Posten in den Verwaltungsräten von Sistema und der East West United Bank (EWUB) aufgeben werden. 

„De Jeannot Krecké an ech hun bis haut den Owend, trotz viller Kritik, probéiert eiser Verantwortung an de Conseil’en vun East West United Bank an hirem Propriétaire, der Investmengesellschaft Sistema, zum Wuel vun de ville betraffene Mataarbechter an hire Familjen zu Lëtzebuerg gerecht ze gin“, rechtfertigen die beiden Ex-Minister ihren tagelang hinausgezögerten Schritt in einem gemeinsamen Schreiben, um letztlich zu schlussfolgern: „Méi kënne mir elo nët maachen an hun dofir haut eisem Haaptaktionär matgedeelt, dass mir eis Funktiounen an de jeweilegen Verwaltungsréit opgin.“

Jeannot Krecké zieht sich bei EWUB zurück.
Jeannot Krecké zieht sich bei EWUB zurück.
Archivfoto: Guy Jallay

Anders als Krecké oder Schneider hatten sich andere europäische Ex-Politiker – François Fillon in Frankreich, Matteo Renzi in Italien, Christian Kern in Österreich – schon mit Beginn des Ukraine-Krieges aus Verwaltungsräten von russischen Unternehmen zurückgezogen.

Die beiden früheren Regierungsmitglieder wurden für ihr Verhalten kritisiert; unter anderem der Parteinachwuchs von LSAP und CSV hatte ihnen nahe gelegt, sich zurückzuziehen. Auch der LSAP-Fraktionsvorsitzende Yves Cruchten hatte Schneider und Krecké für das Festhalten an ihren Posten nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine heftig kritisiert. Es sei „nicht der Moment, mit Russland Geschäfte zu machen“, so Cruchten.

Schneider: „Arbeitsplätze in Luxemburg sichern“

Etienne Schneider selbst hatte am Samstag gegenüber RTL gesagt, dass es sowohl Jeannot Krecké als auch ihm selbst hauptsächlich darum gehe, die etwa 100 Arbeitsplätze, die in Luxemburg an der East West United Bank (EWUB) hängen, zu sichern. Die EWUB müsse die Krise überstehen. Schneider betonte, dass weder Sistema noch die EWUB auf einer Sanktionsliste stehen. Sollte sich das ändern, würden sowohl er als auch Krecké von ihren jeweiligen Posten zurücktreten. Diesen Schritt haben beide nun an Sonntagabend vollzogen.

Die EWUB hatte noch am Freitag in einer Pressemitteilung erklärt, dass Jeannot Krecké im Verwaltungsrat bleibe – sie sei eine eigenständige Luxemburger Bank. Einziger Aktionär sei die Sistema Financial Corporation, eine an der LSE notierte, diversifizierte Investmentgesellschaft. „Keiner unserer direkten oder indirekten Anteilseigner unterliegt irgendwelchen internationalen Sanktionen. Während sich unsere Anlagetätigkeit fast ausschließlich auf die europäischen und US-amerikanischen Märkte konzentriert, erbringen wir Vermögensverwaltungsdienstleistungen für eine internationale Kundschaft“, schrieb die Bank.

„Mir hoffen, dass deen inakzeptable a grausame Krich schnell en Enn kritt an d’Leit erëm zu Fridde fannen“, heißt es abschließend im Kommuniqué.  

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