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Japan verurteilt Wutrede von Ghosn
Wirtschaft 09.01.2020

Japan verurteilt Wutrede von Ghosn

Ghosn hatte seine Flucht am Mittwoch zu rechtfertigen versucht.

Japan verurteilt Wutrede von Ghosn

Ghosn hatte seine Flucht am Mittwoch zu rechtfertigen versucht.
AFP
Wirtschaft 09.01.2020

Japan verurteilt Wutrede von Ghosn

Japan hat die scharfen Vorwürfe des geflohenen Ex-Automanagers Carlos Ghosn gegen das Justizsystem des Landes zurückgewiesen.

(dpa) -Seine „einseitigen“ Darstellungen in einer Wutrede im Libanon vom Vortag hätten sein Verhalten nicht rechtfertigen können, sagte Japans Justizministerin Masako Mori am Donnerstag. Bei seinem ersten Auftritt seit der Flucht in den Libanon Ende Dezember hatte Ghosn in Beirut alle Beschuldigungen zurückgewiesen.

Masako Mori
Masako Mori
Foto: AFP

Seine illegale Ausreise könne „niemals vergeben werden“, ganz gleich unter welchem Justizsystem, sagte Mori. Ghosn habe falsche Behauptungen über das Rechtssystem ihres Landes verbreitet, um sein eigenes Verhalten zu rechtfertigen.

Anklage wegen Finanzdelikten

Ghosn ist in Japan unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen angeklagt. In keinem anderen demokratischen Land der Welt käme man wegen derartiger Vorwürfe ins Gefängnis, erklärte der 65-Jährige nach seiner Flucht. Zugleich beklagte Ghosn unmenschliche Haftbedingungen, unter anderem mit langer Einzelhaft mit wenig Kontakt zur Familie.


Former Renault-Nissan boss Carlos Ghosn wipes his face with a tissue as he addresses a large crowd of journalists on his reasons for dodging trial in Japan, where he is accused of financial misconduct, at the Lebanese Press Syndicate in Beirut on January 8, 2020. - The 65-year-old fugitive auto tycoon vowed to clear his name as he made his first public appearance at a news conference in Beirut since skipping bail in Japan. Ghosn, who denies any wrongdoing, fled charges of financial misconduct including allegedly under-reporting his compensation to the tune of $85 million. (Photo by JOSEPH EID / AFP)
Flucht nach Libanon: Ex-Automanager Ghosn rechtfertigt sich
Ihm sei keine andere Wahl geblieben, erklärte der aus Japan geflohene Carlos Ghosn am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Beirut. Die Vorwürfe gegen ihn wies er zurück.

Er sei als „Geisel“ eines Landes gehalten worden, dem er über Jahre gedient habe. Das Verfahren in Japan gegen sich stellte er als politisch motiviert dar, um eine engere Anbindung von Nissan an Renault zu verhindern. Es sei eine „Verschwörung“ des japanischen Konzerns mit dem dortigen Generalstaatsanwalt. Diese Vorwürfe wies die Staatsanwaltschaft am Donnerstag als „kategorisch falsch“ zurück.


(FILES) This file photo taken on May 26, 2017 shows then-Renault CEO Carlos Ghosn (L) and his wife Carole arriving for the screening of the film 'L'Amant Double' (Amant Double) at the 70th edition of the Cannes Film Festival in Cannes. - Prosecutors in Japan have obtained an arrest warrant for Carole Ghosn, wife of former Nissan chief Carlos Ghosn, who last month jumped bail and fled Japan, local media reported on January 7, 2020. (Photo by LOIC VENANCE / AFP)
Ex-Autoboss Ghosn soll in Kiste versteckt aus Japan geflohen sein
Nach der filmreifen Flucht des in Japan angeklagten Ex-Automanagers Carlos Ghosn in den Libanon kommen immer mehr Details über den spektakulären Coup ans Tageslicht.

Der frühere Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi war am 19. November 2018 in Tokio festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 wurde er unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ghosn soll in einer Kiste versteckt geflohen sein. In Beirut wollte Ghosn zu diesem Punkt aber nichts preisgeben - aus Sorge um die Menschen, die ihm geholfen hätten, wie er vor den Journalisten sagte.     


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