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Jahrestagung des Weltwährungsfonds: Finanzelite bekennt sich zu Welthandel und Wachstum
Wirtschaft 2 Min. 09.10.2016

Jahrestagung des Weltwährungsfonds: Finanzelite bekennt sich zu Welthandel und Wachstum

Christine Lagarde warnte vor einer Politik des Abschrottens.

Jahrestagung des Weltwährungsfonds: Finanzelite bekennt sich zu Welthandel und Wachstum

Christine Lagarde warnte vor einer Politik des Abschrottens.
Foto: Reuters
Wirtschaft 2 Min. 09.10.2016

Jahrestagung des Weltwährungsfonds: Finanzelite bekennt sich zu Welthandel und Wachstum

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Eine Globalisierung für alle: Das will IWF-Chefin Christine Lagarde. Bei der Jahrestagung des Weltwährungsfonds waren sich die 189 Mitgliedsländer einig. Handel und Wachstum müssen gefördert, Abschottung bekämpft werden.

(dpa) - Schleppender Welthandel, Abschottungstendenzen, Kriege und Flüchtlingskrisen: Die weltweite Finanzelite hat bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington die Risiken für weltweites Wachstum und Wohlstand ins Zentrum seiner Beratungen gestellt. Der weltweite Handel soll gestützt und Wachstum gefördert werden. "Das anhaltend schwache Wachstum hat tieferlegende Probleme offenbart", heißt es im Kommuniqué des IWF-Steuerungskreises.

Politische Risiken seien die Hauptgefahr für die Weltwirtschaft, sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble am Samstag in Washington zum Abschluss der Jahrestagung sowie nach einem Treffen der Finanzminister der G20-Staaten. Dazu zählen der geplante Brexit in Großbritannien genauso wie der Wahlkampf in den USA und der Bürgerkrieg in Syrien. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sieht es ähnlich: "Die größten Risiken sind geopolitischer Natur."

Inflation soll zu Zielmarke zurückkehren

Sollte es gelingen, ihnen zu begegnen, könne Wachstum und Inflation schon bald zu den Zielmarken zurückkehren, sagte Draghi. In der Eurozone werde die Inflation spätestens Anfang 2019 zur Zielmarke von knapp zwei Prozent zurückkehren, wenn die lockere Geldpolitik fortgesetzt werde.

Es sei erstmals im Kreis der Finanzminister und Notenbanker intensiv darüber diskutiert worden, wie man diesen Risiken entgegentrete, heißt es weiter. Eine nachhaltige Entwicklung werde wichtiger.

Eines der großen politischen Risiken bleibt der Brexit. Freude über eine sanfte Landung der britischen und europäischen Wirtschaft nach dem Austrittsvotum sei verfrüht, sagte Draghi. "Dies ist ein signifikantes Ereignis. Zu glauben, dass dies völlig ohne Auswirkungen bleibt, ist wahrscheinlich zu viel der Hoffnung", betonte Europas Top-Notenbanker.

Keine Politik des Abschottens

Zuvor hatte vor allem IWF-Chefin Christine Lagarde vor einer Politik des Abschottens gewarnt. Der weltweite Handel wächst derzeit weniger schnell als die Weltwirtschaft insgesamt, deren Wachstum der Internationale Währungsfonds mit 3,1 Prozent für das laufende Jahr prognostiziert. Dies ist für viele Ökonomen ein Warnsignal.

Die Globalisierung und der internationale Handel würden gebraucht, um Wachstum zu generieren und letztlich auch um Armut wirksam bekämpfen zu können. Die Französin sprach sich dafür aus, Instrumente zu entwickeln, die die Früchte der Globalisierung mehr Menschen zukommen lassen.

Die Griechenland-Frage

Keine Einigung gab es in Washington zur Frage, ob sich der IWF am milliardenschweren dritten Hilfspaket bei der Griechenland-Rettung beteiligt. Die Euroländer haben ihre Berechnungen darauf ausgerichtet, dass Griechenland langfristig einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent erwirtschaftet.

Der IWF hält dies angesichts eines derzeitigen Defizits von elf Prozent und nur schleppend umgesetzter Reformen für utopisch und geht von einem Überschuss von höchstens 1,5 Prozent aus. Logische Folge wären für den Fonds Schuldenerleichterungen für Griechenland, was andere Staaten ablehnen. Das Problem von Griechenland seien nicht die Schulden. Die Euro-Finanzminister beraten am Montag wieder über Griechenland.


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