Jahresbilanz 2016

LuxairGroup hat schwer zu kämpfen

Foto: Pierre Matgé

(aa) - Der Nettogewinn der LuxairGroup ist im vergangenen Geschäftsjahr um 5,3 Millionen auf 4,4 Millionen Euro zurückgegangen. Im operativen Geschäft hatte vor allem die Airline-Sparte Probleme, während das traditionell starke Reisegeschäft weiter unter dem Einfluss geopolitischer Konflikte litt.

LuxairGroup-CEO Adrien Ney sprach bei der Präsentation der Geschäftsdaten 2016 gestern im Wartungshangar auf dem Findel von einem sehr schwierigen Marktumfeld, in dem man sich gut geschlagen habe. Man werde sich mit dem Resultat aber nicht zufrieden geben.

Ney verwies auf rund siebzig wöchentliche Flugverbindungen, die Billigfluggesellschaften vom Findel aus anböten. Dann konkurrierten auf manchen Strecken ab Luxemburg bis zu vier verschiedene Gesellschaften gegeneinander.

Außerdem machte sich das Ende der Partnerschaft mit Lufthansa auf den Strecken zu den Drehkreuzen Frankfurt und München weiter bemerkbar. Die Frankfurt-Route bietet Luxair nicht mehr an, während nach München ein hoher Konkurrenzdruck besteht.

Auch der Unfall einer Bombardier Q400 im Jahr 2015 habe zum Ergebnis der Airline-Sparte 2016 beigetragen, hieß es. Am Ende wuchs das operative Minus von -3,6 Millionen Euro im Jahr 2015 auf -8,8 Millionen Euro im Jahr 2016. Das Ziel, dass sich die Airline irgendwann selbst tragen soll, rückte wieder weiter in die Ferne.

LuxairGroup-CEO Adrien Ney sprach bei der Präsentation der Zahlen von einem sehr schwierigen Marktumfeld, in dem man sich gut geschlagen habe.
LuxairGroup-CEO Adrien Ney sprach bei der Präsentation der Zahlen von einem sehr schwierigen Marktumfeld, in dem man sich gut geschlagen habe.
Foto: Lex Kleren

LuxairTours, das starke Rückgrat der Gruppe, erwirtschaftete in Folge der Terrorismusproblematik 2016 nur einen Gewinn von 2,2 Millionen Euro – gegenüber 3,9 Millionen Euro in 2015 und 10,1 Millionen Euro in 2014.

Die Zahl der Luxair-Passagiere stieg 2016 insgesamt von 1,81 auf 1,84 Millionen, während das Frachtvolumen von 759.096 auf 822.196 Tonnen ebenfalls zulegte.

Das operative Ergebnis von LuxairCargo blieb mit 2,6 Millionen Euro nahezu stabil. Im Vorjahr waren es 2,7 Millionen Euro.

Die Sparte LuxairServices mit dem Passagierhandling und dem Catering steigerte ihr operatives Ergebnis von 3,5 auf 5,2 Millionen Euro.

Die vier Sparten ergeben addiert ein operatives Ergebnis von zusammen 1,3 Millionen Euro. Unter dem Strich steht bei der LuxairGroup allerdings ein um Steuern und Zinsen bereinigtes Gesamt-Ebit von -1,1 Millionen Euro.

Ein weiteres schwieriges Jahr

Und wie soll es nun weitergehen? 2017 wird nach Auffassung der Luxair-Verantwortlichen wieder ein schwieriges Jahr. CEO Adrien Ney zeigte sich jedoch angesichts der Entwicklung in den ersten Monaten 2017 zuversichtlich. Man erwarte in diesem Jahr eine Steigerung bei den Passagierzahlen um sieben Prozent.

Der Service in der Airline-Sparte soll weiter verbessert werden, außerdem will man den Flugplan überarbeiten – mit höheren Frequenzen auf manchen Routen. Zudem wird eine elfte Bombardier Q400 erwartet.

Angesichts der geopolitischen Bedrohungslage ist die Entwicklung bei LuxairTours schwer vorhersehbar. Bislang legten die gebuchten Flüge stärker zu als Pauschalreisen. Mit neuen Produkten will LuxairTours neue Kunden gewinnen.

Im Passagier- und Frachthandling ist die Luxair bislang einziger Anbieter am Findel. Demnächst soll bekanntlich das B-Terminal eröffnet werden. Das Frachtgeschäft verlief in den ersten Monaten gut. Man rechnet 2017 mit gut 900.000 Tonnen.