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Jahresbilanz 2014 der Enovos-Gruppe: Zuwächse im operativen Geschäft
Wirtschaft 4 Min. 13.05.2015

Jahresbilanz 2014 der Enovos-Gruppe: Zuwächse im operativen Geschäft

Die Enovos-Gruppe beschäftige zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres insgesamt 1 459 Mitarbeiter – gegenüber 1 394 Mitarbeitern im Jahr 2013.

Jahresbilanz 2014 der Enovos-Gruppe: Zuwächse im operativen Geschäft

Die Enovos-Gruppe beschäftige zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres insgesamt 1 459 Mitarbeiter – gegenüber 1 394 Mitarbeitern im Jahr 2013.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 4 Min. 13.05.2015

Jahresbilanz 2014 der Enovos-Gruppe: Zuwächse im operativen Geschäft

Die Enovos-Gruppe veröffentlichte bereits am Dienstag die Geschäftsberichte für die Enovos International S.A. und die 100-prozentige Tochter Enovos Luxembourg S.A. Am Mittwoch präsentierten dann die Konzernverantwortlichen während einer Pressekonferenz ihre Lesart der Resultate.

(aa) - Die Enovos-Gruppe veröffentlichte bereits am Dienstag die Geschäftsberichte 2014 für die Enovos International S.A. und die 100-prozentige Tochter Enovos Luxembourg S.A. Das „Luxemburger Wort“ berichtete („Nettoergebnis bricht deutlich ein“ vom 13. Mai 2015). Am Mittwoch präsentierten dann die Konzernverantwortlichen unter dem Vorsitz von Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann während einer Pressekonferenz ihre Lesart der Resultate.

An der Spitze der Enovos Gruppe steht die Holding Enovos International S.A. mit Verwaltungssitz im Großherzogtum. Neben ihren Aktivitäten im Bereich der Energieversorgung – dazu gehört die Enovos Luxembourg S.A. – umfasst die Gruppe auch den Netzbetreiber Creos Luxembourg S.A. und dessen deutsche Tochtergesellschaft Creos Deutschland Holding GmbH. 

Sondereffekte von 
insgesamt 82,2 Millionen Euro

Enovos sieht sich weiterhin auf Wachstumskurs und verweist für das Geschäftsjahr 2014 auf ein gestiegenes Ebitda (+9,4%), auf einen höheren Cashflow (+23%) und auf ein besseres Nettoergebnis (+12%) von 108,7 Millionen Euro – wohlgemerkt vor Sondereffekten.

Die Gruppe musste u. a. Investitionen in italienische Photovoltaikanlagen abschreiben, die von Ermittlungen der italienischen Justiz betroffen sind. Die dortigen Behörden haben ein Verfahren wegen mutmaßlichen Betrugs gegen Personen aus dem Umfeld des Betriebspartners eingeleitet. 

Bezieht man die Sondereffekte von insgesamt 82,2 Millionen Euro mit ein, bleibt nur noch ein Nettogewinn von 26,5 Millionen Euro übrig. Dies liege deutlich unter dem Vorjahresniveau, räumt man bei Enovos ein, dennoch gehe man davon aus, bereits in diesem Jahr wieder an die historischen Werte anknüpfen zu können.

Die positive Entwicklung von Ebitda und Cashflow der Gruppe verdeutliche, dass sich die Unternehmen der Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld und inmitten eines technologischen Umbruchs behaupten konnten, so der CFO der Enovos-Holding, Guy Weicherding.

Unterschiedliche Intrepretation der Zahlen

Was die Geschäftsdaten von „Enovos Luxemburg“ allein anbelangt, präsentierte die Enovos-Konzernspitze am Mittwoch unter dieser Bezeichnung die konsolidierten Zahlen der Enovos Luxembourg S.A. und deren wichtigsten Tochtergesellschaften. Dabei wurden nur die Verkäufe an Dritte betrachtet, nicht jedoch die Verkäufe untereinander, wie Guy Weicherding dem „Luxemburger Wort“ auf Anfrage erläuterte. Demnach kam „Enovos Luxemburg“ 2014 auf ein Ebitda von 73,7 Millionen Euro gegenüber 59,5 Millionen im Jahr 2013.

Die außergewöhnlichen Abschreibungen drücken das Nettoergebnis von 17 Millionen (2013) auf minus 60,4 Millionen Euro (2014). Im Geschäftsbericht der Enovos Luxembourg S.A., der am Dienstag veröffentlicht wurde, werden hingegen auch Verkäufe an die Tochtergesellschaften miteinbezogen, so dass sich abweichende Werte ergeben. 

Investitionen in Netze und erneuerbare Energien

Die Gruppe investierte 2014 insgesamt knapp 238 Millionen Euro, davon 163 Millionen Euro im Großherzogtum.

Rund 144 der 238 Millionen wurden vom Netzbetreiber Creos investiert, davon 130 in Luxemburg. Zu den größten Zukunftsprojekten gehören dabei die Arbeiten an der neuen Hochspannungstrasse östlich der Hauptstadt, um die Versorgungssicherheit im Süden des Landes zu verbessern, der Anschluss an die Netze des belgischen Betreibers Elia sowie die Einführung der sogenannten „Smart Meter“, das sind intelligente Zähler, die ab 2016 die bisherigen Zähler in den Häusern ersetzen sollen. 

Intelligente Zähler kommen ab 2016

Die neuartigen Stromzähler werden dabei mit dem zentralen Datenzentrum verbunden und können Daten sowohl für Strom und Gas sowie optional auch für Wasser übertragen. Dazu würden die einzelnen Zähler in den Häusern per Kabel oder Funk verbunden, hieß es am Mittwoch. Bis 2019/2020 sollen die bisherigen Zähler ersetzt werden.

Weitere rund 52 Millionen Euro wurden von „Enovos Luxemburg“ im vergangenen Jahr in erneuerbare Energien investiert. 

Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann hatte keine neuen Infos zum Aktionärswechsel.
Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann hatte keine neuen Infos zum Aktionärswechsel.
Foto: Guy Jallay

Die Enovos Gruppe hat 2014 ein zweites Darlehen auf dem deutschen Kapitalmarkt in Höhe von 80 Millionen Euro gezeichnet, um ihre langfristigen Investitionen zu gewährleisten. Mit einem Verschuldungsgrad von 43,4 % verfügt die Enovos Gruppe weiterhin über eine finanzielle Basis, um ihren Wachstumskurs in den kommenden Jahren fortzusetzen.

Ende 2014 beschäftigte die Enovos Gruppe insgesamt 1 459 Mitarbeiter – gegenüber 1 394 Mitarbeitern im Vorjahr. In Luxemburg haben die Unternehmen der Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 85 neue Mitarbeiter eingestellt.

RWE und E.ON wollen 
Anteile weiterhin verkaufen

Was die Aktionärsstruktur der Enovos International S.A. angeht, bestätigte Marco Hoffmann, dass RWE Energy und E.ON Ruhrgas nach wie vor ihre Anteile von insgesamt 28,63 Prozent verkaufen möchten. Dies dauere jedoch länger als geplant. Man gehe davon aus, dass der Aktionärswechsel 2015 abgeschlossen werde, könne aber keinen Termin nennen. Zur genauen Zusammensetzung des Konsortiums unter Beteiligung des Staates, das die Anteile erwerben möchte, durfte sich Hoffmann nicht äußern.


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