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Jahresbericht des Finanzamts Trier: Zahl der Selbstanzeigen immer noch hoch
Wirtschaft 2 Min. 08.02.2017

Jahresbericht des Finanzamts Trier: Zahl der Selbstanzeigen immer noch hoch

Bei der Trierer Steuerverwaltung gingen seit 2010 insgesamt 2055 Selbstanzeigen wegen Kapitalerträgen ein, davon stammten 1538 von Steuerpflichtigen mit Konto in Luxemburg.

Jahresbericht des Finanzamts Trier: Zahl der Selbstanzeigen immer noch hoch

Bei der Trierer Steuerverwaltung gingen seit 2010 insgesamt 2055 Selbstanzeigen wegen Kapitalerträgen ein, davon stammten 1538 von Steuerpflichtigen mit Konto in Luxemburg.
Foto: Andreas Adam
Wirtschaft 2 Min. 08.02.2017

Jahresbericht des Finanzamts Trier: Zahl der Selbstanzeigen immer noch hoch

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Obwohl die „strafbefreiende Selbstanzeige“ bereits 2015 verschärft wurde, haben sich auch im vergangenen Jahr noch viele Steuersünder beim Finanzamt Trier gemeldet – die meisten mit Konto in Luxemburg.

(aa) - Obwohl die „strafbefreiende Selbstanzeige“ bereits 2015 verschärft wurde, haben sich auch 2016 noch viele Steuersünder beim Finanzamt Trier gemeldet – die meisten mit Konto in Luxemburg. Das geht aus dem Jahresbericht der Behörde hervor, der am Mittwoch vom Vorsteher des Finanzamtes, Jürgen Kentenich, präsentiert wurde.

Die Grenze, bis zu der Steuerhinterziehung bei einer Selbstanzeige straffrei bleibt, sank zum  Januar 2015 von 50000 auf 25000 Euro. Infolgedessen ging die Zahl der Selbstanzeigen 2015 erwartungsgemäß auf 334 zurück. 2014 waren es noch über 900 gewesen.

Entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland blieb die Zahl der beim Finanzamt Trier eingegangenen Selbstanzeigen im vergangenen Jahr mit 313 nahezu unverändert. 267 davon betrafen laut Kentenich übrigens Steuersünder mit Konto in Luxemburg.

Die anhaltend hohe Zahl luxemburgischer Fälle wird zurückgeführt auf den Ankauf von Daten einer luxemburgischen Bank durch die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung im Oktober 2015.

Über 2000 Selbstanzeigen seit 2010

Kurz vor der Jahreswende 2016/2017 ging übrigens die zweitausendste Selbstanzeige beim Finanzamt Trier ein – seit Beginn der Anschreibungen im Februar 2010. Aktuell liegt die Gesamtzahl bei 2055. 1538 der gesamten Selbstanzeigen betrafen Personen mit Konto im Großherzogtum.

Die gesamten Selbstanzeigen führten laut aktuellen Angaben des Finanzamtes Trier zu Steuereinnahmen von rund 56,6 Millionen Euro. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei rund 53 Millionen Euro.

Zwei Durchsuchungen wegen Panama Papers

Im Februar 2016 hatte Jürgen Kentenich dem "Luxemburger Wort" gesagt: „Meiner Meinung nach werden Fondsgesellschaften, Stiftungen, Auslandsgesellschaften, Panama-Gesellschaften und solche Dinge in Zukunft das Thema sein.“

Nun hieß es am Mittwoch, aus den Panama Papers des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) hätten sich zwei Durchsuchungen durch die Steuerfahndung des Finanzamts Trier ergeben, deren Auswertungen allerdings noch andauerten.

Als Versicherung getarne Kapitalanlagen im Visier

Im laufenden Jahr will man sich beim Finanzamt Trier u. a. mit Themen befassen, die auch Luxemburg betreffen könnten. So sollen z. B. Verschleierungsmodelle von Kapitalanlagen (Insurance Wrapper, Private Placement Life Insurance) untersucht werden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Gestaltung bei Lohnzahlungen. "Wir müssen davon ausgehen, dass gerade Hochverdiener Teile ihres Lohns in irgend einer anderen Form bekommen als einfach nur Cash. Und dass damit auch versucht wird, anfallende Lohnsteuer zu vermeiden", so Jürgen Kentenich am Mittwoch.

Beteiligungen in Luxemburg werden überwacht

Ein weiterer Punkt seien Unternehmensbeteiligungen in Luxemburg, die von in Deutschland lebenden Steuerpflichtigen gehalten werden. Neben der Meldepflicht beim deutschen Finanzamt müssten z. B. Dividenden und Anteilsveräußerungen ordnungsgemäß versteuert werden.

"Wir arbeiten die öffentlich zugänglichen Urkunden in Luxemburg durch, die öffentlichen Register, und haben inzwischen 1400 Beteiligungen in der Überwachung", sagte der Vorsteher des Finanzamtes Trier.



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