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Zahlreiche neue Aufgaben
Wirtschaft 3 Min. 18.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Jahresbericht der CSSF

Zahlreiche neue Aufgaben

Aufgrund der stetig wachsenden Mitarbeiterzahl wird es bereits eng im neuen Sitz der CSSF, der im November 2015 eingeweiht wurde.
Jahresbericht der CSSF

Zahlreiche neue Aufgaben

Aufgrund der stetig wachsenden Mitarbeiterzahl wird es bereits eng im neuen Sitz der CSSF, der im November 2015 eingeweiht wurde.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 18.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Jahresbericht der CSSF

Zahlreiche neue Aufgaben

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Der Wechsel des Generaldirektors, der Umzug in ein neues Gebäude und eine Ausdehnung der Aufgabenbereiche: Das letzte Jahr war ereignisreich für die Finanzaufsicht CSSF. Doch auch für kommende 
Herausforderungen sieht man sich gewappnet.

(las) -  Im Aktivitätsbericht für 2015 stellt die Aufsichtsbehörde „Commission de surveillance du secteur financier“ (CSSF) die Umsetzung der Europäischen Bankenunion in den Vordergrund. 2015 war das erste Jahr der einheitlichen Bankenaufsicht „Single Supervisory Mechanism“ (SSM). Dazu kamen die neuen Strukturen der Einlagensicherung und die Vorbereitung auf den Mechanismus zur Bankenabwicklung, der Anfang 2016 in Kraft trat.

Alle diese zusätzlichen Aufgaben sowie das Wachstum der Fondsindustrie führten dazu, dass die CSSF 73 neue Stellen schuf und somit die Mitarbeiterzahl auf 628 anwuchs. Auch dieses und nächstes Jahr will die CSSF weiteres Personal einstellen, kündigt der Generaldirektor Claude Marx an.

Stabilisierung am Finanzplatz

Als Aufsichtsbehörde verfolgt die CSSF die Entwicklung des Finanzplatzes. 2015 blieben die Zahl der Banken und deren Gesamtumsatz stabil – eine gute Nachricht angesichts der Rückgänge in den Jahren zuvor. Allerdings sank der Gewinn des Bankensektors um 6,3 Prozent gegenüber 2014 auf knapp vier Milliarden Euro.

Bei den Dienstleistern des Finanzsektor, den sogenannten „professionnels du secteur financier“ (PSF) kam es 2015 laut CSSF zu einer Stabilisierung. Die Entwicklung der Umsatz- und Gewinnzahlen werden von einigen großen Akteuren beeinflusst, so dass sie wenig aussagekräftig sind. Generell ist die Tendenz aber positiv, und die Zahl der Mitarbeiter bei den PSF stieg. Bei den spezialisierten Dienstleistern war es ein Zuwachs um 10,4 Prozent.

Bei den Fonds sanken die Anlagen in den letzten zwölf Monaten um 3,15 Prozent. Die Zahl der Organismen für gemeinsame Anlagen (OPC) ging leicht zurück, was aber laut der CSSF eine Folge der Konzentration in diesem Sektor ist. Die Zahl der Mitarbeiter der Fondsverwalter stieg 2015 um 11,2 Prozent. Die letzten Zahlen für Mai 2016 sind ebenfalls positiv: Die Vermögenswerte der Fonds stiegen um 1,33 Prozent auf 3.488 Milliarden Euro.

Bußgelder in Höhe von 1,3 Millionen

Stellt die CSSF eine Ordnungswidrigkeit fest, kann sie auch Strafen aussprechen. 2015 erreichten die Bußgelder 1,3 Millionen Euro, deutlich mehr als die 722.250 Euro im Jahr zuvor. Grund war in den meisten Fällen die Nichtbeachtung von Transparenzbestimmungen.

Claude Marx sieht als künftige Herausforderung vor allem den Kampf gegen Geldwäsche. 2015 war die CSSF an zahlreichen neuen Regeln gegen Terrorfinanzierung und Geldwäsche beteiligt. Von 139 Kontrollen, die die CSSF 2015 vor Ort durchführte, betrafen 27 Bestimmungen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung. In drei Fällen verhängte die CSSF ein Bußgeld und einmal eine Rüge. Die Aufsichtsbehörde meldete vier Verdachtsfälle an die Justiz, 2014 waren es noch zwölf Meldungen.

Auf Innovation ausgerichtet

Die Digitalisierung der Finanzdienstleistungen stellt auch die CSSF vor neue Herausforderungen. Seit 2015 erhält die Aufsichtsbehörde zahlreiche Anfragen von Unternehmen, die wissen wollen, ob und unter welche Reglementierung sie fallen. Dabei handele es vor allem um Bezahldienste und elektronisches Geld wie etwa Bitcoins. Luxemburg sei zu einer Plattform für diese Aktivitäten geworden, betont die Behörde.

Die CSSF befürwortet die Definition der neuen Geschäftsmodelle innerhalb der bestehenden Reglementierung. Dies erlaube, rechtliche Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und den Fintech-Unternehmen von Luxemburg aus den Zugang zum europäischen Markt zu gewähren.

Die CSSF hat zum Ziel, den Einsatz neuer Technologien zu ermöglichen und dennoch den Datenschutz zu gewährleisten und Missbräuche zu verhindern. Der Jahresbericht nennt etwa die neue Möglichkeit für Banken, die Identität von neuen Kunden per Videochat zu überprüfen. Zudem vereinfacht die CSSF den Luxemburger Finanzinstituten, IT-Dienste an andere Unternehmen auszulagern.


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