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IWF hebt Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft leicht an
Wirtschaft 3 Min. 26.01.2021 Aus unserem online-Archiv

IWF hebt Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft leicht an

Das Gebäude des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington DC.

IWF hebt Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft leicht an

Das Gebäude des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington DC.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 26.01.2021 Aus unserem online-Archiv

IWF hebt Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft leicht an

Die Corona-Krise hat die Weltwirtschaft weiterhin fest im Griff, doch der Internationale Währungsfonds (IWF) ist inzwischen etwas zuversichtlicher für 2021.

(dpa) - Die Impfstoffe gegen das Corona-Virus verbessern die globalen Wachstumsaussichten: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für die Aussichten der Weltwirtschaft in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent angehoben. Neben der positiven Wirkung der Impfkampagnen rechnet der IWF auch in einigen größeren Industriestaaten mit weiteren Konjunkturspritzen. Für Europa erwartet der IWF aber in diesem Jahr ein schwächeres Wachstum als zuletzt angenommen.


This photo taken on April 6, 2020 shows an employee working at a photoelectric production line at a factory in Wuhan in China's central Hubei province. (Photo by STR / AFP) / China OUT
IWF erwartet globale Rezession
Die Welt steht wegen der Corona-Pandemie vor einer epochalen Rezession. 2021 gibt es aber zumindest Hoffnung für eine Erholung.

Für das kommende Jahr prognostiziert der IWF wie bereits im Oktober ein globales Wirtschaftswachstum von 4,2 Prozent. Alle Prognosen seien angesichts der Pandemie und der Zunahme der Infektionen in vielen Industriestaaten Ende vergangenen Jahres weiter mit einer großen Unsicherheit verbunden, schränkte Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Dienstag ein. „Um die Pandemie zu beenden, hängt jetzt viel ab von dem Rennen zwischen einem mutierenden Virus und den Impfungen sowie von der Fähigkeit der Politik, effektive Unterstützung zu gewährleisten, bis es so weit ist“, erklärte Gopinath.

Anpassung an die neue Realität

Der Einbruch der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr mit einem geschätzten Minus von 3,5 Prozent stelle die schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise vor rund 90 Jahren dar, erklärte der IWF. Gleichzeitig fiel der Rückgang nicht so schlimm aus wie noch im Oktober befürchtet, als von 4,4 Prozent ausgegangen worden war. Im Juni hatte der Währungsfonds sogar noch mit 0,8 Prozentpunkten weniger Wachstum gerechnet. Dass das Schlimmste verhindert wurde, schreibt der IWF maßgeblich dem beherzten Eingreifen von Zentralbanken und Regierungen zu, die sich mit Niedrigzinsen und massiven Hilfsprogrammen gegen die Krise stemmen.

Der IWF begründet dies aber auch mit einer Anpassung an die neuen Realitäten, die bestimmte Aktivitäten wie etwa Restaurantbesuche nur noch eingeschränkt zulassen. „Trotz der hohen und steigenden menschlichen Kosten der Pandemie scheint sich das Wirtschaftsleben an die weniger Kontakt-intensiven Aktivitäten zu gewöhnen“, so der Währungsfonds. Insgesamt zeichnet der IWF aber weiter ein tristes Bild. Besonders für Schwellen- und Entwicklungsländer sei die Pandemie verheerend - bei der Armutsbekämpfung dürfte sie sämtliche Fortschritte der letzten zwei Jahrzehnte rückgängig machen.

Für die Eurozone insgesamt reduziert der IWF seine Prognose für 2021 um 1 Prozentpunkt auf ein Plus von 4,2 Prozent. Für die weltgrößte Volkswirtschaft USA wird ein Wachstum von 5,1 Prozent erwartet, 2 Prozentpunkte mehr als noch im Oktober. China trauen die IWF-Ökonomen ein deutliches Plus von 8,1 Prozent zu.

Breiten Zugang zu Corona-Impfungen

Jede Wirtschaftsprognose ist derzeit auch eine Corona-Prognose. Der IWF geht bei seinem Zahlenwerk davon aus, dass die Menschen in den Industriestaaten und in einigen Schwellenländern bis Jahresmitte breiten Zugang zu Corona-Impfungen haben werden. Bis Mitte nächsten Jahres soll das dann für alle Staaten gelten. „Es braucht eine starke multilaterale Zusammenarbeit, um die Pandemie überall unter Kontrolle zu bringen“, erklärte der IWF. Daher müssten auch mehr Mittel für die internationale Impf-Initiative Covax bereitgestellt werden, die ärmere Länder unterstützt, forderte die Organisation.


The Fearless Girl statue  is seen in front of the New York Stock Exchange (NYSE) on April 30, 2020 in New York City. - Wall Street stocks opened lower Thursday following another spike of jobless claims in the wake of coronavirus shutdowns, offsetting strong results from tech giants. Another 3.84 million US workers filed for unemployment benefits last week and the total has now passed 30 million in six weeks, according to the Labor Department data. (Photo by Johannes EISELE / AFP)
Wie Corona die Weltwirtschaft infiziert hat
Ob sich 2020 zu einer „beispiellosen Krise“ entwickeln wird, die die 1920er- und 1930er-Jahre in den Schatten stellen wird, lässt sich noch nicht klar absehen. Alles hängt von der Dauer der Pandemie und der Wirkung staatlicher Rettungspakete ab.

„Die neuen Varianten des Virus erinnern uns daran, dass diese Pandemie nicht vorbei ist, bis sie überall vorbei ist“, schrieb Chefvolkswirtin Gopinath. Der IWF schätzt die Kosten der Pandemie für die Weltwirtschaft für die Jahre 2020 bis 2025 auf 22 Billionen US-Dollar. Das entspricht etwa der Wirtschaftsleistung der USA eines Jahres, oder etwas mehr als dem vierfachen des deutschen BIPs. Sollte es gelingen, der Pandemie weltweit schneller Einhalt zu gebieten, könnte das globale BIP bis 2025 um neun Billionen Dollar höher ausfallen, wovon vier Billionen auf reiche Länder entfallen würden.

Die Corona-Pandemie hat sich in den Wintermonaten nochmals global deutlich zugespitzt, vor allem wegen einer starken Zunahme der Neuinfektionen und Todesfälle in Nordamerika, Brasilien, Südafrika und in Europa. Viele Länder haben daher erneut einen Lockdown oder andere Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt, um die Pandemie einzudämmen - auch wenn diese die Wirtschaft belasten.

Weltweit gibt es bereits rund 100 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Corona-Virus Sars-CoV-2. Mehr als 2,1 Millionen Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Die seit kurzem zugelassenen Impfstoffe sind sehr wirksam, die Produktion läuft angesichts der globalen Nachfrage aber schleppend an. Zudem stellen Impfkampagnen vielerorts auch die Behörden vor große Herausforderungen. 

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