Wählen Sie Ihre Nachrichten​

IWF erwartet globale Rezession
Wirtschaft 14.04.2020 Aus unserem online-Archiv

IWF erwartet globale Rezession

Weltweit wird die Wirtschaft 2020 einen historischen Einbruch erleben,

IWF erwartet globale Rezession

Weltweit wird die Wirtschaft 2020 einen historischen Einbruch erleben,
Foto: AFP
Wirtschaft 14.04.2020 Aus unserem online-Archiv

IWF erwartet globale Rezession

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Wirtschaft in diesem Jahr weltweit dramatisch schrumpfen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit der schwersten globalen Rezession seit fast hundert Jahren.

(dpa) - Die globale Wirtschaftsleistung könnte 2020 um 3 Prozent zurückgehen, jene der Eurozone sogar um 7,5 Prozent, wie der IWF am Dienstag in seiner jüngsten Prognose zur globalen Konjunkturentwicklung erklärte. Es müsse mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden. Im Januar hatte der IWF für 2020 noch ein globales Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert, die 19 Länder der Eurozone sollten um 1,3 Prozent zulegen.

"Globale Krise"


ARCHIV - 15.09.2008, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Händler steht an der Börse vor der Dax-Kurve.Das Coronavirus setzt der Weltwirtschaft mächtig zu. Wird alles noch schlimmer als in der Finanzkrise 2008/2009? Hoffnung, dass der Vergleich hinkt, macht manche Weichenstellung der vergangenen Jahre. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Corona-Krise und Finanzkrise: Eine Art Déjà-vu
Die Corona-Pandemie trifft die Wirtschaft mit voller Wucht. Ist die Krise verheerender als der Einbruch 2008/2009? Handelskammer-Präsident Luc Frieden sieht Parallelen und Unterschiede.

„Es ist eine wirklich globale Krise, weil kein Land verschont bleibt“, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath vor Journalisten. Der IWF bezeichnet die Corona-Krise in Anlehnung an die Weltwirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre, die sogenannte Große Depression, als „die Große Ausgangssperre“ (Englisch: The Great Lockdown). Gopinath erklärte, der prognostizierte Wirtschaftseinbruch werde „die schlimmste Rezession seit der Großen Depression sein und wesentlich schlimmer als die globale Finanzkrise“ von 2008 bis 2009.

Für 170 Länder der Welt rechnet der IWF für dieses Jahr mit schrumpfenden Pro-Kopf-Einkommen. Die Weltwirtschaftsleistung werde wegen der Pandemie daher 2020 und 2021 wohl um rund 9 Billionen US-Dollar (8,2 Billionen Euro) sinken, sagte Gopinath.

Erholung in 2021


Die Immobilienpreise steigen ins Unermessliche, doch die Regierung tut nichts dagegen.
Luxemburg: Wie die Corona-Krise den Immobilienmarkt verändert
Ein eigener Garten und mehr Platz fürs Büro: Die Corona-Krise könnte Auswirkungen auf künftige Entscheidungen beim Kaufen oder Mieten eigener vier Wände haben.

Für das kommende Jahr rechnet der IWF mit einer deutlichen Erholung. Die globale Wirtschaft soll dann im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent wachsen, jene der Eurozone um 4,7 Prozent. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Epidemie im zweiten Halbjahr 2020 weitgehend unter Kontrolle gebracht werden kann und sich auch das Wirtschaftsleben wieder normalisiert, wie der IWF erklärte.


Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wie Corona die Weltwirtschaft infiziert hat
Ob sich 2020 zu einer „beispiellosen Krise“ entwickeln wird, die die 1920er- und 1930er-Jahre in den Schatten stellen wird, lässt sich noch nicht klar absehen. Alles hängt von der Dauer der Pandemie und der Wirkung staatlicher Rettungspakete ab.
The Fearless Girl statue  is seen in front of the New York Stock Exchange (NYSE) on April 30, 2020 in New York City. - Wall Street stocks opened lower Thursday following another spike of jobless claims in the wake of coronavirus shutdowns, offsetting strong results from tech giants. Another 3.84 million US workers filed for unemployment benefits last week and the total has now passed 30 million in six weeks, according to the Labor Department data. (Photo by Johannes EISELE / AFP)
IWF-Frühjahrstagung: Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Der Internationale Währungsfonds könnte auch Internationaler Warnungsfonds heißen. Der neue Weltwirtschaftsbericht des Krisenhelfers listet mal wieder zahlreiche Risiken für die globale Konjunktur auf. Dabei gibt es auch viele Gründe für Optimismus.
Finanzminister und Notenbankchefs aus 188 Mitgliedsländern diskutieren bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank darüber, was sie gemeinsam für die globale Konjunktur tun können.