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IWF: „Die Risiken auf dem Immobilienmarkt haben weiter zugenommen“
Wirtschaft 15.03.2021

IWF: „Die Risiken auf dem Immobilienmarkt haben weiter zugenommen“

Während der Pandemie sind die Immobilienpreise um 14 Prozent in zwölf Monaten gestiegen.

IWF: „Die Risiken auf dem Immobilienmarkt haben weiter zugenommen“

Während der Pandemie sind die Immobilienpreise um 14 Prozent in zwölf Monaten gestiegen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 15.03.2021

IWF: „Die Risiken auf dem Immobilienmarkt haben weiter zugenommen“

Marlene BREY
Marlene BREY
Der internationale Währungsfonds drängt Luxemburg dazu, erschwingliche Angebote auf dem Wohnungsmarkt zu schaffen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt Luxemburg in seinen diesjährigen wirtschaftspolitischen Empfehlungen ein gutes Zeugnis aus. Grundsätzlich habe die Regierung in der Corona-Krise die richtigen Maßnahmen ergriffen. „Luxemburgs Wirtschaft hat sich viel besser entwickelt als die der Eurozone“, sagte Emil Stavrev, Leiter der IWF-Delegation, am Montag.

Erholung in 2021

Nach einem leichten Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,3 Prozent im Jahr 2020 erwarten die Experten des IWF einen Aufschwung im Jahr 2021 mit einem BIP-Wachstum von etwa 4,5 Prozent - bei anhaltender gezielter politischer Unterstützung. 

Die Empfehlung: Die Fiskalpolitik sollte so lange unterstützend wirken, bis ein kräftiger Aufschwung einsetzt, wobei sie sich zunehmend auf die Schwächsten konzentrieren sollte.

Bezahlbarer Wohnraum

Probleme sehen die Experten beim Wohnen: „Die Risiken auf dem Immobilienmarkt haben weiter zugenommen“, so die Einschätzung. Die Preise seien während der Pandemie erneut gestiegen, um 14 Prozent in zwölf Monaten. 


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Die Einführung von Beleihungsgrenzen zur Eindämmung der zunehmenden Verschuldung der privaten Haushalte inmitten schnell steigender Hauspreise und Hypotheken sei ein Schritt in die richtige Richtung. Sollte die Verschuldung der privaten Haushalte weiter ansteigen, sollte die derzeitige Beleihungsgrenze überdacht werden, so der IWF. 

Inklusivität auf dem Wohnungsmarkt  

Die im Jahr 2020 unternommenen Schritte zur Verbesserung des Wohnungsangebots seien zu begrüßen und sollten mit weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Inklusivität auf dem Wohnungsmarkt fortgesetzt werden. Die unverhältnismäßigen Auswirkungen der Pandemie auf gefährdete Gruppen in Verbindung mit steigenden Hauspreisen machen die Verfügbarkeit eines erschwinglichen Wohnungsangebots noch dringlicher, so die Experten. 

Im Jahr 2020 habe die Regierung zu Recht Schritte unternommen, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu verbessern. So wird der Pacte Logement 2.0 unter anderem die an die Kommunen vergebenen Subventionen an die Menge der gebauten Sozialwohnungen koppeln. 

Delegation des IWF in Luxemburg

Jedes Jahr stellen Delegationen des IWF den Regierungen der aktuell 190 Mitgliedsstaaten ein Zeugnis aus. Um sich vor Ort ein geeignetes Bild der Wirtschaft machen zu können, treffen die Experten innerhalb von zwei Wochen wichtige Akteure der nationalen Wirtschaft. Wenn die Besprechungen mit Regierung, Gewerkschaften und Verbänden abgeschlossen sind, erstellt der IWF einen Bericht und formuliert Ratschläge. 

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