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Iran fordert 1,6 Milliarden Dollar von Luxemburg
Wirtschaft 08.03.2017 Aus unserem online-Archiv
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Iran fordert 1,6 Milliarden Dollar von Luxemburg

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Iran fordert 1,6 Milliarden Dollar von Luxemburg

Foto: Reuters
Wirtschaft 08.03.2017 Aus unserem online-Archiv
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Iran fordert 1,6 Milliarden Dollar von Luxemburg

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Eine beträchtliche Summe in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar, die an sich der iranischen Zentralbank gehört, ist in Luxemburg eingefroren. Die iranischen Behörden fordern nun das Geld zurück.

(ml) - In Luxemburg sind derzeit 1,6 Milliarden US-Dollar, die der iranischen Zentralbank gehören, bei der Clearstream eingefroren. Die Anwälte der iranischen Zentralbank fordern nun, dass die hohe Geldsumme an den Iran zurückfließt.

Im vergangenen Jahr hatte ein luxemburgischer Richter die beträchtliche Summe einfrieren lassen. Bereits zuvor hatten Anwälte von 9/11-Opfer ein Rechtsersuchen eingereicht. Sie beschuldigen den Iran, bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Fäden gezogen zu haben.

Laut "New York Times" gelangte der New Yorker Bundesrichter George B. Daniels zum Schluss , dass der Iran die Terrororganisation El Kaida finanziell unterstützt habe. Der Iran hat diese Beschuldigungen stets von sich gewiesen. 2012 sprach Daniels ein Urteil, demzufolge der Iran den Opfern Entschädigungen in Höhe von insgesamt sieben Milliarden US-Dollar überweisen müsse. Den US-Terroropfern und ihren Hinterbliebenen wurden im Laufe der vergangenen 20 Jahre insgesamt 50 Milliarden  US-Dollar in Abwesenheitsurteilen zugesprochen.

Urteil am 22. März

Als die Europäische Union wegen des iranischen Atomprogramms Sanktionen gegen den Iran beschloss, blieb es Teheran verwehrt, an die 1,6 Milliarden US-Dollar zu gelangen, die hierzulande gelagert sind. Nachdem jedoch im Juli 2015 das Atomabkommen zwischen dem Iran und den Großmächten zustande kam, wurden zahlreiche Sanktionen gelockert.

Seitdem stünden die Anwälte der iranischen Zentralbank mit den luxemburgischen Behörden in Kontakt, damit der Iran wieder einen Zugriff auf das Geld bekomme, sagte der iranische Vizeaußenminister  Majid Takhte-Ravanchi in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur.

Demnächst wird sich die Justiz der Sache annehmen müssen. Am 22. März wird ein erstes Urteil in Luxemburg erwartet. Der Richter muss darüber befinden, ob das Einfrieren der Gelder rechtens sind. Bereits Ende Februar hatte sich ein Vertreter der iranischen Zentralbank vor Gericht dafür ausgesprochen, die bestehende Maßnahme aufzuheben.

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