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Internationale Fahndung nach OneCoin-Chefin Ignatova
Wirtschaft 2 Min. 12.05.2022
Verbindungen nach Luxemburg

Internationale Fahndung nach OneCoin-Chefin Ignatova

Ruja Ignatova (l.) gilt als der Kopf der betrügerischen Firma OneCoin. Pierre Arens (M.) war deren CEO, Frank Schneider (r.) soll mit Know-how und Kontakten geholfen haben.
Verbindungen nach Luxemburg

Internationale Fahndung nach OneCoin-Chefin Ignatova

Ruja Ignatova (l.) gilt als der Kopf der betrügerischen Firma OneCoin. Pierre Arens (M.) war deren CEO, Frank Schneider (r.) soll mit Know-how und Kontakten geholfen haben.
Fotos: BKA / Screenshot youtube / Lex Kleren
Wirtschaft 2 Min. 12.05.2022
Verbindungen nach Luxemburg

Internationale Fahndung nach OneCoin-Chefin Ignatova

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Ruja Ignatova soll im hohen Millionenbereich Anleger geprellt haben. Die "Crypto-Queen" steht mit ihrer Firma OneCoin in Verbindung zu den Luxemburgern Pierre Arens und Frank Schneider.

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen fahndet seit Mittwoch auch weltweit nach Ruja Ignatova, mittlerweile auch bekannt als „Crypto-Queen“. Die 41-jährige Deutsche mit bulgarischen Wurzeln wird gesucht wegen gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schweren Fall sowie wegen Geldwäsche - ein Dossier, das eng verknüpft ist mit den Luxemburger Personalien Frank Schneider und Pierre Arens.

Zitat LKA: „Die Gesuchte steht im Verdacht, als treibende Kraft und geistige Erfinderin der vermeintlichen Kryptowährung OneCoin weltweit Investoren veranlasst zu haben, in diese tatsächlich wertlose ‚Währung‘ zu investieren.“ Anleger seien getäuscht worden, der Wert des OneCoin sei intern vorgegeben worden und habe nicht auf Marktmechanismen beruht, so die Polizei: „Der bislang in dem Verfahren festgestellte Betrugsschaden liegt bei etwas mehr als 88 Millionen Euro. Der weltweit verursachte Schaden dürfte deutlich höher sein.“

Der Fünf-Monats-CEO

CEO von „OneCoin“ war von Mai bis Oktober 2017 der Luxemburger Pierre „Pitt“ Arens. Bereits damals liefen internationale Ermittlungen gegen das Unternehmen, die versprochenen Gewinne seien nicht realisierbar, hieß es beispielsweise aus Italien, wo OneCoin im Februar 2017 verboten wurde. Ein Verbot in Deutschland folgte im April. In Österreich ermittelte die Staatsanwaltschaft, in Indien wurden 35 Konten gesperrt. 


Laut Luxemburger CEO Pierre Arens ist „viel der negativen Propaganda gegen das Unternehmen und seine Repräsentanten nicht zutreffend.“
Pierre Arens neuer CEO von Onecoin
Die Kryptowährung Onecoin verspricht Anlegern viel Geld. In mehreren Ländern wird gegen Onecoin ermittelt. Der CEO des Unternehmens ist Luxemburger.

Auf die Vorwürfe, OneCoin sei ein Schneeballsystem, antwortete Arens damals dem „Luxemburger Wort“: „Ich habe meinen Job als CEO von OneCoin vor erst sechs Wochen angetreten und bin persönlich von laufenden Ermittlungen nicht betroffen“. Viele der kritischen Behauptungen träfen nicht zu, so Arens. „Negative Propaganda“ sei das. Im Oktober 2017 trat Arens zurück: Er habe „nicht genug Handlungsspielraum“ im Unternehmen, sagte er als Begründung.

Der Ex-Spion als Hinweisgeber?

Frank Schneider wurde im April 2021 auf Drängen amerikanischer Behörden nahe der Luxemburger Grenze in Frankreich verhaftet. Dem Geschäftsmann und ehemaligen Mitarbeiter des Luxemburger Geheimdienstes SREL wird seitens der US-Staatsanwälte vorgeworfen, Teil des OneCoin-Betrugs zu sein. Er habe die Fähigkeiten und Kenntnisse aus seiner Zeit als Spion genutzt, um Verdächtige im Zusammenhang mit OneCoin vor Ermittlungen zu warnen. 


Der ehemalige Geheimdienstler Frank Schneider wird beschuldigt, in den Vereinigten Staaten Teil eines Milliarden-Betrugs gewesen sein.
Frank Schneider kann an USA ausgeliefert werden
Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter wird verdächtigt, Teil eines Multi-Milliarden-Dollar-Betrugs in Zusammenhang mit Kryptogeschäften zu sein.

Das Berufungsgericht in Nancy hat im Januar 2022 entschieden, dass Schneider in die USA ausgeliefert werden darf. Dem müsste allerdings der Premierminister noch zustimmen. Schneider droht in den USA eine langjährige Haftstrafe.  

Schneider sollte sich in Luxemburg zudem mit zwei Mitangeklagten – dem ehemaligen SREL-Direktor Marco Mille sowie Ex-Geheimagent André Kemmer – im Berufungsverfahren des SREL-Prozesses verantworten. Aufgrund seiner Inhaftierung wurde der Prozess bis auf Weiteres verschoben. 

Ignatova als „Europe's Most Wanted“

Foto: Screenshot eumostwanted.eu

Ruja Ignatova ist seit Oktober 2017 untergetaucht. Laut Bundeskriminalamt dürfte sie „über erhebliche finanzielle Mittel und weltweit über Unterstützer und Kontaktpersonen“ verfügen. Daher wird die Fahndung jetzt weltweit ausgeweitet. Das bedeutet: Alle 194 Interpol-Mitgliedsstaaten veröffentlichen den Fahndungsaufruf, auch auf „Europe's Most Wanted Fugitives“ ist ihr Steckbrief zu sehen. In Deutschland wurde der Fall OneCoin am Mittwochabend in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ vorgestellt

Für Hinweise, die zu Ignatovas Ergreifung führen, sind 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

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