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Interessenverband Airlines for Europe: Cargolux drängt auf Chancengleichheit
Wirtschaft 2 Min. 19.12.2016

Interessenverband Airlines for Europe: Cargolux drängt auf Chancengleichheit

Die Cargolux bewegt sich in einem schwierigen Marktumfeld mit Überkapazitäten und aggressiven Mitbewerbern, darunter Airlines vom persischen Golf.

Interessenverband Airlines for Europe: Cargolux drängt auf Chancengleichheit

Die Cargolux bewegt sich in einem schwierigen Marktumfeld mit Überkapazitäten und aggressiven Mitbewerbern, darunter Airlines vom persischen Golf.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 19.12.2016

Interessenverband Airlines for Europe: Cargolux drängt auf Chancengleichheit

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Als erste reine Frachtfluggesellschaft ist Cargolux Mitglied des neuen Verbandes Airlines for Europe (A4E) geworden. Die Luxair hingegen bleibt gegenüber A4E weiter zurückhaltend.

(aa) - Die Lufthansa-Gruppe, Air France-KLM, die International Airlines Group (darunter British Airways), Easyjet und Ryanair hatten sich Anfang 2016 im neuen Verband Airlines for Europe (A4E) zusammengeschlossen, um sich gegenüber EU-Institutionen, internationalen Organisationen und nationalen Regierungen für ihre Belange stark zu machen.

Wie A4E am Freitag mitteilte, zählt neuerdings auch die Cargolux zu den Mitgliedern – und das als erste reine Frachtfluggesellschaft. Der Verband erklärte daraufhin, sich künftig auch spezifischen Problemen von Cargoairlines annehmen zu wollen. Dazu will man eine Arbeitsgruppe einführen.

Chancengleichheit auf internationaler Ebene

In einer Mitteilung der Airlines for Europe wurde Cargolux-CEO Richard Forson mit den Worten zitiert, wonach A4E den wichtigen Auftrag habe, auf EU-Ebene dafür zu sorgen, dass deren Politik zur Wettbewerbsfähigkeit europäischer Airlines beiträgt und auf internationaler Ebene für Chancengleichheit sorgt.  

Die Cargolux bewegt sich in einem schwierigen Marktumfeld mit Überkapazitäten und aggressiven Mitbewerbern, darunter Airlines vom persischen Golf. Ausgestattet mit Rechten der fünften Freiheit macht beispielsweise Qatar Cargo der Cargolux direkt in Luxemburg Konkurrenz.

Ausgestattet mit Rechten der fünften Freiheit macht beispielsweise Qatar Cargo der Cargolux direkt in Luxemburg Konkurrenz.
Ausgestattet mit Rechten der fünften Freiheit macht beispielsweise Qatar Cargo der Cargolux direkt in Luxemburg Konkurrenz.
Foto: Guy Jallay

François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur hatte in den vergangenen Monaten mehrfach erklärt, die besonderen Flugrechte seien einst mit dem Emirat Katar vereinbart worden. Es mache wenig Sinn, dies aufzukündigen, da Qatar Airlines der Cargolux dann beispielsweise von Liège aus Konkurrenz mache. Stattdessen gelte es eine Lösung auf europäischer Ebene zu suchen.

Das hatte Cargolux-CEO Richard Forson, der in der Vergangenheit selbst drei Jahre für Qatar tätig war, kürzlich auch im Interview mit dem „Luxemburger Wort“ bestätigt. Qatar mache überdies nicht nur der Cargolux Konkurrenz. Airlines aus der EU hätten es dabei aufgrund strenger Auflagen schwerer. Von gleichen Wettbewerbsbedingungen könne keine Rede sein, so Forson.

Luxair bleibt weiter zurückhaltend

Anders als die Cargolux, zieht die Luxair derzeit offenbar keine A4E-Mitgliedschaft in Erwägung. "An unserer Position hat sich nichts verändert", so die Reaktion auf eine Anfrage dieser Zeitung. Im Januar hatte Luxair mitgeteteilt: "Den Bemühungen der A4E schließen wir uns sowieso im Rahmen unserer Arbeit bei der European Regions Airlines Association (ERA) und AEA an. Einen Beitritt bei der A4E müssen wir uns genau überlegen, da sie in erster Linie die Interessen der in Europa dominanten Großfluggesellschaften vertritt."

Minister François Bausch hatte im Januar 2016 den Zusammenschluss der Fluggesellschaften in der A4E als "unheilige Allianz" bezeichnet. Hintergrund dieser Aussage war damals die nachdrückliche Forderung der Airlines for Europe nach niedrigeren Flughafengebühren. Diese sind in Luxemburg vergleichsweise gering. Ob dies angesichts des Finanzierungsbedarfs in Zukunft allerdings so bleiben kann, wird sich erst noch zeigen.


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