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Initiative SpaceResources: Kleos und Regierung planen Kooperation im Weltall
Kleos-Direktor Andy Bowyer und Wirtschaftsminister Etienne Schneider unterzeichneten am Montag eine Absichtserklärung.

Initiative SpaceResources: Kleos und Regierung planen Kooperation im Weltall

Foto: Pierre Matgé
Kleos-Direktor Andy Bowyer und Wirtschaftsminister Etienne Schneider unterzeichneten am Montag eine Absichtserklärung.
Wirtschaft 2 Min. 24.07.2017

Initiative SpaceResources: Kleos und Regierung planen Kooperation im Weltall

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Als Grundlage ihrer Kooperation in der SpaceResources-Initiative haben die Kleos Space sàrl. und die luxemburgische Regierung am Montagmorgen eine Absichtserklärung unterzeichnet.

(aa/spo) - Als Grundlage ihrer Kooperation in der SpaceResources-Initiative haben die Kleos Space sàrl. und die luxemburgische Regierung am Montagmorgen eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Die neugegründete Kleos Space sàrl. ist eine hundertprozentige Tochter der Magna Parva Limited, einem Unternehmen für Raumfahrttechnologie aus dem Vereinigten Königreich.

Die Räumlichkeiten von Kleos Space befinden sich auf dem Gelände des Gründerzentrums Technoport in der Avenue des Hauts-Fourneaux Nr. 9 in Esch-Belval. Die Anzahl der Kleos-Mitarbeiter soll bis 2022 von fünf auf 60 erhöht werden.

Antennenausleger werden im All produziert

Das Betätigungsfeld von Kleos Space sind Dienstleistungen für Geolokalisierung. Die Firma entwickelt eine Infrastruktur für raumbezogene Aufklärung und Signalaufklärung und will Ausrüstung direkt im Weltall produzieren.

Kleos möchte zunächst auf kommerzieller Basis einen Satelliten für funkbasierte Geolokalisierung in den Orbit bringen, gefolgt von weiteren Satelliten, die mit einer Technologie für die Produktion im Weltall ausgestattet sind.

Produziert werden dabei Ausleger für Satellitenantennen. Durch eine große Distanz zwischen den einzelnen Antennen soll eine sehr hohe Genauigkeit des georteten Funksignals sichergestellt werden.

Diese Daten können dann für regulatorische Behördenzwecke, für Such- und Rettungszwecke, für Sicherheitszwecke oder für geheimdienstliche Verteidigungszwecke verwendet werden.

Forschung und Entwicklung sollen im Großherzogtum stattfinden. Kleos Space arbeitet mit dem Elektronikspezialisten EmTroniX zusammen sowie mit dem Institut für Wissenschaft und Technologie (List).

Die luxemburgische Regierung unterstützt die Entwicklung der Technologie, um vor Ort im Weltall zu produzieren. Dazu werden Mittel über das luxemburgische Weltraumprogramm (LuxIMPULSE) bereitgestellt.

Neues Weltraumgesetz tritt demnächst in Kraft

Luxemburg hat erst kürzlich als erstes europäisches Land den Bergbau im Weltraum mit einem Gesetz geregelt. Das Gesetz tritt zum 1. August 2017 in Kraft.

Vorerst geht es nicht darum, wertvolle Metalle und Mineralien aus dem Weltraum in großem Stil für den kommerziellen Gebrauch auf die Erde zu transportieren. Vielmehr sollen die gewonnenen Rohstoffe im All für die Raumfahrt und eine neue Weltraumindustrie genutzt werden.

Die in der Initiative namens SpaceResources zusammengeschlossenen Unternehmen hoffen zum Beispiel, Wasserstoff und Sauerstoff als Treibstoff für Raumfahrzeuge im All gewinnen und Astronauten mit auf Asteroiden gefundenem Wasser versorgen zu können.

Nach Ansicht von Experten schlummern Rohstoffe mit Milliardenwert in Gesteinen im Weltraum. Asteroide zum Beispiel weisen eine sehr hohe Konzentration von Edelmetallen wie Platin sowie Seltenen Erden auf, die in vielen Schlüsseltechnologien zu finden sind.

Luxemburgische Weltraumagentur kommt noch 2017

Eine nächste wichtige Etappe wird es sei, eine luxemburgische Weltraumagentur auf die Beine zu stellen. Dies soll bis zum Ende dieses Jahres geschehen, wie Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Montag erklärte.

Außerdem kündigte Schneider spezielle Fonds zur Finanzierung von Weltraumprojekten an. Diese könnten zusammengenommen ein Volumen von rund einer Milliarde Euro haben.

Mit Material von dpa


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