Initiative „HelloFuture“: Nachwuchs gesucht
Die Praktikumsbörse „HelloFuture“ ist für Schüler gedacht, die erste praktische Erfahrung in der Industriebranche gewinnen möchten.

Initiative „HelloFuture“: Nachwuchs gesucht

Foto: Anouk Antony
Die Praktikumsbörse „HelloFuture“ ist für Schüler gedacht, die erste praktische Erfahrung in der Industriebranche gewinnen möchten.
Wirtschaft 18 2 Min.04.01.2018

Initiative „HelloFuture“: Nachwuchs gesucht

Arbeitgeber warnen: Schon bald droht in Luxemburg ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Industriebranche. Das versucht die „HelloFuture“-Initiative zu bekämpfen, indem junge Menschen Einblicke in die Technologie- und Industrieberufe erhalten.

(mbb) - Die Glocke klingelt laut im Forum Geesseknäppchen in Hollerich; das Signal für Schüler, zum nächsten Ausstellungsstand zu gehen. Jeweils 15 Minuten haben die jungen Menschen Zeit, um sich über die verschiedenen Berufsfelder der Industriebranche zu informieren.

Die Initiative „HelloFuture“ ist zum zweiten Mal von der Fedil in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Regierung, Luxinnovation und der Handelskammer organisiert worden. Die Veranstaltung läuft noch bis morgen im Forum Geesseknäppchen. Ziel des Events ist, jungen Menschen, die kurz vor der Berufsauswahl stehen, Informationen über Industrieberufe zu vermitteln. Auch Bildungsminister Claude Meisch, der die Veranstaltung am Mittwochmorgen besuchte, betonte, wie bedeutend „HelloFuture“ sei: „Die wichtige Nachricht ist, dass die Industrie in Luxemburg eine Zukunft hat. Die Jugendlichen sollten Informationen darüber erhalten, welche Möglichkeiten es auf dem Arbeitsmarkt gibt.“ Die Unternehmen sind selbst am besten in der Lage, zu erzählen, wie interessant ihre Aktivitäten sind, so der Minister.

Planung der weiteren Berufslaufbahn

Rund 1 000 Schüler von fünf Lycées werden während der insgesamt viertägigen Veranstaltung an den acht Ausstellungsständen vorbeikommen. Fünf Unternehmen – die Satellitengesell-schaft SES, die Baufirma CDCL, das Technologieunternehmen Paul Wurth, die auf die Produktion von Einzelteilen für die Automobilindustrie spezialisierte Firma CEBI und die medizinischen Analysenlaboratorien Ketterthill – bieten einen direkten Austausch mit den angehenden Studierenden. „Es besteht ein allgemeines Interesse, dass man den jungen Leuten erklärt, dass es in Luxemburg die Industrie an sich überhaupt als Aktivitätsfeld gibt“, erklärt Yves Sibenaler, Leiter des Kommunikationsabteilung der CDCL. „Seitdem es diese Initiative gibt, machen wir begeistert mit, um die Industrie für die Schüler etwas schmackhafter zu machen.“ Auch Stéphane Gidenne, Geschäftsführer von Ketterthill, findet es wichtig, auf junge Menschen zugehen: „Wir versuchen, uns so oft wie möglich mit Schülern zu treffen, um ihnen Laborberufe, die allgemein nicht sehr bekannt sind, etwas näherzubringen und zu erklären, was hinter den Kulissen eines Laboratoriums passiert.“

Die Initiative „HelloFuture“ endet allerdings nicht am 5. Januar. Rund 50 insgesamt an der Initiative teilnehmende Unternehmen werden 16 weitere Lycées im ganzen Land besuchen. „Somit sollen 5 000 Schüler Informationen über Industrieberufe erhalten“, hofft der Fedil-Präsident, Nicolas Buck.

Praktikumsbörse online

Auf der Website HelloFuture.lu sind Angebote zu finden, die von Industrieunternehmen online gestellt werden, um einen Praktikanten zu finden. Diese Praktikumsbörse ist für Schüler gedacht, die erste praktische Erfahrung in der Industriebranche gewinnen möchten. Es sollen für jegliche Ausbildungsart unterschiedliche Praktikumsformen angeboten werden. Schüler können auf der Website ein Profil erstellen und sich dann für jede beliebige Stelle bewerben.

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