Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Inflation im Euroraum steigt auf neuen Höchststand
Wirtschaft 23.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Statistikamt in Luxemburg

Inflation im Euroraum steigt auf neuen Höchststand

Der Preis für Energie verteuerte sich zum Vorjahresmonat um 28,8 Prozent.
Statistikamt in Luxemburg

Inflation im Euroraum steigt auf neuen Höchststand

Der Preis für Energie verteuerte sich zum Vorjahresmonat um 28,8 Prozent.
Foto: dpa
Wirtschaft 23.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Statistikamt in Luxemburg

Inflation im Euroraum steigt auf neuen Höchststand

Eurostat meldet den höchsten Wert seit Einführung des Euro. Treiber sind einmal mehr die Preise für Energie.

(dpa) - Die Inflationsrate im Euroraum ist zu Jahresbeginn auf einen Höchststand gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 5,1 Prozent über dem Niveau vom Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Einführung des Euro im Jahr 1999. Eine erste Schätzung wurde damit bestätigt. Im Dezember hatte die Rate noch bei 5,0 Prozent gelegen.


Geldscheine, Geld, Euro (Foto: Shutterstock)
„Wir müssen darüber nachdenken, den Euro zu verlassen“
Der Ex-Finanzminister der Niederlande wettert gegen die EZB-Geldpolitik: Der Niedrigzins begünstige Inflation und Schuldenwachstum.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent. Auch hier wurde die erste Schätzung bestätigt.

Treiber sind die Energiepreise

Getrieben wurde die Teuerung einmal mehr durch einen extrem starken Anstieg der Preise für Energie, die sich zum Vorjahresmonat um 28,8 Prozent verteuerte. Lebens- und Genussmittel waren 3,5 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Ohne Energie, Lebens- und Genussmittel stieg das Preisniveau im Januar um 2,3 Prozent. In dieser Abgrenzung war der Preisauftrieb rückläufig, im Dezember hatte die sogenannte Kernrate noch 2,6 Prozent betragen. Die Kerninflation wird von vielen Ökonomen als verlässliches Maß für den Inflationstrend angesehen.


So stark wie derzeit sind die Preise seit der Einführung des Euro noch nie gestiegen.
Europa im Würgegriff der Inflation
Die höchste Inflationsrate seit Einführung der Gemeinschaftswährung Euro vor mehr als 20 Jahren fordert ihren Tribut.

Das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent wird aktuell noch deutlicher als bisher überschritten. Die EZB sieht die Inflation zwar immer noch auch durch Sonderfaktoren getrieben. Sie zeigte sich zuletzt durch die anhaltend hohe Inflationsdynamik überrascht. Die Europäische Zentralbank schließt eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr mittlerweile nicht mehr aus. An den Finanzmärkten wird fest mit einer Zinswende in diesem Jahr gerechnet. Im März soll dann über das weitere Vorgehen beraten werden. Es wird auch über ein vorzeitiges Ende der konjunkturstützenden Anleihekäufe diskutiert.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema