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Industrieverband Fedil: Buck folgt auf Dennewald
Wirtschaft 3 Min. 22.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Industrieverband Fedil: Buck folgt auf Dennewald

Nicolas Buck kommt nicht aus dem klassischen Industriebereich wie sein Vorgänger Robert Dennewald, 
sondern aus der ICT-Branche.

Industrieverband Fedil: Buck folgt auf Dennewald

Nicolas Buck kommt nicht aus dem klassischen Industriebereich wie sein Vorgänger Robert Dennewald, 
sondern aus der ICT-Branche.
Foto: Julien Ramos
Wirtschaft 3 Min. 22.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Industrieverband Fedil: Buck folgt auf Dennewald

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Der luxemburgische Industrieverband hat seit Dienstag einen neuen Präsidenten. Nicolas Buck hat anlässlich der Hauptversammlung den Vorsitz von Robert Dennewald übernommen.

Von Andreas Adam

Der luxemburgische Industrieverband hat seit Dienstag einen neuen Präsidenten. Nicolas Buck hat anlässlich der Hauptversammlung den Vorsitz von Robert Dennewald übernommen. Dies drei Monate, nachdem René Winkin bereits seinen Vorgänger Nicolas Soisson als Direktor abgelöst hatte.

„Nach 20 Jahren Präsenz im Verwaltungsrat, davon sechs als Vizepräsident und zehn als Präsident, habe ich mich dazu entschieden, kein neues Mandat mehr anzunehmen und einem dynamischen jungen Manager die Verantwortung zu übertragen“, sagte der scheidende Fedil-Präsident Robert Dennewald (Chaux de Contern). „Ich begrüße es sehr, dass Nicolas Buck das Mandat angenommen hat. Er wird einiges anders machen als ich, frischen Wind und neue Ideen mitbringen und wichtige Akzente für die Zukunft setzen.“

Im Zeichen des Wandels und der neuen Wege

Das Jahr 2016 steht beim luxemburgischen Industrieverband im Zeichen des Wandels und der neuen Wege. Der frühere Generalsekretär René Winkin ist bereits seit Jahresbeginn neuer Direktor. Mit dem Amtsantritt von Nicolas Buck (Seqvoia) als Präsident ist das neue Führungsduo nun komplett.

Buck kommt nicht aus dem klassischen Industriebereich, sondern aus der ICT-Branche. Er ist CEO von Seqvoia, einer Softwareschmiede für die Fondsindustrie und Präsident der Plattform für Unternehmensgründer, Nyuko.

Den Begriff Industrie deutlich weiter fassen

„Die Fedil hat heute über 600 Mitglieder, die aus sehr unterschiedlichen Bereichen kommen. Deshalb war es für Herrn Winkin und mich selbst erst einmal wichtig, uns die Frage zu stellen, wer und was die Fedil heute eigentlich ist“, so Buck. Darüber sei man sofort auf eine zweite Frage gestoßen, nämlich was man heute unter Industrie versteht. „Darüber haben wir uns lange Gedanken gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass man den Begriff sehr viel weiter fassen muss, als dies früher der Fall war.“ Auch die ganze ICT-Branche müsse heute hinzugezählt werden, so der neue Fedil-Präsident. „Ob sie heute in einer Fabrik ein Auto zusammenbauen oder ob Leute in einem Bürogebäude Software entwickeln. Das sind beides industrielle Prozesse.“ Man sei in eine hyperindustrielle Ära eingetreten, mit einer zunehmenden Konvergenz von Produkten und Dienstleistungen.

„Unsere Aufgabe ist es nicht, die verarbeitende Industrie um jeden Preis zu erhalten, geschweige denn sie vor den Transformationseffekten der Digitalisierung zu bewahren. Ich zweifle nicht im Geringsten an ihrer Fähigkeit, sich selbst neu zu erfinden. Dafür ist aber ein Ökosystem erforderlich, um sie bei ihrer Transformation zu begleiten.“ Buck nennt dieses Ökosystem die „hyperindustrielle Basis“. Luxemburg müsse zu einer solchen hyperindustriellen Basis werden.

Drei typisch luxemburgische Krankheiten...

„Wir als Fedil möchten ein Dienstleister für die Industrie von heute und morgen werden“, kündigte Buck an. Die Mitglieder sollen vermehrt die Möglichkeit bekommen, sich aktiv einzubringen.

Unter der Führung von Nicolas Buck will der Verband gegen „drei typisch luxemburgische Krankheiten“ vorgehen, wie es am Dienstag hieß: die Unfähigkeit, bei Zukunftsthemen zusammenzuarbeiten, die Betulichkeit bei der Entwicklung einer Ausgangsidee zum Endprodukt und schließlich dem Bildungssystem, das nicht die benötigten Talente von heute und morgen hervorbringe.

Die Fedil sieht sich selbst als „Kraft des Fortschritts“. Digitalisierung, Bildung, Innovation, Energiewandel und Kreislaufwirtschaft sollen wichtige Schwerpunktthemen werden.

SES-Chef Karim Michel Sabbagh neuer Vizepräsident

Neben der Nachfolge Robert Dennewalds gab es am Dienstag noch weitere personelle Veränderungen. Karim Michel Sabbagh (SES) wird künftig neben Michel Wurth (ArcelorMittal) als Vizepräsident des Verbands fungieren.

Hubert Clasen (Bernard-Massard), Jacques Lanners (Ceratizit) und Betty Fontaine (Simon) sind aus dem Verwaltungsrat der Fedil ausgeschieden. Georges Bock (KPMG), Frédéric de Radiguès (Bofferding/Munhowen) und Paul Jung (Ceratizit) sind dafür hinzugekommen. Verlängert wurden die Mandate von Michel Wurth, Claude Baer (Strategies), Charles Loesch (Dupont), Alex Nick (ArcelorMittal), Claude Strasser (Post) und Christian Thiry (Karp-Kneip).


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