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In Zukunft soll es rund gehen
Wirtschaft 2 Min. 09.02.2015 Aus unserem online-Archiv
Von der Linear- zur Kreislaufwirtschaft

In Zukunft soll es rund gehen

„Wir benötigen Wirtschaftswachstum, doch wenn wir so weiterwachsen wie bisher, dann wird eine Welt dafür nicht ausreichen. Dies ist – vereinfacht ausgedrückt – das Dilemma, in dem wir uns befinden", so Staatssekretärin Francine Closener.
Von der Linear- zur Kreislaufwirtschaft

In Zukunft soll es rund gehen

„Wir benötigen Wirtschaftswachstum, doch wenn wir so weiterwachsen wie bisher, dann wird eine Welt dafür nicht ausreichen. Dies ist – vereinfacht ausgedrückt – das Dilemma, in dem wir uns befinden", so Staatssekretärin Francine Closener.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 2 Min. 09.02.2015 Aus unserem online-Archiv
Von der Linear- zur Kreislaufwirtschaft

In Zukunft soll es rund gehen

Eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums macht Hoffnung auf neue Jobs, deutliche Kosteneinsparungen sowie mehr Ressourcensicherheit und nachhaltiges Wachstum. Die Koalition ist laut Staatssekretärin Francine Closener bereit, das traditionelle Wirtschaftsmodell in Frage zu stellen.

(aa) - Das Wirtschaftsministerium hat im vergangenen Jahr eine Studie durchführen lassen, um das Potenzial einer sogenannten Kreislaufwirtschaft auszuloten. Es geht im Grunde darum, verantwortungsbewusster und ökonomischer mit Ressourcen umzugehen. Spontan denkt man vielleicht an Recycling, doch Kreislaufwirtschaft ist mehr als das. Sie setzt nicht erst bei der Entsorgung, sondern schon vor der Produktion an. Von Anfang an wird überlegt, wie die bei der Produktion verwendeten Rohstoffe über den Lebenszyklus der Ware hinaus wieder in den Produktionsprozess eingegliedert werden können.

Aus dem Teufelskreis ausbrechen

„Wir benötigen Wirtschaftswachstum, doch wenn wir so weiterwachsen wie bisher, dann wird eine Welt dafür nicht ausreichen. Dies ist - vereinfacht ausgedrückt - das Dilemma, in dem wir uns befinden.“ Francine Closener, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sprach am Montag bei der Präsentation der Studie in der Handelskammer von einer echten Alternative zur Linearwirtschaft, bei der endliche Ressourcen ausgebeutet, zu Produkten verarbeitet, konsumiert und am Ende größenteils weggeworfen werden.

"Die Kreislaufwirtschaft hilft aus diesem Teufelskreis auszubrechen", so Closener. Das sei besonders wichtig für Länder wie Luxemburg, die über keine nennenswerten Rohstoffe verfügten und sie stattdessen für immer teureres Geld kaufen müssten.

Bis zu eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen

Bereits jetzt stünden 15 000 Arbeitsplätze im Zusammenhang mit Kreislaufmodellen, vor allem in der Stahl- und Bauindustrie. Mittelfristig könne man jedoch durch eine konsequent vorangetriebene Kreislaufwirtschaft noch zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Euro an Materialkosten pro Jahr einsparen und in den nächsten Jahren rund 2 200 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Studie macht demnach Hoffnung auf neue Jobs, deutliche Kosteneinsparungen sowie mehr Ressourcensicherheit und auch nachhaltiges Wachstum. Um dies zu erreichen wird Akteuren der verschiedenen Wirtschaftsbranchen empfohlen, an speziellen Pilotprojekten teilzunehmen, die eingerichtet werden sollen. Außerdem sollen eine Datenbank über den Rohstoffumlauf und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Traditionelles Modell in Frage stellen

„Noch nie zuvor war der politische Wille einer luxemburgischen Regierung, den Weg einer Kreislaufwirtschaft einzuschlagen, so groß wie jetzt. Noch nie gab es einen solchen Konsens unter Koalitionspartnern, das traditionelle Wirtschaftsmodell in Frage zu stellen und auf neue nachhaltige Konzepte zu setzen, wobei das Wachstum aber nicht mehr stigmatisiert, sondern mit offenen Armen empfangen wird“, sagte Francine Closener.

Die Studie im Internet:

Circular Economy - Study Highlights (Englisch)

Circular Economy - Summary (Englisch)


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