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In Florida: SpaceX-Rakete explodiert
Wirtschaft 01.09.2016 Aus unserem online-Archiv

In Florida: SpaceX-Rakete explodiert

Über Minuten waren mehrere Explosionen zu hören.

In Florida: SpaceX-Rakete explodiert

Über Minuten waren mehrere Explosionen zu hören.
Quelle: Twitter/Ian Dawson
Wirtschaft 01.09.2016 Aus unserem online-Archiv

In Florida: SpaceX-Rakete explodiert

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Die Trägerrakete wurde samt ihrer Ladung, einem Satelliten des online-Netzwerks Facebook, bei einem Test zerstört. Zu den Kunden von SpaceX gehört auch der Luxemburger Konzern SES.

(dpa) - Nächster Rückschlag für die US-Raumfahrtfirma SpaceX: Eine "Falcon 9"-Rakete des privaten Unternehmens explodierte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) bei einem Test auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. "Es gab eine Unregelmäßigkeit auf der Abschussrampe heute, die mit dem Verlust der Rakete und ihrer Ladung endete", teilte SpaceX mit. Wie bei solchen Tests üblich habe sich niemand auf der Abschussrampe aufgehalten und es habe keine Verletzten gegeben.

Die Unregelmäßigkeit habe sich im Sauerstofftank der oberen Raketenstufe während des Tankens abgespielt, teilte SpaceX mit. Die genaue Ursache werde weiter untersucht. Über die Höhe des Sachschadens gab es zunächst keine Informationen. Medienberichten zufolge war am Donnerstagmorgen ein Routinetest mit einer unbemannten Rakete geplant.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa bestätigte den Vorfall. Noch im Umkreis mehrerer Kilometer schwankten Gebäude, mehrere Explosionen zogen sich über Minuten hin. Eine Rauchwolke verdunkelte den Himmel. Es habe keine Verletzten gegeben, so SpaceX in einer ersten Stellungnahme.

Der Test wurde von der Nasa als Routine bezeichnet. Er sei vor einem für Samstag geplanten Satellitenstart von der Cape Canaveral Air Force Station vorgenommen worden. Eine Trägerrakete sollte an diesem Wochenende einen israelischen Satelliten ins All befördern, mit dem Facebook Breitband-Internet in Afrika bereitstellen will. Das weltgrößte Online-Netzwerk will mit Hilfe von Satelliten entlegene Regionen mit schnellen Internet-Zugängen versorgen. Gründer und Chef Mark Zuckerberg bestätigte den Verlust des Satelliten am Donnerstag.

Die Explosion ist ein weiterer Rückschlag für SpaceX, das bereits im vergangenen Sommer eine Rakete durch eine Explosion verloren hatte.

Der Luxemburger Satellitenbetreiber SES zählt zu den Kunden von SpaceX. Beide Unternehmen planen, bis zum Ende des Jahres einen SES-Satelliten mit einer SpaceX-Trägerrakete in den Orbit zu befördern. Es handelt sich dabei allerdings um ein anderes, bereits getestes Modell, das bereits Flüge zur Internationalen Raumstation ISS hinter sich hat.

SES-Unternehmenssprecher Markus Payer sagte auf Anfrage, es sei derzeit noch zu früh für ein Statement zum Unfall vom Donnerstag.

Das im Jahr 2002 von Elon Musk gegründete Unternehmen SpaceX ist die erste Privatfirma, die kommerzielle Raumfahrtmissionen anbietet. Bereits im Juni vergangenen Jahres war eine Rakete des Unternehmens beim Start explodiert. Sie hatte einen mit Nachschub beladenen Raumfrachter zur Internationalen Raumstation ISS bringen sollen. Der Frachter zerbrach durch die Explosion.

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