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Immobilienmarkt: Kleines Land, hohe Preise
Wirtschaft 2 Min. 28.09.2017

Immobilienmarkt: Kleines Land, hohe Preise

Romain Muller, Geschäftsführer von JLL in Luxemburg, eröffnete gestern im Hôtel Le Royal die Konferenz zum Thema des Luxemburger Immobilienmarktes.

Immobilienmarkt: Kleines Land, hohe Preise

Romain Muller, Geschäftsführer von JLL in Luxemburg, eröffnete gestern im Hôtel Le Royal die Konferenz zum Thema des Luxemburger Immobilienmarktes.
Foto: Anouk Anthony
Wirtschaft 2 Min. 28.09.2017

Immobilienmarkt: Kleines Land, hohe Preise

Laut JLL ist trotz stetig steigender Preise keine Immobilienblase zu befürchten.

(M.G.) - Es wird eng in Luxemburg. Es gibt kaum noch freie Büros, und an Wohnungen mangelt es schon seit Jahren. Dieses Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage treibt die Preise in astronomische Höhen. Und dabei ist kein Ende in Sicht.

In der Hoffnung, dem Brexit etwas Positives abgewinnen zu können, bemüht sich Luxemburg derzeit darum, ein attraktiver Standort für Unternehmen zu sein, die künftig weiterhin Zugang zum europäischen Binnenmarkt benötigen. Allerdings sind die Kapazitäten des Immobilienmarktes in Luxemburg derzeit eher beschränkt. „Mit 4,9 Prozent liegt die aktuelle Leerstandsrate in Luxemburg deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 7,8 Prozent“, erklärt Romain Muller, Geschäftsführer der Immobilienagentur JLL in Luxemburg, gestern bei der „Meetincs“-Konferenz zum Immobilienmarkt.

Die europäische Konkurrenz schläft nicht

Europäische Städte wie Warschau bieten mit wesentlich günstigeren Immobilienpreisen und einer Leerstandsrate im zweistelligen Prozentbereich eine ernst zu nehmende Konkurrenz, so Romain Muller. Tatsächlich liegt die Durchschnittsmiete pro Jahr in Warschau bei 276 Euro pro Quadratmeter. Damit sind Luxemburger Mietpreise, mit einem Durchschnitt von 564 Euro pro Quadratmeter, fast doppelt so hoch wie in Polen.

Dennoch verzeichnet Luxemburg immer noch das größte Wachstum bei Arbeitsplätzen in den Bereichen der Finanz- und Unternehmensdienstleistungen in Europa, zitiert Romain Muller eine Statistik der Oxford Economics.

Doch nicht nur bei den Büros wird der Platz langsam knapp. Die Bevölkerung wächst stetig weiter, zuletzt um rund 14 400 Personen im Jahr 2016. Gleichzeitig bleibt die Zahl neuer Wohnhäuser hinter der Nachfrage zurück. „Im Schnitt werden pro Jahr rund 5 000 Wohnungen benötigt. Seit dem Jahr 2000 werden jährlich allerdings lediglich 2 600 Quadratmeter fertiggestellt“, so Robby Cluyssen von JLL Residential.

Selbst im Rekordjahr 2016 blieben die Fertigstellungen mit 4 000 Quadratmetern hinter den Bedürfnissen zurück.

Keine Immobilienblase in Sicht

Das alles treibt Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien ebenfalls kontinuierlich in die Höhe. In Luxemburg-Stadt kostet ein Quadratmeter Wohnfläche in einer Wohnung im Schnitt 7 731 Euro. In Gegenden wie Kirchberg steigen die Preise teilweise bis um die 11 000 Euro pro Quadratmeter, sagt Robby Cluyssen.

Dass sich daraus eine Immobilienblase bilden könnte, glaubt der Experte allerdings nicht. Es gebe handfeste Gründe für die Preisentwicklung. Dazu gehören die demografische Entwicklung des Landes sowie die niedrigen Zinsen und der konstante Mangel an ausreichend Wohnungen.

Wenig Platz treibt Wohngebäude in die Höhe

Dieser Mangel entstehe unter anderem durch die Zersplitterung des Grundbesitzes in Luxemburg. Laut dem „Observatoire de l'Habitat“ sind 76 Prozent der 2 719 Hektar an potenziellem Bauland in den Händen von privaten Investoren und Familien, die nur wenig Interesse daran haben, ihr Grundstück zu verkaufen. Ein Lösungsansatz ist, in die Höhe zu bauen.

Einige erste Hochhäuser mit Wohnungen gibt es bereits in Differdingen, Kirchberg und Cloche d'Or. Das wohl spektakulärste ist das „Infinity“-Gebäude in Kirchberg, das 100 Meter und 25 Stockwerke hoch ist. Hier werden auf einen Schlag 150 Wohnungen fertiggestellt. Doch auch das wird zukünftig nicht für alle reichen, die in Luxemburg leben möchten.


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