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Immobilien: Stärkster Preisanstieg seit zehn Jahren
Wirtschaft 22.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Immobilien: Stärkster Preisanstieg seit zehn Jahren

Immobilien: Stärkster Preisanstieg seit zehn Jahren

Bild: Anouk Antony
Wirtschaft 22.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Immobilien: Stärkster Preisanstieg seit zehn Jahren

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die Preise für Wohnungen kennen kein Halten. Im Schnitt stiegen die Immobilienpreise in Luxemburg im Jahr 2018 um sieben Prozent.

Preise für Wohnimmobilien sind so hoch wie schon lange nicht mehr. Neue Daten der Immobilienagentur Jones Lang LaSalle (JLL) zeigen, dass die Immobilienpreise hierzulande im vergangenen Jahr im Schnitt um sieben Prozent gestiegen sind.

„Dies ist der stärkste Anstieg der vergangenen zehn Jahre. Bisher kletterten die Preise vielmehr um vier bis fünf Prozent pro Jahr“, sagt Robby Cluyssen, Senior Consultant bei JLL.

Der starke Preisanstieg betrifft vor allem bestehende Appartements, die 9,8 Prozent mehr gekostet haben als im Vorjahr. Der Kaufpreis von neu gebauten Appartements stieg im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent.

Auch bei den Häusern haben die Preise innerhalb eines Jahres stark angezogen: Im Schnitt sind bestehende und neu gebaute Wohnungen um
5,6 Prozent teurer geworden. Ein weiterer Trend besteht darin, dass die Immobilienpreise nicht nur in Luxemburg-Stadt klettern. „Auch außerhalb der Hauptstadt und vor allem im Süden des Landes müssen Käufer für Immobilien in Luxemburg immer mehr Geld ausgeben“, sagt Robby Cluyssen.


Die Wohnungsbauministerin Sam Tanson möchte den öffentlichen Immobilienbestand ausbauen und vor allem mehr Sozialwohnungen bauen.
Ganz neu im Geschäft
Sam Tanson ist die erste grüne Wohnungsbauministerin. Auf ihr lastet eine große Verantwortung, denn die Wohnungsnot wird angesichts des starken demografischen Wachstums von Jahr zu Jahr größer.

Für diesen massiven Anstieg der Kaufpreise gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist die Bevölkerung im vergangenen Jahr um 11 300 Einwohner gewachsen, zum anderen wächst die Nachfrage nach neuen Wohnungen schneller als das Angebot der Bauindustrie. „Während sich der jährliche Bedarf durchschnittlich auf 6 000 Wohnungen beläuft, liegt die Schaffung von neuem Wohnraum bei lediglich 2 600 Einheiten“, erklärt der Immobilienexperte.

Niedrige Zinsen und Brexit

Auch die niedrigen Zinsen treiben die Immobilienpreise auf Rekordstände. „Schließlich sehen wir auch die ersten Folgen des Brexit auf dem luxemburgischen Immobilienmarkt. Die erhöhte Nachfrage nach Wohnungen ist seit einigen Wochen deutlich spürbar“, so Robby Cluyssen.

Und das treibt die Immobilienpreise weiter hoch. Zwischen Juni 2017 und Juli 2018 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis eines Appartements in Luxemburg-Stadt bei 8 856 Euro – und bei 5 976 Euro außerhalb der Hauptstadt. Entsprechend steigen auch die Mietpreise in Luxemburg.

„Wir stellen eine deutliche Steigerung vor allem bei den Appartments fest“, sagt Robby Cluyssen. „Im vergangenen Jahr sind die Mieten besonders in Bonnevoie, Gasperich, Merl/Belair und im Bahnhofviertel rasant gestiegen: bis zu acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.“


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