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IKT-Branche: Fachkräfte händeringend gesucht
Wirtschaft 2 Min. 10.03.2020 Aus unserem online-Archiv

IKT-Branche: Fachkräfte händeringend gesucht

„Besonders die großen Betriebe machen bei solchen Gelegenheiten mit“, erklärt René Winkin (Mitte) von der Fedil.

IKT-Branche: Fachkräfte händeringend gesucht

„Besonders die großen Betriebe machen bei solchen Gelegenheiten mit“, erklärt René Winkin (Mitte) von der Fedil.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 2 Min. 10.03.2020 Aus unserem online-Archiv

IKT-Branche: Fachkräfte händeringend gesucht

Mara BILO
Mara BILO
Vielen Luxemburger Unternehmen fehlen Profis aus der Informations- und Kommunikationstechnik-Branche. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie hervor.

Programmierer, Consultant und Systemadministrator – diese Berufsbilder der Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind in Luxemburg besonders gefragt. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie hervor, die den Fachkräftemangel in der IKT-Branche hinterfragt und beschreibt. Demnach sind diese Jobs sowie Helpdesk-Mitarbeiter, IT-Projektleiter und Software-Tester die Zukunftsjobs des IKT-Bereichs.

Auf die Umfrage, die in Auftrag der Industriellenvereinigung Fedil und der Bankenvereinigung ABBL durchgeführt wurde, haben 168 Unternehmen geantwortet. Der Fragebogen wurde an Fedil- und ABBL-Mitglieder geschickt, die allesamt in den Bereichen der verarbeitenden Industrie, des Baugewerbes, der Finanzdienstleistungen und der Unternehmensdienstleistungen tätig sind. Insgesamt beschäftigen diese Firmen mehr als 56.000 Mitarbeiter. 


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„Besonders die großen Betriebe machen bei solchen Gelegenheiten mit“, erklärt René Winkin von der Fedil, „die Ergebnisse sind repräsentativ.“ Ziel der Studie ist, jungen Menschen zu zeigen, welche Arbeitsplätze in der Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.

Neue Jobs entstehen jedes Jahr

Für den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, eine der wichtigsten Zukunftsbranchen des Landes, werden jedes Jahr neue Jobs geschaffen. Den Angaben der „Inspection générale de la sécurité sociale“ (IGSS) zufolge arbeiten in diesem Sektor knapp 21.000 Menschen (Stand: Juni 2019). 

Dennoch könnten es mehr sein: Wie in vielen Wirtschaftsbereichen in Luxemburg wird auch für den IKT-Bereich händeringend nach geeigneten Fachkräften gesucht.


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Nach Angaben der nationalen Arbeitsagentur ADEM wurden im vergangenen Jahr mehr als 4.700 Stellen im IKT-Bereich angeboten. Dagegen stehen 334 bei der Arbeitsagentur gemeldete Arbeitssuchende, die in diesem Sektor über Berufserfahrung verfügen. „Derzeit sind 827 Stellen nicht besetzt“, stellt Gaby Wagner von der ADEM fest. Für mehr als die Hälfte der freien Stellen im Informations- und Kommunikationstechnologie-Bereich kann kein geeigneter Kandidat gefunden werden, so die Arbeitsagentur.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die akute Nachfrage. In den kommenden zwei Jahren sind in den 168 befragten Unternehmen 979 Neueinstellungen geplant – dabei handelt es sich bei mehr als zwei Drittel der Stellen um neu geschaffene Arbeitsplätze. Die Einstellungsprognosen sind damit auf dem höchsten Stand seit 2002. Zum Vergleich: Als die Luxemburger Unternehmen zuletzt 2018 befragt wurden, hatten die damals 118 teilnehmenden Firmen geplant, 698 Menschen in den kommenden zwei Jahren für den IKT-Bereich einzustellen.

Zudem lässt sich aus dieser Studie ablesen, dass die Firmen immer qualifiziertere Mitarbeiter benötigen – bei inzwischen mehr als 50 Prozent der Stellen ist entweder ein Master-Abschluss oder ein Doktorat gefragt (siehe Grafik oben).

Immer mehr Berufsausbildungen

Um der Situation abzuhelfen, sind die von der Arbeitsagentur ADEM angebotenen Berufsausbildungen an die Bedürfnisse der nach Fachkräften suchenden Firmen angepasst, so Gaby Wagner. Die Agentur bietet verschiedenste Weiterbildungen zum Thema IKT an – Arbeitssuchende können dort unter anderem digitale Grundkenntnisse erwerben und an Programmiererschulungen teilnehmen. „Betriebe nehmen an der Auswahl der Kandidaten für die Berufsausbildungen teil“, erklärt Wagner. „Das hat den Vorteil, dass die betreffenden Arbeitssuchenden einen Job nach ihrer Ausbildung bei diesen Firmen auch finden.“


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Auch die Uni Luxemburg spielt bei der Ausbildung von geeigneten Fachkräften für den IKT-Bereich eine wichtige Rolle, wie Bildungsminister Claude Meisch betont. „Die Uni Luxemburg ist auf den lokalen Arbeitsmarkt eingestellt“, so der Minister. „Wir sind sehr stolz darauf, dass drei Viertel der Studenten der Uni aus dem Ausland kommen. Das zeigt, dass die Uni Talente anzieht. Sie muss alles tun, um diese jungen Fachkräfte auch anschließend im Land zu halten.“


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