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HSBC-Leck: Nein, es sind keine 222 luxemburgischen Kunden betroffen
Wirtschaft 09.02.2015

HSBC-Leck: Nein, es sind keine 222 luxemburgischen Kunden betroffen

Die Schweizer HSBC-Filiale hatte viele "Risiko-Konten".

HSBC-Leck: Nein, es sind keine 222 luxemburgischen Kunden betroffen

Die Schweizer HSBC-Filiale hatte viele "Risiko-Konten".
AFP
Wirtschaft 09.02.2015

HSBC-Leck: Nein, es sind keine 222 luxemburgischen Kunden betroffen

Bei der Schweizer HSBC waren Milliardenbeträge aus mehr als 200 Ländern angelegt, darunter offenbar viel als Schwarzgeld, wie der International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) mitteilt. 2,4 Milliarden Dollar werden mit Luxemburg in Verbindung gebracht.

(dpa/lb) - Bei der Schweizer HSBC waren Milliardenbeträge angelegt, darunter offenbar viel als Schwarzgeld. Das geht am Montag aus Medienberichten hervor, die sich auf vertrauliche Unterlagen basieren, die der International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) von der Tageszeitung "Le Monde" erhalten hat.

In den Daten sind den neuen Berichten zufolge Konten von mehr als 100 000 Personen aus über 200 Ländern und Territorien zu finden, mit Einlagen von insgesamt über 75 Milliarden Euro im Jahr 2007. Darunter sollen Verwandte und Regierungsmitglieder von Autokraten wie Ägyptens Ex-Herrscher Hosni Mubarak und Syriens Präsident Baschar al-Assad sein. Außerdem sollen Waffenhändler und Kriminelle ihr Geld bei dem Institut angelegt haben.

Laut ICIJ werden 222 dieser HSBC-Kunden mit Luxemburg in Verbindung gebracht. Insgesamt sollen sie zwischen 1988 und 2006 2,9 Milliarden Dollar auf Schweizer Konten verstaut haben. Davon werden 1,4 Milliarden einer einzigen Person zugerechnet.

Etwa 60 Kunden sind Luxemburger

Vergleicht man dieses Volumen mit dem der anderen Länder, landet Luxemburg auf Platz 24. Dennoch ist es falsch zu sagen, dass es sich hierbei um 222 luxemburgische Kunden handelt, da nur 27 Prozent von ihnen, also 60 Kunden, die luxemburgische Nationalität haben. Bei den übrigen handelt es sich um so genannte Off-Shore-Konten oder um Nummernkonten.

Die Daten der Schweizer Tochter HSBC Private Bank hatte die französische Polizei 2009 bei einem ehemaligen Mitarbeiter der Bank beschlagnahmt. Die weltweiten Steuerermittlungen auf Grundlage gestohlener Kundendaten der Großbank HSBC haben nach Medienberichten bereits insgesamt mehr als eine Milliarde Euro an Nachzahlungen und Strafgeldern eingebracht.

Die HSBC erkannte das Fehlverhalten der Schweizer Filiale gegenüber den recherchierenden Medien an. „Wir sind verantwortlich für das Kontrollversagen in der Vergangenheit“, wird das Institut von den Medien zitiert. Die Tochtergesellschaft habe „zu viele Hochrisiko-Konten“ behalten. Die Bank verwies demnach darauf, dass sie sich mittlerweile von allen steuerlich problematischen Kunden getrennt habe.


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