Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Hotspot" mit vielen Projekten: Wiltz geht bei Kreislaufwirtschaft voran
Frank Arndt, Bürgermeister von Wiltz, und die Staatssekretäre Francine Closener sowie Camille Gira stellten das Wiltzer Projekt am Dienstag vor.

"Hotspot" mit vielen Projekten: Wiltz geht bei Kreislaufwirtschaft voran

Foto: Meco
Frank Arndt, Bürgermeister von Wiltz, und die Staatssekretäre Francine Closener sowie Camille Gira stellten das Wiltzer Projekt am Dienstag vor.
Wirtschaft 1 2 Min. 13.10.2015

"Hotspot" mit vielen Projekten: Wiltz geht bei Kreislaufwirtschaft voran

Die Gemeinde Wiltz soll der „Hotspot“ für die Kreislaufwirtschaft in Luxemburg werden. Ein entsprechendes Abkommen stellte Staatssekretärin Francine Closener am Dienstag vor.

(ks/NdP) - Die Gemeinde Wiltz soll der „Hotspot“ für die Kreislaufwirtschaft in Luxemburg werden. In einem Abkommen werden eine Reihe von Projekten in dieser zukunftsweisenden Wirtschaftsausrichtung festgehalten, sagte Staatssekretärin Francine Closener am Dienstag.

„In Wiltz setzen wir auf vorhandene Projekte, aber lassen auch Raum für neues Know-How, auf dem Neues entstehen kann“, sagte sie. In Wiltz wird beispielsweise eine Industriebrache in ein Wohngebiet umgewandelt oder ein Wohnkomplex mit nachhaltiger Energieerzeugung auf den ehemaligen Fußballplätzen errichtet. In dem Schloss von Wiltz soll das „College of Advertising and Design“ ein Domizil finden. In dem Ableger der in Brüssel beheimateten Hochschule werden Innenarchitektur, Produktdesign und Werbegrafik gelehrt. Weitere Initiativen wie ein „Repair Café“ komplettieren die vereinbarten Projekte.

Luxemburg hat Potenzial

Mit dem Begriff Kreislaufwirtschaft wird ein Modell bezeichnet, das auf eine nachhaltige Verwendung von Materialien zielt. So sollen beispielsweise Geräte nach ihrer Nutzung nicht weggeworfen und vernichtet, sondern zerlegt in Einzelteilen wiederverwendet werden. Dadurch werden weniger Rohstoffe benötigt, es spart Geld und Arbeitsplätze werden geschaffen, beispielsweise bei der Abfallsortierung. Auch das Carsharing in der Stadt Luxemburg ist ein Beispiel für Kreislaufwirtschaft, da sich hier eine Vielzahl von Personen wenige Autos teilen - und so die Produktion von PKWs reduziert wird.

In diesem Video der EU-Kommission, die derzeit an einem Kreislaufwirtschaftsplan arbeitet, wird das Modell erklärt (in englischer Sprache):

Die luxemburgische Regierung treibt derzeit die Kreislaufwirtschaft in Luxemburg voran, um sie weiter zu etablieren. Laut einer Studie, die das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte und deren Ergebnisse im Februar 2015 präsentiert wurden, wenden einige Unternehmen, zum Beispiel ArcelorMittal, das Modell bereits konkret an. Dennoch bestehe noch deutliches Potential. Auf institutioneller Basis unterstützt das Netzwerk "Luxembourg Ecoinnovation Cluster" Projekte in diesem Bereich. Es ist zudem zu erwarten, dass der Ökonom Jeremy Rifkin, den die luxemburgische Regierung als Berater engagiert hat, weitere Impulse geben wird.

Mehr zum Thema:


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Neues Wirtschaftsmodell: Die Zukunft laut Rifkin
Luxemburg wird zum „Lernlabor“ für Jeremy Rifkins Vision einer Dritten Industriellen Revolution. Heute stellt der Wirtschaftsminister das Projekt im Wirtschaftsausschuss der Chamber vor. Die Akteure erklären, wie die konkrete Gestaltung dieser Vision aussehen wird.
24.09.2015 Luxembourg, Bonnevoie, Rotonde, Jeremy Rifkin photo Anouk Antony
Neues Wirtschaftsmodell: Die Zukunft laut Rifkin
Luxemburg wird zum „Lernlabor“ für Jeremy Rifkins Vision einer Dritten Industriellen Revolution. An diesem Donnerstag stellt der Wirtschaftsminister das Projekt im Wirtschaftsausschuss der Chamber vor.
20.5. Wi / Nouv Centre de Conferences Kirchberg / Kongress Fiabci / Jeremy Rifkin , Foto:Guy Jallay
Von der Linear- zur Kreislaufwirtschaft: In Zukunft soll es rund gehen
Eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums macht Hoffnung auf neue Jobs, deutliche Kosteneinsparungen sowie mehr Ressourcensicherheit und nachhaltiges Wachstum. Die Koalition ist laut Staatssekretärin Francine Closener bereit, das traditionelle Wirtschaftsmodell in Frage zu stellen.
„Wir benötigen Wirtschaftswachstum, doch wenn wir so weiterwachsen wie bisher, dann wird eine Welt dafür nicht ausreichen. Dies ist – vereinfacht ausgedrückt – das Dilemma, in dem wir uns befinden", so Staatssekretärin Francine Closener.